Aktien Schweiz Schluss: Schwacher Wochenstart

Der Schweizer Aktienmarkt hat einen schwachen Wochenstart hingelegt und schloss am Montag mit Abgaben auf breiter Front. Der über weite Strecken des Tages anziehende Schweizer Franken, das Abwarten auf die Folgen des Wirbelsturms Harvey und das Ausbleiben von neuen Signalen von der Konjunkturseite bildeten laut Händlern einen Mix, der die Anleger an die Seitenlinie stehen bleiben liess.
28.08.2017 18:15

Zudem habe wegen der feiertagsbedingt geschlossenen Märkte in Grossbritannien ein wichtiger Player im Handel gefehlt, hiess es. Ebenfalls nachgewirkt habe das Notenbanktreffen von Jackson Hole von Ende letzter Woche. Dieses sei unter dem Strich ernüchternd verlaufen und habe die Investoren etwas ratlos zurückgelassen. Weder Fed-Präsidentin Janet Yellen, noch EZB-Chef Mario Draghi hatten sich zur Geldpolitik geäussert und damit die Hoffnungen mancher Investoren enttäuscht.

Der Swiss Market Index (SMI) ging mit einem Minus von 0,47% auf 8'864,23 Punkten aus dem Tag. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 0,48% auf 1'417,97 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,52% auf 10'112,58 Stellen nach. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 27 im Minus, eine unverändert (Lonza) und nur zwei im Plus.

Die Abgaben von 1,0% in den grosskapitalisierten Novartis-Aktien belasteten den hiesigen Aktienmarkt massgeblich. Beim Pharmakonzern hatten über das Wochenende Studienresultate Zweifel am Potenzial des neuen Herzmedikaments Ilaris geweckt. So reduzierte dieses zwar das Risiko einer Herzattacke, gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben. Ilaris ist ein Hoffnungsträger von Novartis. Nun stehen die Basler in der Beweispflicht, aus dem Medikament doch noch ein Kassenschlager zu machen, kommentierten Analysten.

Besser hielten sich die Roche-Valoren (-0,1%). Der Konzern hat von der US-Zulassungsbehörde FDA die Zusicherung für ein beschleunigtes Verfahren für das Mittel Gazyva zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten.

Bei SGS (-0,9%) wurde der Sturm "Harvey" für die Verluste verantwortlich gemacht. So ist der Genfer Wareninspektionskonzern auch im Öl- und Gasbereich tätig. Der Sturm hat mit Texas ein für diese Branche wichtiges Gebiet getroffen. Auch an den Versicherungstiteln von Zurich (-0,7%) und Swiss Re (-1,0%) ging der Sturm nicht spurlos vorüber. Experten rechnen mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe. Das Unwetter sei wahrscheinlich vor allem für die Rückversicherungsbranche ein grösseres Thema.

Die Bankaktien hielten sich derweil mehrheitlich im Mittelfeld auf: UBS büssten 0,4% und Credit Suisse 0,5% ein. Julius Bär schnitten mit -0,2% etwas besser ab.

Das kleine Gewinnerfeld wurde von Aryzta (+0,8%) angeführt. Der Backwarenkonzern vermeldete einen unerwartet frühen Amtsantritt des neuen CEO sowie einen prominenten Zuzug im Verwaltungsrat. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Aufsichtsgremium gewählt werden. "Er stellt von seiner Erfahrung und von seiner Nationalität eine Bereicherung im immer noch stark angelsächsisch geprägten Verwaltungsrat dar", urteilte die ZKB.

Im Plus schlossen ausserdem nur noch Richemont (+0,3%). Die Aktien des Luxusgüterherstellers knüpften damit an die Performance der Vorwoche an, als sie zu den grössten Gewinnern zählten. Auslöser für die Trendwende waren erholte Uhrenexportdaten.

Am breiten Markt gingen Alpiq nach einem anfänglichen Kurstaucher mit einem Plus von 1,2% aus dem Tag. Der Energiekonzern leidet weiterhin stark unter dem schwierigen Marktumfeld, und oberste Priorität hat der Erhalt der Kapitalmarktfähigkeit. Die geplante Teil-Veräusserung des Wasserkraftportfolios wurde derweil abgeblasen. Alpiq hofft nun auf Hilfe von Seiten der Politik.

Bei U-blox hingegen (-6,2%) lösten sich die Kursgewinne vom Freitag zum Teil wieder in Luft auf. Auf der anderen Seite freuten sich die Investoren über eine US-Zulassung für Kuros (+1,9%).

ra/yr

(AWP)