Aktien Schweiz Schluss: Kaum verändert in dünnem Handel - Big Banks unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den vorletzen Handelstag des Jahres - wie bereits in den Tagen zuvor - mehr oder weniger stabil beendet. Die Feiertage und Ferienzeit liessen die weltweiten Aktienmärkte weiterhin in einer der engsten Handelsspannen seit den 70er Jahren verharren, so ein Marktbeobachter. Seit dem grossen Verfall, dem sogenannten Hexensabbat, sei die Volatilität nahezu zum Stillstand gekommen. Auch die US-Börsen an der New Yorker Wall Street tendierten beim hiesigen Schluss wenig verändert. Wie hierzulande fehlten richtungweisende Impulse, und die Handelsumsätze waren zugleich recht dünn.
29.12.2016 18:15

Die Blicke richten sich bereits auf das neue Börsenjahr 2017. Eine Frage in den kommenden Wochen sei etwa, welche Taten der designierte US-Präsident Donald Trump seinen Worten folgen lassen werde, hiess es am Markt. Es stehe ein interessanter Januar bevor - mit einer Art Wettkampf zwischen Zweiflern und Optimisten. Weiteres Thema bleiben die Ölpreise, bei denen sich das Comeback im zu Ende gehenden Jahr mit den Förderkürzungen seitens der OPEC laut Experten auch im neuen Jahr fortsetzen könnte. Die US-Rohöl-Lagerbestände sind in der vergangenen Woche allerdings überraschend gestiegen, wie kurz vor Handelsschluss in Europa bekannt wurde.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,07% tiefer bei 8'251,13 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,26% auf 1'301,74 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 8'992,19 Punkte.

Auf Jahressicht liegt das SMI-Minus vor dem letzten Handelstag 2016 bei 6,4%. Ohne Dividendenabschlag stünde der Leitindex allerdings bei 15'796 Punkten und damit lediglich 3% tiefer als der entsprechende Stand Ende 2015. Der SPI hält sich dagegen mit -1,1% im Jahresverlauf fast stabil.

Von den 30 wichtigsten Titeln am Schweizer Markt gingen am Donnerstag 17 im Minus, elf im Plus und zwei unverändert aus dem Handel. Mit Abstand grösste Verlierer waren Credit Suisse (-3,4%), aber auch UBS (-1,2%) gaben am Schluss klar ab. Händler verwiesen unter anderem auf einen Bericht des "Wall Street Journal" vom Vortag, wonach die US-Wertpapieraufsicht SEC gegen die CS wegen umstrittener Kredite an das südostafrikanische Land Mosambik eine Untersuchung eingeleitet habe.

Auch gebe es bei der Grossbank weiterhin Unsicherheiten bezüglich möglicher weiterer Strafzahlungen und Bussen in diversen Ländern, heisst es am Donnerstag im Handel. Zudem hielten sich am Markt Befürchtungen, die Dividende könnte für 2016 gekürzt werden. Nach dem guten Lauf in den vergangenen Monaten komme es ausserdem europaweit zu Gewinnmitnahmen bei den Bankwerten, fügte eine weitere Stimme an.

Verluste verbuchten hierzulande zudem Julius Bär (-0,6%) sowie weitere Finanztitel wie Bâloise (-0,6%), Swiss Re (-0,4%), Swiss Life (-0,3%) und Zurich (-0,2%). Auch Zykliker wie ABB (-0,8%) und Syngenta (-0,7%) gaben deutlicher ab.

Gefragt waren hingegen defensive Werte: Insbesondere die Schwergewichte Roche (+0,4%), Novartis und Nestlé (je +0,3%) unterstützten den SMI. Zudem legten noch Aryzta (+0,8%), Givaudan (+0,5%) und Schindler PS (+0,4%) zu.

Kurz vor Handelsschluss stiegen darüber hinaus Actelion (unv.) auf ein Tageshoch bei 226,50 CHF (+1,6%). Das Biotechunternehmen könnte vom US-Konzern Johnson&Johnson (J&J) bei einer Übernahme aufgespalten werden, schrieb Reuters. Verhandelt werde die Trennung der kommerziellen Aktivitäten von der Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline (F&E). Die Rede ist von einem Barangebot in der Höhe von 260 USD pro Actelion-Aktie - etwas mehr, als J&J Mitte Dezember geboten haben soll.

Am breiten Markt waren grösste Verlierer unter anderem Cicor (-4,9%), Zehnder (-3,6%) und Looser (-3,5%). Gewinner des Tages waren dagegen Zwahlen&Mayr (+6,3%), Schlatter (+4,6%) und Molecular Partners (+4,5%).

DKSH (+0,3%) profitierten derweil allenfalls leicht von einem neuen Auftrag in Thailand. Für Orior (+0,6% auf 75,45 CHF) erhöhte Baader Helvea zudem das Kursziel auf 77 CHF von zuvor 71 CHF. Das Rating bleibt Hold.

ys/uh

(AWP)