Aktien Schweiz Schluss: Mit Novartis und Roche zu neuem Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Berichtswoche mit einer freundlichen Tendenz abgeschlossen und damit das dritte Wochenplus in Folge eingefahren. Der Leitindex SMI erklomm dabei mit der Schlussauktion ein neues Jahreshoch. Der hiesige Börsenplatz profitierte dabei vor allem von den seit dem Mittag anziehenden Notierungen der grosskapitalisierten Pharmawerte.
12.05.2017 18:15

Auf der anderen Seite büssten Richemont nach Zahlen deutlich an Terrain ein. Abgesehen von Spezialsituationen fehle es derzeit aber an Impulsen, um die Investoren zu weiteren Aktienkäufen zu bewegen, so der Tenor im Handel. Andererseits gebe es auch keinen Grund, in grösserem Umfang Gewinne einzustreichen. Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA - sie sind leicht unter den Erwartungen ausgefallen - bewegten den Markt derweil kaum.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Freitag 0,65% höher bei 9'123,41 Punkten; im Wochenvergleich stand ein Plus von 1,2% zu Buche. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, rückte lediglich um 0,24% auf 1'442,09 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,67% auf 10'358,97 Zähler vor. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 21 im Plus, sieben im Minus und zwei unverändert.

Mit deutlichen Kursavancen fielen ab den Mittag die Pharmavaloren von Novartis (+2,5%) und Roche (+1,2%) auf, die damit das Kursplus des SMI im Alleingang schulterten. Händlern zufolge ging im Handel das (Freitags)-Gerücht rund um einen angeblich bevorstehenden Schulterschluss der beiden Basler Gesellschaften um - bei einer gleichzeitigen Abspaltung des Novartis-Sorgenkinds Alcon.

"Abstruse Geschichte", war von einzelnen Händlern dazu zu vernehmen. Wahrscheinlicher sei, dass die zuletzt gestiegene Bewertung der Roche-Bons Auswirkungen auf die Novartis-Aktien hatte, so ein Händler. Novartis hält bekanntlich ein bedeutendes Aktienpaket an Roche. Die Branchennachbarn Vifor Pharma zogen um 2,0% an.

Stark unter Druck standen hingegen Richemont, die nach Jahreszahlen 5,0% nachgaben. Der Luxusgüter-Konzern konnte die Erwartungen am Markt nicht ganz erfüllen. Ein neues Aktienrückkaufprogramm kam bei Analysten zwar gut an, wurde vom Umfang her aber als vernachlässigbar bezeichnet. Laut Händlern nahmen die Anleger Gewinne mit, nachdem die Aktien in den vergangenen Wochen gut gelaufen waren und am Vortag noch ein Jahreshoch erreicht hatten. Die Titel der Branchennachbarin Swatch gerieten in Sippenhaft und büssten 3,9% ein.

Gesucht waren zudem Sonova (+2,7%); der Hörgerätehersteller wird am kommenden Dienstag die Zahlen zum im März abgeschlossenen Geschäftsjahr vorlegen. Die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry verteuerten sich gar um 4,4%. Im April ist die chinesische HNA Gruppe mit einem Anteil von knapp 17% bei Dufry eingestiegen, was den Papieren seither Flügel verliehen hat.

Nennenswert waren noch Syngenta, die um 1,4% bzw. 6,70 CHF nachgaben. Für Abgabedruck sorgte hier die Auszahlung der Sonderdividende über 5 CHF am Berichtstag. Am kommenden Montag fallen Syngenta aus den SMI und werden durch Sika (-2,4%) ersetzt. Sika gehört in diesem Jahr zu den grossen Gewinnern unter den Blue Chips. Die eher defensiven Swisscom, die seit Jahresbeginn bislang klar hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben, rückten mit +1,4% etwas deutlicher vor.

Die Finanzwerte schlugen sich weniger gut, bei den Banken schlossen UBS unverändert und Credit Suisse gaben um 1,3% nach. Die Versicherer dagegen verzeichneten mehrheitlich Aufschläge im Bereich von 0,5 bis 0,8%.

Am breiten Markt schossen Dottikon ES um 7,1% in die Höhe und machten die am Vortag ohne erkennbaren Grund erlittenen Verluste wieder wett. Bei den Verlierern fielen Valartis (-5,1%) und Schlatter (-4,7%) nachrichtenlos am stärksten zurück.

Auch Cosmo (-2,1%) standen etwas deutlicher unter Druck, nachdem das Pharmaunternehmen bekanntgab, den Lizenzvertrag mit Valeant Pharmaceuticals beenden zu wollen. Die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP gaben nach Quartalszahlen um 0,1% nach.

ra/uh

(AWP)