Aktien Schweiz Schluss: Sehr schwacher Wochenstart - Banken unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag auf breiter Front zurückgefallen. Im Zuge schwacher Vorgaben von den Überseebörsen war der Leitindex SMI bereits mit deutlichen Verlusten gestartet. Über weite Strecken verlief der Handel dann allerdings in ruhigen Bahnen, wobei die Abgaben zum Handelsende hin wieder etwas ausgeprägter wurden. In Händlerkreisen war von anhaltenden Gewinnmitnahmen nach dem Fed-Rally in der Vorwoche die Rede. Unter die Räder gerieten zu Wochenbeginn vor allem Bankaktien.
26.09.2016 18:15

Die Unsicherheit über die weltweite Geldpolitik sei unverändert hoch und die Anleger nach den wichtigen Notenbankentscheiden der Vorwoche so schlau wie zuvor, hiess es im Handel. Hinzu komme nun mit der US-Präsidentschaftswahl ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Unterdessen signalisierte die für die hiesigen Unternehmen wichtige deutsche Wirtschaft wieder Zuversicht. Der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex war deutlicher als von Ökonomen erwartet gestiegen.

Der Swiss Market Index (SMI) notierte zum Handelsschluss 1,30% tiefer auf 8'165,05 Punkten und damit nur knapp über dem am Vormittag markierten Tagestief. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste 1,35% auf 1'240,23 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,19% auf 8'901,56 Punkte ein. Alle 30 Blue Chips schlossen im Minus.

Sehr schwach präsentierte sich einmal mehr der Finanzsektor, wobei die Grossbankenwerte UBS (-2,8%) und CS (-2,5%) die prozentual stärksten Verluste verzeichneten. Händler verwiesen auf die Lage der Deutschen Bank als Belastungsfaktor. Die Tatsache, dass der deutsche Branchenprimus unter Umständen in Finanzierungsschwierigkeiten kommen könnte, lasse am Markt die Lehman-Gespenster wieder aufsteigen. Auslöser für den neuerlichen Kursrutsch in der Branche war laut Marktakteuren ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", wonach die deutsche Regierung nicht bereit sei, dem grössten deutschen Geldhaus mit Staatshilfen unter die Arme zu greifen. Die Aktien der Deutschen Bank fielen zu Wochenbeginn auf Rekordtief.

Grössere Einbussen verzeichneten auch Julius Bär (-2,1%), Swiss Life (-1,8%) und Zurich (-1,7%).

Unter grösserer Beobachtung standen nach der Zahlenvorlage auch die Aktien von Aryzta (-2,0%). Der Backwarenkonzern hat mit seinem verhaltenen organischen Wachstum im vierten Quartal die Analystenerwartungen klar verfehlt. Nach dem Kurssprung am vergangenen Freitag dürften die Abgaben auch von Gewinnmitnahmen ausgelöst worden sein.

Deutlicher unter Druck standen zudem LafargeHolcim, die mit -2,2% die schwächsten Industriewerte waren. Die Aktie des Zementherstellers hatte die vorangegangene Handelswoche allerdings mit einem Kursplus von mehr als 7% beendet. Mit Sonova (-1,8%) schnitt ein weiterer Zykliker unterdurchschnittlich ab.

Eine grosse Belastung für den Gesamtmarkt waren auch die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (-1,5%) und Roche (-1,4%), wohingegen das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,9%) deutlich geringere Einbussen einstecken musste.

Adecco schnitten mit einem Minus von 0,4% noch relativ gut ab. Der Titel profitierte von einer positiven Einschätzung der RBC, die das Anlagerating im Rahmen einer Branchenstudie auf "Outperform" von "Sector Perform" erhöhte. Auf dem ersten Platz schlossen Sika (-0,2%). Die Aktie gehört mit einem bisherigen Jahresplus von über 30% zu den grossen Gewinnern an der Schweizer Börse.

Im breiten Markt zählten die Anteilsscheine von Inficon (-5,9%) zu den grossen Verlierern, für welche die UBS das Anlagerating aus Bewertungsgründen auf "Neutral" von "Buy" senkte. Grössere Abgaben verzeichneten zudem Air Tech (-5,0%), Valartis (-4,0%) und AMS (-3,5%). Kursbewegende Nachrichten lagen zu den genannten Titeln allerdings keine vor.

Auf der Gewinnerseite rückten Cham Paper um 1,1% vor. Der Spezialpapier-Hersteller kann sein Immobilienprojekt an seinem ehemaligen Produktionsstandort in Cham umsetzen. Die Stimmberechtigten der Gemeinde haben an der Abstimmung vom Wochenende beiden Vorlagen für die Entwicklung des Areals zugestimmt.

Daneben widersetzen sich u.a. auch die Aktien von Calida (+1,4%) und Rieter (+1,3%) dem negativen Gesamtmarkt.

cp/yr

(AWP)