Aktien Schweiz Schluss: Leicht tiefer nach volatiler Sitzung - Richemont schwach

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit tieferen Kursen beendet. Nach schwachen Start und volatilen Verlauf wurden die Verluste am Nachmittag allerdings noch abgebaut und der SMI ging schliesslich mit einem moderaten Minus ins Wochenende. Nach den starken Vortagen und den massiven Avancen der Vorwoche, sei eine Konsolidierung angesagt gewesen, hiess es dazu am Markt. Auf die Woche gesehen ging es dennoch nach oben. Etwas belastet wurde die Stimmung am Freitag von schwachen Konjunkturdaten aus China. Bei den Einzelaktien wurden Richemont nach schwachen Zahlen abgestraft.
09.11.2018 18:06

In der nun beendeten Woche standen aber die Märkte in erster Linie unter dem Eindruck der Zwischenwahlen in den USA. Da diese keine grossen Überraschungen gebracht haben, hinterliessen sie an den Aktienmärkten auch kaum Spuren, oder wenn, dann eher positive. Vom Tisch ist ebenso die vorletzte Sitzung der amerikanischen Notenbank im laufenden Jahr. Diese hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen und signalisiert den Märkten unverändert eine weitere Zinserhöhung im Dezember.

Der Schweizer Leitindex SMI büsste zum Schluss 0,23 Prozent auf 9'074,03 Punkte ein. Im Vergleich zum vergangenen Freitag ergab sich trotzdem ein Plus von 0,9 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,60 Prozent auf 1'419,65 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17 Prozent auf 10'677,08 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen rund zwei Drittel tiefer.

Mit einem Minus von 6,4 Prozent wurden die Aktien von Richemont im Anschluss an schwache Halbjahreszahlen arg zerzaust. Trotz einer nach wie vor guten Performance im Schmuckgeschäft verfehlte der Genfer Konzern die Vorgaben der Analysten bei Umsatz und Betriebsergebnis. Die Margenverwässerung im Zusammenhang mit dem Ausbau des Onlinevertriebs durch die Zukäufe von Yoox-Net-a-Porter und Watchfinder war offenbar grösser als erwartet. Im Sog von Richemont fielen auch Swatch (-5,1%) markant zurück. Zusätzlich wurden die beiden Titel auch von Konjunkturnachrichten aus China belastet.

Stärker unter Druck standen auch UBS (-2,7%). Die Aktien litten darunter, dass der Grossbank nun gleich in zwei Ländern hohe Bussen drohen. So hat die französische Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend im Prozess in Paris eine Strafzahlung von 3,7 Milliarden Euro gefordert, nebst der bereits bestehenden Forderung über 1,6 Milliarden Euro. In der Nacht auf Freitag gab das US-Justizministerium bekannt, dass es gegen die UBS eine Klage wegen angeblich fauler Hypothekengeschäfte vor der US-Immobilienkrise einreicht hat, was die UBS allerdings bereits einen Tag zuvor angekündigt hatte.

In Marktkreisen hiess es dazu, dass es zu Umschichtungen innerhalb der hiesigen Bankaktien gekommen sei, allerdings äusserte sich das weder bei CS (-0,9%) noch bei Julius Bär (-1,9%) in höheren Kursen. Überdurchschnittlich Abgaben verzeichneten darüber hinaus Techwerte wie AMS (-2,8%) und Temenos (-2,2%) oder auch konjunktursensitive Aktien wie Dufry (-3,0%) oder ABB (-1,4%).

Auf der Gegenseite legten Swiss Life (+1,4%) am meisten zu. Dass der Gesamtmarkt nicht deutlicher zurückfiel war allerdings vor allem den Schwergewichten Roche (+0,9%) und Nestlé (+0,5%) auf den folgenden Plätzen zu verdanken. Auch Novartis (+0,4%) gehörten zu der kleineren Gruppe der Gewinner.

Im breiten Markt wurden insbesondere einige der Industrieaktien von den trüben Konjunkturdaten aus China gebremst. So gaben etwa Bobst (-6,4%) und Autoneum (-4,8%) sehr deutlich nach. Autoneum ist als reiner Automobilzulieferer besonders empfindlich auf negative Nachrichten aus dem Sektor. Und gemäss den neuesten Zahlen des Pkw-Verbands PCA hat in China der Abwärtstrend auf dem Automobilmarkt im Oktober weiter angehalten.

Dazu fielen Kuros Biosciences (-14%) erneut mit starken Abgaben auf. Am Donnerstag hatte das Biotechunternehmen eine Kapitalerhöhung bekannt gegeben, worauf die Aktie bereits um über 17 Prozent nach unten rauschte. Abwärts ging es auch für Orior (-2,6%), nachdem die Ernst Göhner Stiftung ihre Beteiligung von über 10 Prozent am Nahrungsmittelkonzern abgestossen hat.

cf/uh

(AWP)