Aktien Schweiz Schluss: Klar erholt - CS von Bericht um Kapitalerhöhung belastet

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag zugelegt und damit einen Teil der Abgaben der letzten zwei Tage wieder aufgeholt. Nach einem weitgehend richtungslosen Vormittagshandel zogen am Nachmittag freundliche US-Märkte auch die hiesigen Indizes klar ins Plus. Die Stimmung am Aktienmarkt sei trotz der "Mini-Korrektur" der letzten Tage gut, meinte ein Händler in Zürich. So blieben die Konjunkturaussichten positiv, was den Gewinnerwartungen der Unternehmen helfe.
23.03.2017 18:15

Die seit der US-Wahl beobachtete Euphorie der Märkte ebbe aber ab, so ein weiterer Marktteilnehmer. Die Aufmerksamkeit der Investoren ging am Donnerstag zum US-Kongress, wo am Berichtstag die Reform von "Obamacare" durch die Regierung Trump behandelt wurde. Diese gelte als eine erste Prüfung für den neuen US-Präsidenten, hiess es. Denn aus dem Ausgang würden Rückschlüsse auf "wirtschaftlich viel wichtigere Projekte" wie die angekündigte Steuerreform oder das Infrastrukturprogramm gezogen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,71% im Plus auf 8'628,64 Punkten und damit auf dem Tageshoch. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte 0,63% auf 1'366,69 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,78% auf 9'574,36 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 26 im Plus und nur vier im Minus.

Die klarsten Avancen unter den Bluechips verzeichneten die Uhrenwerte Swatch (+2,4%) und Richemont (+1,7%), die im Rahmen der nun gestarteten Uhren- und Schmuckmesse Baselworld im Rampenlicht standen. Bereits am Vortag hatte sich der Präsident des Schweizerischen Uhrenverbands (FH), Jean-Daniel Pasche, optimistisch geäussert und der Branche eine Rückkehr zum Wachstum im laufenden Jahr prognostiziert.

Klar zulegen konnten auch Galenica (+1,3%), die damit einen Teil der Verluste der letzten Tage wieder gutmachten. Ebenfalls deutlich Kursavancen gab es für eine Reihe von Zyklikern wie Schindler (+1,8%), ABB oder LafargeHolcim ( je+1,4%).

Deutlich im Plus schlossen die Aktien des Versicherers Bâloise (+1,3%), der am Donnerstag die Jahreszahlen publizierte und dabei die Erwartungen der Experten übertreffen konnte. Insbesondere die Leben-Sparte habe ein besser als erwartet ausgefallenes operatives Ergebnis erzielt, was unter dem Strich auch zu einem überraschend hohen Reingewinn geführt habe, hiess es etwa in einem Kommentar der ZKB.

Gestützt wurden die Indizes zudem von den festen Novartis und Roche (je +1,0%). Die Novartis-Tochter Alcon hatte am Donnerstag die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für neuartige Kontaktlinsen mitgeteilt. Diese können sowohl die Sicht in die Ferne, als auch Alterssichtigkeit korrigieren. Am Vortag hatten die Papiere noch unter enttäuschenden Studiendaten des Medikaments Serelaxin gelitten. Auch schwergewichtigen Nestlé (+0,6%) legten zu.

Während UBS (+0,5%) freundlich schlossen, geriet der Kurs der CS-Aktie (-2,0%) ab dem Nachmittag deutlich unter Druck. Belastet wurde der Bankentitel von Agenturberichten, wonach die CS eine Kapitalerhöhung von "mindestens 3 Mrd CHF" erwäge. Das Kapital könnte über einen beschleunigten Aktienverkauf an institutionelle Anleger beschafft werden, hiess es unter Berufung auf Insider. Im Gegenzug wäre der angekündigte Teil-Börsengang der Schweizer Einheit nicht mehr notwendig.

Im breiten Markt profitierten Emmi (+4,5%) von Kurszielerhöhungen durch Analysten nach den am Vortag präsentierten Jahreszahlen 2016. Die Immobiliengesellschaft Warteck (+0,3%) erzielte 2016 das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende erhalten. Dagegen gaben Metall Zug (-1,4%) nach, obwohl die publizierten Jahresergebnisse 2016 über den Erwartungen ausfielen.

Mit Abschlägen wurden die Nachrichten der Bank Coop (-2,6%) aufgenommen, wonach die Coop-Gruppe ihren Anteil an die Mehrheitseignerin BKB (Titel +0,6%) verkauft und das Institut in "Bank Cler" umbenannt wird.

tp/ra

(AWP)