Aktien Schweiz Schluss: Nach Auf und Ab wenig verändert - CS mit Kursgewinn

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mehrheitlich fester geschlossen. Nach einem festen Start gerieten die Kurse allerdings ins Rutschen, nachdem unerwartet schwache Konjunkturzahlen aus der Eurozone die Stimmung der Anleger getrübt und Konjunktursorgen geschürt hatten. Die neuesten Einkaufsmanagerindizes aus Europa zeigten ein desaströses Bild, hiess es. Zudem hatte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die BIP-Prognose für 2020 für die Schweiz nicht ganz unerwartet, aber stark auf -6,7 Prozent gesenkt.
23.04.2020 18:15

Mit Handelsbeginn an der Wall Street setzte sich wieder ein wieder ein festerer Trend durch, der zum Schluss aber wieder nachliess. Als Gründe für die Kursgewinne nannten Händler die US-Arbeitsmarktdaten. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung nahmen zwar um weitere 4,4 Millionen zu. Dies waren aber weniger als in der Woche davor und weniger als befürchtet. Dann aber setzten Gewinnmitnahmen ein. "Die Zahlen mögen weniger schlecht als erwartet sein, sie zeigen dennoch klar, wir steuern auf eine Rezession zu", sagte ein Händler.

Der SMI schloss nach einem Tagestief bei 9'530 und einem Hoch bei 9'701 Punkten um 0,05 Prozent tiefer auf 9'625,48 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Akten enthalten sind, stieg 0,14 Prozent auf 1'386,58 Zähler. Der breit gefasste SPI sank dagegen um 0,07 Prozent auf 11'891,70 Zähler. 20 der 30 SLI-Titel legen zu und zehn geben nach.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien der Credit Suisse (+2,3%). Der Kurs schwankte im Verlauf zwischen 7,42 und 7,91 auf und ab. Das Quartalsergebnis der Bank gab am Markt zu Diskussionen Anlass. Die CS habe ein solides Ergebnis veröffentlicht, sagten die einen. Es werde aber von hohen Rückstellungen im Kreditgeschäft, Wertberichtigungen sowie der vorläufigen Einstellung des Aktienrückkaufprogramms überschattet, meinten andere.

Die CS-Aktie ist im Vergleich zum Stand Ende 2019 die schwächste SMI-Aktie mit einem aktuellen Minus von rund 40 Prozent. Bei der Konkurrentin UBS, die 2,5 Prozent gewannen und ich damit deutlich besser schlugen, beträgt der Jahresverlust "lediglich" 24 Prozent.

Stark gefragt waren einmal mehr AMS (+5,8%), die von Deckungskäufen aus dem Ausland profitiert hätten, hiess es.

Zu den grössten Gewinnern zählten abgesehen von Alcon (+2,5%) überwiegend zyklische Werte wie Adecco (+2,4%), Swatch (+2,1%) und Richemont (+1,3%) sowie ABB (+1,5%) und LafargeHolcim (+1,3%).

Die Finanzwerte Julius Bär (+1,0%), Swiss Life (+0,7%) und Partners Group (+0,8%) zogen ebenfalls an.

Auf der anderen Seite büssten Aktien mit einem eher defensiven Geschäftsmodell wie Givaudan (-1,8%), Swisscom (-1,1%) und Lonza (-1,0%) nach Gewinnmitnahmen Terrain ein.

Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestlé verloren am Tag vor der Quartalsberichterstattung 1,4 Prozent.

Wenig verändert waren die beiden anderen Schwergewichte Roche (+0,3%) und Novartis (-0,1%).

Sika sanken um 1,2 Prozent oder 1,90 Franken. Die Titel des Bauchemiekonzerns wurden ex-Dividende (2,30 Fr.) gehandelt. Am Tag nach der Zahlenpublikation hatten sich ausserdem Analysten kritisch zu den Zahlen geäussert. Auch sei es zu Umschichtungen in andere Bauzulieferer wie Geberit (+0,4%) gekommen, hiess es.

Am breiten Markt stachen Dufry (+5,5%) positiv hervor. Die Reisedetailhandelsfirma hatte eine Reihe von Massnahmen kommuniziert, die das Überleben in schwierigen Zeiten sichern sollen. Dazu zählen eine zusätzliche Kreditfazilität, eine Privatplatzierung von bis zu 5,5 Millionen Aktien und die Ausgabe einer Wandelanleihe. Zudem erhalten die Aktionäre keine Dividende. Analysten begrüssten die Schritte einhellig - auch wenn sie eine deutliche Gewinnverwässerung mit sich bringen.

Ebenfalls gesucht waren Dottikon (+8,5%). Der Wirkstoffhersteller und Pharmazulieferer erfreut sich seit einiger Zeit steigender Nachfrage.

Zu den Gewinnern zählten auch die Biotechnologietitel Obseva (+7,7%) und Polyphor (+7,4%).

pre/mk

(AWP)

 
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