Aktien Schweiz Schluss: Gut gehalten bei wenigen Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche wenig verändert gestartet. Nachdem der SMI zunächst um das Niveau vom Freitagabend pendelte, legte er mit einer freundlichen Eröffnung an der Wall Street am Nachmittag nur vorübergehend etwas klarer zu. In der Vorwoche verbuchte der Schweizer Leitindex immerhin gut 1% zu. Die Investoren an der Wall Street setzen weiter auf eine starke Wirtschaftsentwicklung der USA unter dem neuen Präsidenten, und somit knüpften die wichtigsten Indizes auch am Montag an ihre jüngste Rekordrally an.
13.02.2017 18:15

Für Erleichterung sorgte auch ein gut verlaufenes Treffen Donald Trumps mit Japans Premier sowie versöhnlichere Töne gegenüber China. Auf der Konjunkturseite ging es zum Wochenbeginn ruhig zu; die Agenda ist erst ab Dienstag gefüllt. Auch wurde bereits auf die am Dienstag beginnende Anhörung der Fed-Chefin Janet Yellen vor US-Parlamentariern geblickt. Diese werde sich zwar nicht konkret zum Zeitpunkt einer nächsten Zinsanhebung äussern, aber den am Markt zuletzt diskutierten März-Termin im Raum stehen lassen, hiess es von Beobachtern.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,08% höher bei 8'462,88 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,17% auf 1'344,97 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,07% auf 9'262,97 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 21 im Plus, acht im Minus und einer unverändert aus dem Handel.

Thema am Schweizer Markt war am Montag auch das deutliche "Nein" der Schweizer Stimmbevölkerung zur Unternehmenssteuerreform III, was Fragen zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts aufgeworfen hat. Unternehmen wie ABB (Aktie +0,3%) oder Novartis (+0,1%) bedauern den Entscheid und hoffen, dass die Politik nun möglichst rasch ein neues Massnahmenpaket in Steuerfragen schnürt.

Während die schwergewichtigen Novartis dem SMI Unterstützung lieferten, gingen Roche unverändert aus dem Handel und Nestlé (-0,2%) gaben etwas ab. Der Zahlenausweis des Lebensmittelkonzerns am kommenden Donnerstag ist eines der Highlights der laufenden Woche. Im Oktober hatte Nestlé nach schwierigen neun Monaten den Ausblick auf das Gesamtjahr gesenkt und mit dem organischen Wachstum enttäuscht.

Am stärksten gewannen im SMI/SLI indes Aryzta, Clariant, Credit Suisse (je +1,1%). Letztere legen am (morgigen) Dienstag Zahlen zum vierten Quartal vor. Thema dürften dann auch die IPO-Pläne der Grossbank mit der Schweizer Einheit sein. Über das Wochenende wurde bereits in der Sonntagspresse verschiedentlich berichtet. Bei der CS selbst verwies man diesbezüglich allerdings auf früher gemachte Aussagen: Man sei mit den Vorbereitung auf Kurs.

Auch Julius Bär (+1,0%) legten deutlich, UBS (-0,4%) fanden sich dagegen unter den Verlierern. Zu Reden gab in der Bankenwelt auch die Restrukturierung der Royal Bank of Scotland (RBS): Die von Milliardenverlusten gebeutelte und verstaatlichte Bank will mit Stellenabbau und Filialschliessungen die Kosten weiter senken.

Die grössten Verluste verzeichneten Galenica (-0,5%), und auch Swisscom (-0,4%) schnitten schwach ab.

Am breiten Markt waren Comet (+4,8%) nach Jahreszahlen stark gefragt. Das Technologieunternehmen hat 2016 den Umsatz und die operative Marge deutlicher gesteigert als noch im vergangenen November anlässlich des Investorentags in Aussicht gestellt. Man habe das beste Ergebnis seit Bestehen des Unternehmens erzielt und sei mit der Wachstumsstrategie 2020 auf Erfolgskurs, hiess es.

ys/cp

(AWP)