Aktien Schweiz Schluss: Leichterer Wochenstart - Banken und Ölpreis belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit leichten Abgaben beschlossen. Nach einem noch freundlichen Start rutschte der Leitindex SMI angesichts erneuter China-Sorgen und einem schwachen Ölpreis nach dem Mittag ins negative Terrain. Mässige US-Daten sorgten am Nachmittag dann für eine weitere Stimmungseintrübung. Insbesondere Banken und Versicherungen belasteten den SMI. Julius Bär standen nach durchzogenem Jahresergebnis unter Druck und auch eine Reihe von Zyklikern tendierten schwächer.
01.02.2016 18:15

In China hat sich gemäss dem Einkaufsmanagerindex PMI die schlechte Lage in der herstellenden Industrie auch im neuen Jahr nicht aufgehellt. Das Geschehen an den Aktienmärkten habe sich zwar in den vergangenen Tagen etwas beruhigt, die Lage bleibe aber weiterhin schwierig einzuschätzen, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Während die Daten zu den privaten US-Einkommen und Ausgaben die Märkte kaum bewegten und auch die schwächer als erwarteten Bauausgaben sowie die laut ISM-Index nur leichte Stimmungsaufhellung in der Industrie der Wall Street keinen Schwung verlieh, sorgte EZB-Präsident Mario Draghi kurz vor Handelsschluss für leichten Auftrieb. Draghi kündigte an, den geldpolitischen Kurs spätestens im März erneut zu prüfen.

Der Swiss Market Index (SMI) ging mit einem Minus von 0,11% auf 8'310,99 Punkten aus dem Handel (Tagestief 8'246 Punkte). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten schloss 0,28% tiefer auf 1'246,21 Zählern und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,07% niedriger auf 8'604,92 Punkten. Von den 30 SMI/SLI-Titeln gingen 17 im Minus, 12 im Plus und Novartis unverändert aus dem Handel.

Julius Bär gehörten nach Zahlen mit einem Minus von 2,7% zu den grössten Verlierern im SMI/SLI. In Kommentaren wird das Jahresergebnis als durchzogen bezeichnet. Während Betriebsertrag und bereinigter Konzerngewinn unter Ausklammerung der Rückstellungen im US-Steuerstreit unter den Konsensschätzungen ausfiel, übertrafen sowohl Konzerngewinn nach IFRS als auch die verwalteten Vermögen die Schätzungen, hiess es. Die Bruttomarge schwächte sich in der zweiten Jahreshälfte indes etwas deutlicher ab als erwartet. Begrüsst wurde die Dividendenerhöhung um 10% und das Ziel, in Zukunft 40% des Jahresgewinns an die Aktionäre zurückzuführen.

Auch die beiden Grossbanken CS (-2,6%) und UBS (-0,9%), die am Donnerstag beziehungsweise am Dienstag die Jahreszahlen vorlegen, verloren deutlich. Die CS hat zudem den Streit mit den US-Behörden über hauseigene Handelsplattformen beendet. Die Bank zahlt 84,3 Mio USD und entgeht damit einer Anklage wegen Unterschlagungen auf sogenannten "Dark Pools". Im Rahmen des Vergleichs wird die Bank die Vorwürfe weder einräumen noch zurückweisen. Weiter wurde bekannt, dass die Pensionskasse der CS ab 2017 die Leistungen kürzt. Auch die Assekuranzen Zurich (-0,6%) und Swiss Re (-0,7%) gaben ab, Bâloise (-0,2%) erholte sich im späten Handel etwas von den Tiefs.

Unter dem erneuten Verfall beim Ölpreis leiden Transocean (-3,8%) als schwächster SMI-Wert. Auffälligere Abgaben verzeichnen zudem LafargeHolcim (-1,8%), dies nach Spekulationen in der Wochenendpresse über einen möglichen baldigen Abgang von VR-Präsident Wolfgang Reitzle und einem Wechsel an die Spitze des Linde-Aufsichtsrats. Auch SGS (-1,3%), Adecco (-1,0%) und Clariant (-0,5%) zeigten sich schwächer.

Roche schlossen mit einem Plus von 0,2% im grünen Bereich. Im Nachgang zu den Zahlen von vergangener Woche haben jedoch weitere Institute ihre Kursziele für den Titel gesenkt, so etwa HSBC, SocGen, UBS oder Bernstein. Indes haben alle diese Institute die Einstufung "Buy" oder "Outperform" beibehalten.

Novartis (unv.) schaffte am Schluss noch den Sprung auf den Freitagsschluss. Hier hat die indische Sun Pharma die Lancierung eines Generikums zu Gleevec in den USA angekündigt. Nestlé gewannen 0,5% hinzu. Stärkste Blue-Chips waren Aryzta (+1,8%), gefolgt von Schindler (+1,5%), Sonova (+1,3%) und Actelion (+0,9%).

Im breiten Markt schlossen Peach Property nach Zahlen um 3,9% und LifeWatch um 2,4% an. Gurit ging ebenfalls nach Zahlen mit -0,1% aus dem Handel.

Jungfraubahn (-2,6%) gaben ab. Das Tourismus-Unternehmen hat die vollständigen Übernahme der Tochtergesellschaften Harderbahn und Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren angekündigt.

yr/mk

(AWP)