Aktien Schweiz Schluss: Kursabgaben im Finanzsektor setzen SMI unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag in einem an Impulsen armen Geschäft mit leichten Abgaben in das zweite Quartal gestartet. Nachdem die Kursavancen der Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche den Leitindex SMI zunächst in die Nähe der 8'700-Punkte-Marke gerückt hatten, liessen Gewinnmitnahmen aus dem Finanzsektor sowie enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten den SMI wieder zurückfallen. Die Anleger neigten nach dem starken ersten Quartal und mit Blick auf die politischen Unsicherheiten momentan eher zur Vorsicht, hiess es in Händlerkreisen. Dies zeigte sich auch an der Wall Street, die den Rekordlauf vorerst nicht fortsetzen kann.
03.04.2017 18:15

Zu Wochenbeginn rückten an der Börse Konjunkturdaten in den Fokus. Hierzulande äusserten sich etwa die Einkaufsmanager optimistischer als bis anhin zur Wirtschaftslage und im Euroraum kletterten die Angaben zur Industriestimmung auf ein Sechsjahreshoch. Den Ausschlag gaben am Nachmittag aber neue Daten zur US-Industriestimmung, die sich von einem hohen Niveau aus etwas eingetrübt haben. Am Mittwoch werde das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank zeigen, für wie robust die Fed die Wirtschaft hält, meinten Händler. Ausserdem warte man mit Spannung auf das Ende Woche anstehende Treffen von Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.

Bis Börsenschluss gab der Swiss Market Index (SMI) um 0,29% auf 8'633,86 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fiel um 0,43% auf 1'370,70 Punkte zurück und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor um 0,23% auf 9'615,91 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln lagen am Ende 22 im Minus, sechs im Plus und zwei (Novartis, SGS) schlossen unverändert.

Die Verlierer im Blue-Chips-Segment wurden am Montag von Finanzaktien angeführt. Insbesondere in den Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (-2,0%) und UBS (-1,4%) wurden Gewinne mitgenommen. Hier meinte ein Händler, dass der Nachrichtenfluss zur Credit Suisse vom vergangenen Freitag nach wie vor für Unsicherheit sorge. Nach den Razzien in mehreren Ländern bemüht sich die CS mit einer breit angelegten Inseratekampagne in verschiedenen internationalen Zeitungen um Schadensbegrenzung.

Die Aktien der Zurich Insurance Group (-1,9%) oder des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,0%) konnten sich dem im Finanzsektor vorherrschenden Abwärtstrend nicht entziehen. Und im Handelsverlauf gerieten auch die Chemiewerte Givaudan (-0,7%) und Lonza (-0,8%) sowie Zykliker wie ABB (-0,6%) oder Kühne+Nagel (-0,7%) stärker unter Druck.

Novartis (unv.) und Roche (+0,2%) gaben dem Gesamtmarkt derweil etwas Halt. Novartis hatte am Morgen für eine Kombinations-Therapie die EU-Zulassung zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs erhalten. Roche wiederum konnte mit Phase-III-Studiendaten ebenfalls in der Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs punkten.

Galenica (Aktie: -0,4%) machte mit News zum geplanten Börsengang der Apotheken- und Logistiksparte Galenica Santé von sich reden. Das IPO findet offenbar Anklang und die Preisspanne wurde neu in der Bandbreite von 37 CHF bis 39 CHF festgesetzt, nachdem das untere Ende der Spanne zunächst bei 31 CHF gelegen hatte. Zudem wird das Platzierungsvolumen erhöht. Kritisch wird am Markt aber nach wie vor die Übernahme des US-Biotechunternehmens Relypsa kommentiert.

Im breiten Markt reagierten Investoren bei Schmolz+Bickenbach (+6,5%) sichtlich erleichtert auf eine positive Gewinnwarnung. Evolva (+1,5%) einigte sich mit dem US-Partner Cargill auf eine langfristige Vereinbarung und legte an der Börse zu. Und VAT (+5,4%) wurden von einer Kurszielerhöhung durch JP Morgan beflügelt.

Das Gegenstück bildeten unter anderem die Aktien von Highlight Event and Entertainment (-5,1%), die eine Kapitalerhöhung plant. In deren Rahmen soll das Aktienkapital um den Faktor vier steigen.

mk/cp

(AWP)