Aktien Schweiz Schluss: Leicht im Plus - Nervosität bleibt hoch

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut leicht im Plus geschlossen. Bei einer insgesamt zurückhaltenden Stimmung hielten hierzulande vor allem die defensiven Schwergewichte Nestlé und Roche die Indizes im Plus. Ein Marktbeobachter sprach von Nervosität unter den Marktakteuren. Während die Märkte weltweit bereits hoch bewertet seien, sorgten die aktuellen politischen Spannungen wie der Syrienkonflikt und der Konflikt um Nordkorea für Verunsicherung. Der Schweizer Volatilitätsindex VSMI blieb in der Folge auf einem hohen Niveau.
12.04.2017 18:15

Bei den näher rückenden Wahlen in Frankreich sorgte zudem die steigende Popularität des Linksaussen-Kandidaten Jean-Luc Mélenchon für Diskussionen: Erste Kommentatoren befassten sich bereits mit dem Szenario einer Stichwahl zwischen dem "Linkspopulisten" Mélenchon und der "Rechtspopulistin" Marine Le Pen. Neue Konjunkturdaten aus Europa und den USA lieferten dagegen nur schwache Impulse.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,26% höher auf 8'663,77 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 0,24% auf 1'380,46 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,36% auf 9'735,41 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 20 im Plus und zehn im Minus.

Klare Avancen gab es für die Syngenta-Aktien (+2,2% auf 460,70 CHF), nachdem auch die chinesischen Behörden der Übernahme von Syngenta durch ChemChina zustimmten. Ausstehend ist damit nur noch die wettbewerbsrechtliche Genehmigung durch Indien. Die Syngenta-Titel notierten zeitweise bei dem von ChemChina gebotenen Übernahmepreis von 465 USD je Titel, allerdings haben die Aktionäre ausserdem noch ein Anrecht auf eine Sonderdividende von 5 CHF.

Deutlich fester gingen aber auch eine Reihe von zyklischen Titeln wie Dufry (+2,3%), Lonza (+1,6%) oder Adecco (+1,3%) aus dem Handel. Auch Sika (+1,3%) schlossen höher, nachdem sie am Vortag wegen der Generalversammlung noch streckenweise vom Handel ausgesetzt waren. Die Analysten konzentrieren sich am Mittwoch vor allem auf die Zahlen des Baustoffkonzerns zum ersten Quartal, die positiv kommentiert werden.

Zulegen konnten auch Kühne+Nagel (+1,7%). Der Logistikkonzern gab eine Vereinbarung mit der chinesischen Internet-Plattform Alibaba im Bereich E-Commerce bekannt. Unterstützung für die Aktie bot aber wohl vor allem eine Ratinganhebung durch Baader Helvea auf "Buy" von bisher "Hold".

Gestützt wurden die Indizes vor allem von den starken Nestlé (+1,1%), deren Kurs damit nach dem Dividendenabgang vom Wochenbeginn weiter aufholen kann. Bei den grosskapitalisierten Pharmawerten konnten Roche (+0,2%) zulegen, während Novartis (-0,3%) schwächer schlossen.

Abgaben erlitten auch Versicherungswerte wie Swiss Re (-0,2%) und Zurich (-0,3%), aber auch die Grossbankentitel CS (-0,6%) und UBS (-1,0%). Für die CS-Aktien passten die Analysten der UBS und von Kepler Cheuvreux ihre Kursziele an, blieben aber bei der Kaufempfehlung. Einem Börsengang der Schweizer CS-Tochter attestierte der UBS-Experte eine verringerte Wahrscheinlichkeit, dagegen könnte es zu einer Kapitalerhöhung kommen. Für die Kepler-Analysten wäre ein solches Szenario allerdings "keine Katastrophe".

Am breiten Markt schlossen die Titel des Schokolade-Produzenten Barry Callebaut (-0,7%) nach der Vorlage von Halbjahreszahlen im Minus. Die Volumen- und Gewinnzahlen wurden am Markt insgesamt als solid bezeichnet, für etwas Enttäuschung sorgte der freie Cashflow. Der Baukonzern Implenia (+0,6%) meldete in Schweden einen Auftrag für ein Bahn-Infrastrukturprojekt in Stockholm im Volumen von 100 Mio CHF.

Molecular Partners (+8,8%) zählte nach dem am Vortag bekanntgewordenen Einstieg des Investors Hansjörg Wyss erneut zu den starken Gewinnern. Die Titel des Industrieunternehmens Von Roll (+19%) setzten den rasanten Kursanstieg im Nachgang der am Vortag vermeldeten positiven Quartalszahlen auch am Mittwoch fort.

tp/rw

(AWP)