Aktien Schweiz Schluss: Schwergewichte mit starker Performance

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutlich zugelegt und damit auch die volatile Woche mit einem klaren Plus beendet. Haupttreiber für die Gewinne des Gesamtmarktes waren am kleinen Verfallstermin die markanten Gewinne der Schwergewichte Nestlé und Roche. Auch Novartis waren sehr gut gesucht, wenn auch in etwas bescheidenerem Ausmass. Die drei Aktien profitierten von der weiterhin herrschenden Nervosität und dem damit verbundenen Bedürfnis nach sicheren Anlagen.
19.10.2018 18:15

Gebremst wurde die Hoffnung auf eine Beruhigung an der Börsenfront von der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der amerikanischen Notenbank. Diese hat demnach über eine weitere Verschärfung der Geldpolitik diskutiert. Dass viele Banken in ihren Kommentaren zum Wochenende auf die eigentlich weiterhin gut laufende globale Konjunktur verwiesen, ist ein Hinweis darauf, dass sich die Marktteilnehmer diesbezüglich verstärkt Sorgen machen. Untermauert wurden diese am Berichtstag von enttäuschenden Daten zum Wirtschaftswachstum in China.

Der Swiss Market Index (SMI) zog schliesslich um 1,06 Prozent auf 8'872,09 Punkte an. Im Wochenvergleich ergab sich ein solides Plus von 2,4 Prozent, womit die Verluste der Vorwoche allerdings noch lange nicht ausgeglichen wurden. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem das Gewicht der grosskapitalisierten Titel stärker begrenzt ist, legte 0,23 Prozent auf 1'399,64 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,87 Prozent auf 10'468,58 Punkte. Dennoch überwogen die Verlierer mit einem Anteil von gut zwei Dritteln die Gewinner klar.

Das Tagesplus im SMI ging gänzlich auf das Konto von Nestlé (+3,1%), Roche (+2,7%) und Novartis (+1,4%), welche damit geschlossen die drei Top-Positionen belegten. Angesichts der auch während der Erholung der nun beendeten Börsenwoche stets hohen Volatilität und der wieder gestiegenen Nervosität flüchteten die Investoren in die drei als sicher geltenden Aktien, hiess es in Marktkreisen dazu.

Die drei Unternehmen haben an den beiden vorangegangenen Tagen aber auch allesamt ihre Neunmonatszahlen präsentiert, welche insgesamt positiv aufgenommen wurden. Dies wiederum stützte deren Aktienperformance. Novartis verzeichneten am Freitag gar den sechsten Tag in Folge mit steigenden Kursen.

Zwar wurde vor einiger Zeit die Gewichtung dieser drei Grossunternehmen auch im SMI etwas beschränkt, noch immer machen die "SMI-Elefanten" zusammen aber rund 60 Prozent der gesamten Gewichtung des SMI aus. Im Swiss Leader Index (SLI) der dreissig wichtigsten Aktien ist die Gewichtung auf maximal 9 Prozent je Aktie viel rigoroser, entsprechend erholte sich dieser Index vergleichsweise bescheiden.

Zur kleineren Zahl der Gewinner gehörten noch die ebenfalls als defensiv geltenden Versicherer Swiss Re (+1,2%), Zurich (+1,1%) und Swiss Life (+0,5%) sowie Swisscom (+0,2%).

Auf der deutlich längeren Verliererliste wurden am stärksten konjunktursensitive Aktien wie Adecco (-4,0%), Sika (-2,7%) oder Swatch (-1,8%) verkauft. AMS (-1,5%), Logitech (-1,3%) und in etwas geringerem Ausmass Temenos (-0,7%) machte vor allem die Talfahrt der Technologiewerte in den USA am Vortag etwas zu schaffen.

Von den Banken gaben Julius Bär (-1,4%) am meisten nach, CS (-1,2%) und UBS (-0,8%) allerdings nur moderat weniger.

Auch im breiten Markt überwogen die Verlierer, auffallend waren dabei etwa die Verluste verschiedener Industrietitel wie Autoneum (-7,7%), Meyer Burger (-5,2%), Feintool (-5,2%) oder Inficon (-4,6%). Diese litten allesamt unter den Ängsten über die weitere konjunkturelle Entwicklung etwa in der Automobil- oder der Halbleiterindustrie.

Die Aktien der Bank Vontobel büssten 1,7 Prozent ein nach der Ankündigung der Übernahme des US-Privatkunden-Portfolios der Genfer Privatbank Lombard Odier.

Gegen den schwachen Gesamttrend rückten dagegen Huber+Suhner um 0,3 Prozent leicht vor, unterstützt von einem Auftrag des chinesischen Fahrzeugherstellers Geely.

cf/ra

(AWP)