Aktien Schweiz Schluss: Nestlé und Novartis führen SMI auf neues Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zum vierten Mal in Folge zugelegt und dabei so hoch geschlossen wie noch nie im laufenden Jahr. Nach einem verhaltenen Beginn und einer mehrheitlich seitwärts verlaufenen Sitzung zogen die Kurse gegen Handelsende noch einmal an und übertrafen dabei das bisherige Jahreshoch von Mitte Oktober. Getragen wurde der Gesamtmarkt dabei insbesondere von den starken Nestlé und Novartis. Der Handel wurde in Marktkreisen allerdings als - der dünnen Nachrichtenlage entsprechend - flau bezeichnet.
03.11.2017 18:10

Der monatliche Arbeitsmarktbericht in den USA löste an den Börsen kaum Reaktionen aus. So stieg die Beschäftigtenzahl in den USA zuletzt weniger als erwartet und die Stundenlöhne stagnierten. Positiver aufgenommen wurde die überraschende Aufhellung der Stimmung unter den Dienstleistern in den USA sowie die überraschend starke Entwicklung der Industrieaufträge. Die Daten hätten ingesamt das Bild einer robusten US-Wirtschaft untermauert, hiess es.

Der SMI schloss 0,46% höher bei 9'322,05 Punkten, das neue Jahreshoch wurde dabei mit der Schlussauktion auf eben diesen Wert hochgesetzt. Im Wochenvergleich ergab sich damit nach zwei rückläufigen Perioden wieder eine positive Gesamtwoche mit einem Plus von 1,5%. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann am Freitag 0,32% auf 1'514,62 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,55% auf 10'691,91 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen zwei Drittel im Plus.

An der Spitze der Blue Chips lagen zum Schluss Sonova (+2,5%) und Clariant (+2,3%) und damit zwei Aktien, die sich auch im bisherigen Jahresverlauf stark entwickelt haben. Clariant präsentierten sich seit dem Abbruch der Fusionsverhandlungen mit dem US-Mitbewerber Huntsman relativ volatil. Der Investor White Tale, welcher den Zusammenschluss zu Fall gebracht hat, fordert bekanntlich den Verkauf der Clariant-Sparte Plastics & Coatings. Hierfür hat nun laut einem Medienbericht offenbar die Private Equity Firma CVC Interesse angemeldet.

Weitere Papiere mit überdurchschnittlichen Aufschlägen waren etwa Logitech (+1,4%) oder Givaudan (+1,5%). Insbesondere profitierte der Gesamtmarkt aber von den im Tagesverlauf stetig anziehenden Nestlé (+1,1%). Die Aktie setzte damit ihren starken Lauf seit Mitte vergangener Woche fort. Am Freitag gab der Nahrungsmittelkonzern eine weitere kleine Akquisition in den USA bekannt. Mit der Übernahme der Marke Chameleon Cold-Brew baut Nestlé das Geschäft mit Kaffespezialitäten aus.

Gute Unterstützung kam zum Schluss aber auch von den starken Novartis (+0,9%). Hier haben Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Dermatologie-Geschäfts weitere Nahrung erhalten. Medien berichteten mit Verweis auf Insider, dass der Pharmakonzern mit dem Beratungsunternehmen Centerview Optionen für dieses Geschäft auslote. Roche (+0,3%) fielen dagegen etwas ab.

Die kürzere Verliererliste wurde von Dufry (-1,1%) und CS (-1,2%) angeführt. Bei letzteren kam es nach den gut aufgenommenen Quartalszahlen vom Vortag - verbunden mit einem markanten Plus von über 4% - zu Gewinnmitnahmen.

Etwas unter Druck standen zudem Zurich (-0,9%). Die Papiere des Versicherers wurden vom enttäuschenden Quartalsergebnis des US-Rivalen AIG belastet. Tiefer schlossen aber auch die anderen Versicherungen im SMI/SLI, wobei Bâloise (-0,8%), Swiss Re (-0,5%) und Swiss Life (-0,6%) alle in ähnlichem Rahmen zurückgesetzt wurden.

Im breiten Markt fielen Sulzer mit einem Minus von 3,4% auf 122,50 CHF etwas auf. Laut Medienberichten hat Renova, die Beteiligungsgesellschaft von Viktor Vekselberg, 1 Mio Sulzer Aktien über die UBS in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platziert. Das entspräche einem Anteil von 2,9%. Der Platzierungspreis lag den Informationen zufolge bei 123 CHF.

Auf der Gegenseite profitierten Wisekey (+8,0%) von einer leichten Erhöhung der Umsatzguidance für das laufende Geschäftsjahr. Und AMS (+3,2%) wurden von starken Apple-Zahlen vom Vorabend angeschoben.

Autoneum (+3,4%) waren mehrheitlich positiven Einschätzungen zum Analystentag vom vergangenen Mittwoch noch einmal gesucht und Straumann (+2,2%) nach der Bekanntgabe einer kleineren Übernahme.

cf/uh

(AWP)