Aktien Schweiz Schluss: Schwergewichte drücken Leitindex ins Minus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zum Wochenbeginn uneinheitlich entwickelt. Der Leitindex SMI rutschte im Tagesverlauf unter die 8'200-Punkte-Marke, die er bei Handelsbeginn überschritten hatte, und schloss im Minus. Der Hauptgrund dafür waren relativ hohe Verluste bei den schwergewichtigen Papieren von Nestlé, Novartis und Roche. Eine deutliche Mehrheit der Blue Chips vermochte hingegen zuzulegen.
08.08.2016 18:15

Grundsätzlich sei die Stimmung am Markt nach wie vor gut, hiess es von Händlern. Der überraschend positiv ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag habe nach wie vor das Geschehen geprägt. Nun komme es aber darauf an, wie die US-Notenbank mit diesen Daten umgeht und wann sie die Zinsen weiter anhebt, meinten Analysten. Bei Aussagen von Fed-Mitgliedern werde in den nächsten Tagen und Wochen noch genauer hingehört als sonst schon.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,31% tiefer bei 8'168,84 Punkten und damit geringfügig über dem Tagestief von 8'159 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann hingegen 0,29% auf 1'219,46 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab derweil um 0,20% auf 8'880,22 Zähler nach. Von den 30 Blue Chips schlossen 20 im Plus, neun im Minus und einer unverändert (Dufry).

Eine grosse Belastung für den SMI ging von den beiden Pharmaschwergewichten Roche (-1,2%) und Novartis (-0,9%) sowie von den Aktien des Nahrungsmittelgiganten Nestlé (-0,8%) aus. Die drei Titel, die defensiv sind und damit wenig auf sich aufhellende US-Konjunkturzahlen reagieren, zogen den Index um über 40 Punkte nach unten. Konkrete Nachrichten lagen keine vor.

Im Minus beendeten ausserdem die beiden Luxusgüteraktien von Richemont (-1,1%) und Swatch (-0,3%) den Handelstag. Die sich abschwächende Nachfrage nach Schweizer Uhren bleibt am Markt ein Thema. So hat die eigenständige Marke Patek Philippe angekündigt, die Uhrenproduktion im laufenden und kommenden Jahr zu drosseln. Schwache Handelsdaten weckten zudem neue Sorgen über den Zustand der chinesischen Volkswirtschaft, einem wichtigen Absatzmarkt für die Schweizer Uhrenindustrie.

Leicht im Minus schlossen ausserdem nur noch SGS (-0,5%), Actelion (-0,4%) sowie hauchdünn Galenica und Aryzta.

Auf der anderen Seite verzeichneten LafargeHolcim (+3,7%) die mit Abstand grössten Gewinne. Die Aktien des Zement-Riesen knüpften damit an eine starke Performance nach der Zahlenpublikation vom letzten Freitag an, als sie bereits um knapp 5% avanciert hatten. Den Papieren fehlt nun nicht mehr viel bis zum Jahreshoch. Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge hatte der Weltmarktführer die Konsensschätzungen im zweiten Quartal beim operativen Gewinn übertroffen. Analysten sprachen von einer beeindruckenden Leistung, jene von Exane BNP Paribas erhöhten gar das Rating auf "Outperform".

Im Plus notierten am Montagabend ferner die Bankenaktien von UBS (+1,4%), Julius Bär (+1,0%) und CS (+0,9%). Die beiden Grossbanken-Aktien haben damit die Scharte vom Beginn der Vorwoche, als sie an einem Handelstag um rund 6% eingebrochen waren, ausgewetzt. Sie wurden am Berichtstag auch von Kurszielsenkungen von Morgan Stanley und der Bank Vontobel nicht gestoppt.

Auch die Versicherungstitel von Bâloise (+1,3%), Swiss Life und Zürich (je +1,2%) zogen deutlich an. Am Donnerstag werden mit Zurich Insurance Group sowie Swiss Life gleich zwei Vertreter der Branche Zwischenergebnisse vorlegen. Bereits am Dienstag wird zudem der Gesundheitskonzern Galenica (-0,1%) und am Mittwoch der Personaldienstleister Adecco (+0,5%) über die Geschäftsentwicklung Rechenschaft ablegen.

Mehr als 1% höher schlossen ausserdem noch Schindler (+1,3%) und Lonza (+1,0%).

Auch am breiten Markt blieben zum Wochenauftakt Unternehmensnachrichten Mangelware. Grössere Gewinne verzeichneten Interroll (+6,1%), Leclanché (+4,9%) und EFG (+4,4%); grössere Verluste unter anderem Alpiq (-5,1%), Schlatter (-4,5%) und Bachem (-3,8%).

rw/ys

(AWP)