Aktien Schweiz Schluss: Knappes Minus nach impulsarmen Geschäft

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag in einem impulsarmen Geschäft leicht nachgegeben. Nach wenig inspirierenden Vorgaben aus Übersee und einem Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das insgesamt keine neuen Erkenntnisse brachte, war der Leitindex SMI zunächst kaum verändert gestartet. Und auch während des Handels blieb frischer Wind aus. An der Wall Street wurden zwar neue Rekordmarken erreicht, Impulse für den hiesigen Handel brachte dies gleichwohl nicht. Hierzulande standen nach Jahreszahlen Swiss Re im Fokus.
23.02.2017 18:14

Es sei ein uninspiriertes, teilweise zähes Geschäft gewesen, hiess es im Handel. Allerdings sei es nach der Aufwärtsbewegung an der Börse während der vergangenen Tage auch nicht zu grösseren Gewinnmitnahmen gekommen. Da die Berichtssaison mehr oder weniger durch sei, würden viele Anleger nun bereits den US-Zinsentscheid von Mitte März im Visier haben. Das Motto laute daher Abwarten.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 0,19% tiefer bei 8'569,36 Punkten und bewegte sich den gesamten Tag in einer engen Bandbreite von knapp 30 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste 0,31% auf 1'357,62 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,16% auf 9'385,30. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 18 im Minus, neun im Plus und drei unverändert.

Im Rampenlicht standen Swiss Re, die mit Abgaben von 1,6% auch die Tagesverlier bei den Blue Chips waren. Der Rückversicherer konnte - anders als in den ersten neun Monaten 2016 - die Gewinnerwartungen im Schlussquartal nicht erfüllen. Insbesondere im Grosskundengeschäft hat der Konzern enttäuscht. Eine kräftige Dividendenerhöhung und die geplanten Aktienrückkäufe wurden an der Börse zwar begrüsst, trösteten jedoch nicht über die Gewinnenttäuschung hinweg.

Weitere Finanztitel standen unter Druck: CS büssten 0,8% ein, UBS 0,5% und Bâloise 0,4%.

Grössere Abgaben erlitten auch einige Zykliker wie LafargeHolcim und Richemont (je -1,1%) sowie Dufry (-0,8%). Auch Actelion fielen mit -0,9% etwas deutlicher zurück. Für die Aktie des Basler Biopharmaunternehmens liegt allerdings bekanntlich eine Übernahmeofferte des US-Konzerns Johnson&Johnson vor.

Vor allem aber die schwergewichtigen Roche-Valoren waren mit Abgaben von 0,5% eine relative grosse Belastung für den Aktienmarkt. Der Pharmakonzern musste am Morgen einen Todesfall in einer klinischen Studie mit seinem Hoffnungsträger Emicizumab vermelden.

News gab es auch vom Branchennachbar Novartis: Für dessen Medikament Zykadia hat die US-Gesundheitsbehörde FDA für eine bestimmte Form von Lungenkrebs ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erteilt. Weil dem Präparat in der Indikation von Analysten aber kein Blockbusterpotenzial beigemessen wird, reagierten die Papiere der Basler mit -0,3% kaum darauf.

Bei den Gewinnern hatten Galenica (+1,3%) nachrichtenlos den besten Lauf. Nachgefragt wurden auch die beiden Zykliker Kühne+Nagel (+0,7%) und Aryzta (+0,8%). Die Aktie des schweizerisch-irischen Backwarenkonzerns ist aufgrund einer heftigen Gewinnwarnung seit Jahresbeginn allerdings stark zurückgefallen, zeigte zuletzt wiederum nach einem Köpferollen im Management eine Erholungstendenz. Die schwerkapitalisierte Aktie des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+0,7%) war eine grosse Stütze.

Die Aktie des Bauchemie- und Klebstoffherstellers Sika legte am Tag vor der Zahlenpublikation um 0,3% zu. Bereits im Januar hatte der Konzern die Umsatzzahlen publiziert und dabei schon relativ konkrete Angaben zur Gewinnentwicklung gemacht. Im Fokus stehen am Freitag daher Aussagen zum aktuellen Geschäftsgang zum Start des neuen Jahres, nachdem das Schlussquartal 2017 eine kleine Wachstumsdelle gesehen hat.

Im breiten Markt war die Berichtssaison mit voller Fahrt unterwegs. Mit Jahreszahlen aufgewartet haben - in alphabetischer Reihenfolge - der IT-Logistiker Also (Aktie +0,2%), die Basler Kantonalbank (+2,0%), der Fleischverarbeiter Bell (-7,7%), die auf Konsumkredite spezialisierte Cembra Money Bank (+5,2%) sowie der Baukonzern Implenia (-2,5%).

Auffällig zeigten sich KTM, die um 10,4% auf 5,15 CHF nachgaben. Bei dem österreichischen Motorradhersteller hat Hauptaktionär Stefan Pierer seinen Anteil gesenkt und 12,1% des Kapitals bei qualifizierten Anlegern platziert. Die Aktien wurden zu einem Preis von 4,90 CHF je Aktie untergebracht.

cp/cf

(AWP)