Aktien Schweiz Schluss: Ruhiger Auftakt in ereignisreiche Woche

Der Schweizer Aktienmarkt ist wenig bewegt in die neue Handelswoche gestartet. Händler sprachen von einer Verschnaufpause im Vorfeld einer ereignisreichen Woche. Der Rest der Woche hält aber einiges an News für die Anleger bereit, so werden Dienstag und Donnerstag insgesamt nicht weniger als sechs Blue Chips ihre Drittquartalszahlen zeigen.
30.10.2017 18:12

Vor allem aber wird am Mittwoch die US-Notenbank ihr neues Statement nach der zweitägigen Sitzung abgeben, in dem möglicherweise eine Dezember-Zinserhöhung vorbereitet wird. Spannung herrscht auch wegen der künftigen Fed-Präsidentschaft. Im Februar endet die Amtszeit von Janet Yellen, sie scheint im Rennen um den Chefposten aber nicht die besten Karten zu haben.

Der Swiss Market Index (SMI) ging am Montag 0,09% tiefer bei 9'175,50 Punkten aus dem Tag. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,26% auf 1'496,43 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,01% auf 10'529,66 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 18 im Minus und 12 im Plus.

Clariant büssten am Vortag der Quartalszahlen 2,5% ein. Nachdem Ende letzter Woche White Tale die Fusion mit Huntsman erfolgreich zu Fall gebracht hat, ist der Grossaktionär zu Wochenbeginn mit neuen Forderungen an den Chemiekonzern herangetreten. White Tale will etwa drei Sitze im Verwaltungsrat und einen raschen Verkauf der grössten, aber margenschwachen Sparte Plastics & Coatings. Dem hatte VR-Präsident Rudolf Wehrli aber bereits in einem Interview in der Wochenendpresse eine Absage erteilt.

LafargeHolcim gaben um 1,5% nach. Nach der Zahlenvorlage vom Freitag haben einige Analysten ihre Erwartungen an die Kursentwicklung reduziert. Das neue Management des Zementkonzerns hatte die Guidance gesenkt und nun warte man auf ein Strategie-Update, so ein Analyst. Mit Blick in die Zukunft ruhen die Hoffnungen auf dem neuen CEO Jan Jenisch.

Die Aktien der UBS verloren 1,3%, nachdem bereits am Freitag Gewinnmitnahmen den Kurs nach Zahlen belastet hatten. Zu Wochenbeginn belastete besonders eine Rating-Herabstufung durch Société Générale, während die Analystenreaktionen insgesamt aber gemischt ausfallen.

Branchennachbar Credit Suisse (-0,2%) wird am (kommenden) Donnerstag über das dritte Quartal berichten, wie dies auch Swiss Re (+0,1%) und Swisscom (+0,3%) tun werden. Bereits am (morgigen) Dienstag publizieren das Sanitärtechnikunternehmen Geberit (-0,4%) und der Reisedetailhändler Dufry (+1,3%) den Quartalsbericht.

Novartis schlossen 0,7% fester und stützten den Gesamtmarkt massgeblich. Der Pharmakonzern kauft den französischen Krebsspezialisten Advanced Accelerator Applications (AAA) für 3,9 Milliarden US-Dollar und hat zu zwei Produkten (Cosentyx und Gilenya) positive Studiendaten veröffentlicht. AAA passe strategisch gut zu Novartis, nur scheine der Preis etwas hoch zu sein, so ein Analyst.

Die beiden anderen defensiven Schwergewichte, Nestlé (+0,2%) und Roche (-0,3%) hatten derweil wenig Einfluss auf die Bewegung des Gesamtmarktes. Bei den Aktien von Sonova (+0,3%) war laut Händlern nach einer positiven Erwähnung über das Wochenende im US-Anlegermagazin Barron's Käufe aus Übersee zu vernehmen.

Weit vorne profilierten sich Logitech mit einem Kursplus von 1,0%. Händlern zufolge profitierten die Papiere der Mäuseherstellerin von Deckungskäufen. SGS (+0,5%) waren nach dem Investorentreffen von Ende letzter Woche gesucht. Das Treffen in Vietnam stand im Zeichen der Digitalisierung; SGS habe sich dazu einen ambitiösen Plan zurechtgelegt, so Analysten. Ausserdem habe sich das Management positiv zum laufenden Geschäft geäussert.

Im breiten Markt gewannen AMS 4,8%; mit der Lancierung des neusten iPhone-Modells ging es für die Aktien nach oben. AMS liefert Komponenten für die iPhone-Produktion. HBM legten um 2,4% zu. Die Gesellschaft ist an AAA beteiligt und profitiert vom Verkauf der Firma an Novartis.

Deckungskäufe waren bei Basilea (+1,8%) oder u-blox (+3,6%) zu sehen. In die Gegenrichtung ging es mit Finanzwerten wie Swissquote (-3,7%) oder VZ Holding (-2,7%).

ra/cp

(AWP)