Aktien Schweiz Schluss: Kleines Minus - Zurückhaltung vor Feiertag

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut etwas nachgegeben. Die Märkte bewegen sich in diesen Tagen eher seitwärts, lautete ein Kommentar am Markt. Händler sprachen vor dem Feiertag am Donnerstag von einem eher lustlosen Handel zur Wochenmitte, was sich hierzulande auch am Volumen zeigte. Die Herabstufung Chinas durch die Ratingagentur Moody's sorgte indes für keine grosse Überraschung und die Marktreaktion fiel milde aus.
24.05.2017 18:15

In einem insgesamt eher nachrichtenarmen Umfeld warteten die meisten Marktteilnehmer auf das für nach Börsenschluss anstehende Sitzungsprotokoll der US-Notenbank, von dem sich die Anleger Hinweise auf die weitere Geldpolitik der amerikanischen Währungshüter erhoffen. Zuvor, am Nachmittag, sprach noch Mario Draghi an einem Anlass in Madrid. Der EZB-Chef sieht offenbar derzeit keinen Grund für Änderungen an der Strategie für die Eurozone: Die EZB will bei einem möglichen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik weiterhin zuerst die Anleihekäufe beenden.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,29% tiefer bei 9'035,09 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,24% auf 1'425,00 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,20% auf 10'268,81. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 15 im Minus aus dem Handel, 13 im Plus und zwei unverändert.

Grösste Verlierer waren Adecco (-3,7%) nach einer Ratingabstufung. Die Experten der Credit Suisse senkten das Votum für die Aktien des Arbeitsvermittlers gleich um zwei Stufen auf "Underperform" von zuvor "Outperform". Die negativen Auswirkungen der Automatisierung würden unterschätzt, hiess es. Und auch die demographische Entwicklung sei für Personalvermittler unvorteilhaft.

Weiter abwärts ging es zudem für Aryzta (-1,7%) und Dufry (-1,0%). Beide Titel hatten bereits am Vortag überdurchschnittlich stark verloren. Für Dufry nahm die UBS am Mittwoch ihre Kaufempfehlung zurück und senkte das Rating aus Bewertungsgründen auf "Neutral". Nach dem Kursanstieg der Aktie um rund 30% seit Januar gebe es nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial, so die Begründung. Der Reisedetailhändler sei in einem herausfordernden Markt jedoch weiterhin am besten positioniert.

Stärker verloren zudem noch die Luxusgütertitel Swatch (-1,2%), während Richemont (-0,3%) moderat abgaben. Der Luxusjuwelier Tiffany vermeldete am Mittwoch einen überraschenden Umsatzrückgang im ersten Quartal. Neben schwindender Kaufbereitschaft der Touristen macht dem US-Unternehmen auch der heimische Markt zu schaffen.

Clariant (-0,4%) waren indes am Ende nicht mehr ganz so stark unter Druck wie zu Handelsbeginn. Die Kursgewinne, die der Spezialchemiekonzern bei Bekanntgabe der Fusion mit dem US-Unternehmen Huntsman Anfang der Woche gemacht hatte, sind mittlerweile dennoch kräftig abgeschmolzen.

Analysten warfen zuletzt die Frage auf, ob sich Clariant mit diesem Schritt vor einer feindlichen Übernahme schützen wolle. Die geschäftlichen Berührungspunkte seien für einen Merger jedenfalls eher gering, heisst es vielerorts. Derweil sagte CEO Hariolf Kottmann im Interview mit FuW, er rechne nicht mit einem Gegenangebot.

Hauptverantwortlich für die Kursverluste im SMI waren die schwergewichtigen Nestlé (-0,6%). Die Pharmawerte Novartis (+0,1%) und Roche (-0,3%) konnten da nicht gegenhalten.

Die Grossbankenwerte tendierten uneinheitlich: UBS (-1,4%) verloren kräftig, während CS (+0,9%) nach dem Minus vom Vortag (-4%) Boden gut machten. Im Zuge der angelaufenen Kapitalerhöhung waren die Titel der kleineren Schweizer Grossbank am Dienstag erstmals ohne Bezugsrecht gehandelt worden.

Unter den Gewinnern fanden sich - neben Novartis und CS - unterdessen noch Partners Group (+1,2%), Sika (+1,0%) und Lindt&Sprüngli (+0,7%).

Am breiten Markt stachen die Aktien von Ypsomed (-9,9%) nach Zahlen und einem als enttäuschend eingestuften Ausblick negativ hervor. Der Titel war die Wochen zuvor noch gut gelaufen und hatte am Vortag ein Mehrjahreshoch erklommen. Deutlich zulegen konnten dagegen Lifewatch (+5,6%), nachdem die US-Gesellschaft Biotelemetry die Übernahmeofferte etwas nachgebessert hat.

ys/ra

(AWP)