Aktien Schweiz Schluss: Nach Endspurt klar höher - Banken stark

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag klar zugelegt und damit die zwei Tage davor mit Verlusten beinahe vergessen gemacht. Auf die Woche gesehen ergab sich damit nach der starken Neujahrswoche ein zwar knappes, aber erneutes Plus. Stark gesucht waren vor dem Wochenende insbesondere die Aktien der beiden Grossbanken, welche von guten Zahlen der US-Konkurrenten beflügelt wurden. Die Stimmung bleibt grundsätzlich weiterhin freundlich, wozu auch die Chefin der amerikanischen Notenbank Janet Yellen mit einer Rede in der Nacht auf Freitag sowie neue Konjunkturdaten aus den USA beigetragen haben.
13.01.2017 18:09

Yellen sieht die US-Konjunktur auf gutem Weg, womit den geplanten schrittweisen Zinserhöhungen nichts im Weg stehen sollte. Die erste Aufregung um die enttäuschende Rede des designierten neuen US-Präsidenten Donald Trump habe sich vor dem Wochenende zudem etwas gelegt, hiess es in Börsenkreisen. Es gibt in diesem aufwärtsstrebenden Umfeld aber auch mahnende Stimmen. So zeigt sich ein erfahrener Ökonom in einem Interview in der hiesigen Finanzpresse im Nachgang zur Wahl Trumps überrascht über den Optimismus der Märkte, wonach "das bestmögliche Szenario" eintrete.

Bei Börsenschluss stand der Swiss Market Index (SMI) 0,92% höher bei 8'452,19 Punkten, im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 0,4%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, zog um 1,15% auf 1'345,13 Punkte an und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,85% auf 9'205,22 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 28 fester und 2 leichter.

Die Spitzenplätze im SMI/SLI belegten mit UBS (+3,8%) und CS (+3,0%) die beiden Grossbanken, welche über die vergangenen Tage weniger gesucht waren. Gestützt wurden sie am Nachmittag insbesondere von starken Abschlüssen der US-Grossbanken JPMorgan und Bank of America. In Marktkreisen wurde zudem auf die gestiegene Kapitalausstattung der Banken generell sowie auf die sich langsam abzeichnende Abkehr von den Nullzinsen der Geldpolitik verwiesen, was das Sentiment für den Sektor weiter verbessere. Auch an anderen europäischen Börsenplätzen und in den USA waren Bankaktien gesucht. CS wurden darüber hinaus laut Händlern von Merrill Lynch auf die "Europe 1"-Liste gesetzt, was dem Papier noch zusätzlichen Schub gab.

Julius Bär (+2,0%) fielen gegenüber den Grossbanken leicht ab, gehörten aber ebenfalls zu den Top 5 unter den hiesigen Bluechips. Gesucht waren weiter konjunktursensitive Papiere wie Dufry, LafargeHolcim (je +2,4%) oder ABB (+1,3%).

Bei den Versicherern zogen Swiss Re und Zurich (je +1,2%) etwas mehr als Bâloise (+0,6%) und Swiss Life (+0,4%). Die HSBC hat im Rahmen einer Branchenstudie die Kursziele aller vier genannten Titel leicht erhöht. Die jüngste Erholung habe das Aufwärtspotenzial zwar verringert, die Kurse würden aber von üppigen Barmitteln und attraktiven Dividenden nach unten abgesichert, hiess es dort zur Begründung.

Swatch (+1,1%) waren nach dem starken Vortag erneut gesucht, während bei Richemont (+0,5%) der Schwung vom Vortag in Anschluss an starke Umsatzzahlen etwas nachgelassen hat. Im Nachgang an das Q3-"Trading Update" haben aber diverse von Banken ihre Kursziele und Gewinnschätzungen für Richemont angehoben.

Einen Beitrag zum starken Gesamtmarkt leisteten auch Roche (+1,3%) und etwas moderater Novartis (+0,3%). Äusserungen von Donald Trump hatten am Donnerstag weltweit für Abgabedruck in der Branche geführt, welcher am Freitag aber wieder nachgelassen hat.

Bei Actelion (+1,1% auf 231,30 CHF) hielten die Spekulationen um Johnson&Johnson an. Das US-Finanzportal "StreetInsider.com" hatte am Vorabend berichtet, die Verhandlungen hätten Fortschritte gemacht. Das Portal berief sich auf Quellen aus dem Umfeld und sprach dabei von einem Übernahmepreis von 250 bis 260 USD pro Actelion-Aktie inklusive Spin off des Forschungs- und Entwicklungs-Portfolios.

Tiefer schlossen einzig Aryzta (-0,8%) und Givaudan (-0,2%).

Im breiten Markt fielen Zehnder nach Umsatzzahlen um 1,8% zurück. Die Umsatzerwartungen wurden zwar leicht übertroffen, aber der Gewinn scheint angesichts der Restrukturierungskosten offenbar stärker unter Druck gekommen zu sein als angenommen. Deutlichere Gewinne gab es unter anderem für Arbonia (+5,7%) und Ascom (+4,7%).

cf/uh

(AWP)