Aktien Schweiz Schluss: Kaum verändert in ruhigem Geschäft - ABB gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag kaum verändert geschlossen. Händler sprachen von einem zu weiten Teilen ruhigen bis sehr ruhigen Geschäft ohne echte Impulse. Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex konnte die Marke von 9000 Punkten damit problemlos verteidigen. Etwas gedämpft worden sei die Risikofreude der Investoren vom politischen Gezerre um US-Präsident Donald Trump einerseits und vom Handelsdisput zwischen den USA und China andererseits, hiess es im Handel.
23.08.2018 18:15

Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed hatte am Vorabend derweil die Erwartung bestätigt, wonach bald mit einer weiteren Zinserhöhung in den USA zu rechnen ist. In den Fokus war zudem bereits das Treffen der Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole vom Wochenende gerückt, zumal der US-Präsident sich kürzlich kritisch bezüglich der aktuellen Fed-Politik geäussert hatte. Diverse US-Makrodaten konnten dem Markt ebenfalls keine Impulse in die eine oder andere Richtung verleihen.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann zum Handelsschluss 0,02 Prozent auf 9'049,72 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) avancierte um 0,04 Prozent auf 1'477,55 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um +0,11 Prozent auf 10'804,15 Zähler. Bei den 30 Bluechips schlossen 17 Titel im Plus, einer unverändert und zwölf im Minus.

Wichtige Unternehmensnews aus dem Blue-Chips-Bereich gab es kaum, entsprechend hielten sich auch die Kursbewegungen in Grenzen. Etwas Nervosität - verbunden mit deutlich anziehenden Kursen - kam gegen Handelsschluss allerdings bei ABB (+1,7%) auf. Auslöser war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach sich der schweizerisch-schwedische Industriekonzern nun doch vom Geschäftsbereich Power Grids trennen könnte.

Das Unternehmen würde damit den Forderungen des Grossaktionärs Cevian Capital nachkommen. In Analystenkreisen gehen die Meinungen allerdings auseinander, ob und in was für einem Ausmass sich mit einem Verkauf von Power Grids überhaupt Aktionärswerte schaffen liessen.

Die grössten Gewinner bei den Standardwerten neben ABB hiessen - ohne fundamentale News dazu - Givaudan, Richemont und Clariant mit je +0,7 Prozent, auf der Verliererseite waren am Ende UBS (-0,7%), Aryzta (-0,6%) und Lonza (-5%) zuoberst zu finden.

Die SMI-Schwergewichte notierten derweil uneinheitlich mit Nestlé (+0,2%) an der Spitze, vor Roche (unv.) und Novartis (-0,5%). Letzterer Pharmakonzern hatte am Morgen über einen Studienerfolg mit dem Wirkstoffkandidaten Alpelisib bei der Behandlung einer bestimmten Form von Brustkrebs berichtet, was dem Titel aber offensichtlich keine Impulse verlieh.

Im breiten Markt gab es aufgrund der anhaltenden Berichtssaison etwas mehr News. Sunrise (+7,3%) zogen nach Halbjahreszahlen markant an. Der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen und erhöhte auch die Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahrt. Sunrise habe "starke" oder "sehr solide" Quartalsresultate veröffentlicht, war denn auch der Tenor in Marktkreisen.

Auch Von Roll (+8,0%) schossen nach oben und setzten damit den starken Trend seit Wochenbeginn fort. Gestützt wurde Kurs von der Meldung über einen neuen Grossauftrag des französischen Autoherstellers Renault im Bereich Elektroautos. Es gehe um ein Vertragsvolumen im zweistelligen Millionenbereich, hiess es bei Von Roll. Gar noch etwas besser schnitten Perrot Duval (+16%) ab, dies trotz keineswegs berauschenden Zahlen.

Klare Verluste gab es dafür u.a. bei GAM (-4,8%). Die Aktien hätten unter einem Artikel in der britischen "Financial Times" zum Thema überschätzte Anlagestrategien gelitten. Dabei sei auch der Name des Zürcher Vermögensverwalters gefallen, hiess es. Die Titel des Nahrungsmittel-Herstellers Orior (-3,1%), die am Vortag nach Zahlen deutlich zugelegt hatten, mussten diese Gewinne trotz positiver Analystenkommentare mehrheitlich wieder Preis geben.

uh/mk

(AWP)