Aktien Schweiz Schluss: SMI gibt leicht ab - Anleger bleiben zurückhaltend

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel im Minus beschlossen. Der SMI hatte die Sitzung zunächst etwas fester eröffnet, fiel aber bereits im Verlauf des Vormittags zeitweise wieder unter die 9'000-Punkte-Marke zurück. Eine kurzzeitige Erholung zum Start des US-Handels hatte keinen Bestand. Der Nordkorea-Konflikt habe zwar durch die verbale Zurückhaltung sowohl der USA als auch Nordkoreas etwas an Schärfe verloren, kommentierte ein Marktbeobachter. Aber: "Nordkorea ist und bleibt unberechenbar, und die Sorgen über eine weitere Eskalation könnten jederzeit wieder zurückkehren."
15.08.2017 18:15

Nach der Erholung vom Montag stelle sich ohnehin die Frage, ob es neben technischen Käufern inmitten der weiterhin schwelenden politischen Krise neue langfristige Käufer gibt, so ein Analyst. Auch von der Währungsseite kam mit einem wieder erstarkenden Franken zum Euro kein Rückenwind. Die Gemeinschaftswährung fiel wieder unter die Marke von 1,14 CHF. In den USA gaben gute Zahlen aus dem Einzelhandel und kaum veränderte Importpreise kurzzeitig etwas Auftrieb.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,21% tiefer bei 9'012,52 Punkten (Tagestief 8'992). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,18% auf 1'436,39 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,21% auf 10'255,28 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel schlossen 19 im Minus und zehn im Plus.

Unverändert gingen nach der Zahlenvorlage und nach einigem Auf und Ab die Schindler PS aus dem Handel. Händler erklärten die zeitweisen Abgaben mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Valoren in der vergangenen Woche noch bei 216 CHF ein neues Allzeithoch markiert hatten. Im Zwischenbericht hielten sich die positiven und negativen Fakten die Waage, heisst es.

Die mit Abstand grössten Einbussen erlitten Dufry (-1,6%). Am Markt wurde auf schwindende Übernahmefantasien durch HNA verwiesen. Die im Mai angekündigte Transaktion von 9 Mio Dufry-Aktien von Temasek und GIC zum chinesischen Konzern ist laut einer Beteiligungsmeldung über die Bühne gegangen. Nach dem Vollzug hält HNA nun rund 20% am Reisedetailhändler. Die Details zur finanziellen Strukturierung des Deals liessen jedoch darauf schliessen, dass eine vollständige Übernahme von Dufry durch HNA kurz- und mittelfristig kein Thema sei.

Auch die Luxusgütertitel Richemont (-0,9%) und Swatch (-1,3%) waren klare Verlierer. Möglicherweise belasteten hier die schärfer werdenden Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China etwas, hiess es.

Für Swiss Re (-0,7%) hat die NordLB das Rating auf "Verkaufen" nach zuvor "Halten" gesenkt. Das Marktumfeld dürfte herausfordernd bleiben und das niedrige Zinsumfeld sowie der anhaltende Prämiendruck belasteten, heisst es. Die Dividendenrendite sei zwar weiter attraktiv, es gebe aber wenig Kurspotenzial.

Schwergewicht Nestlé (-0,9%) belastete den SMI spürbar, während Novartis (+0,1%) und Roche (+0,3%) nur leicht Gegensteuer gaben. Für Letztere hat Berenberg derweil zwar das Kursziel gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Der Pharmakonzern habe mit seinen zuletzt vorgelegten Halbjahreszahlen gezeigt, dass er solide weiter wachsen könne, heisst es. Zudem hat Roche in Kanada die Zulassung für das MS-Mittel Ocrevus erhalten.

Grössere Gewinne verbuchen hingegen Lonza (+2,0% auf 229,20 CHF). Hier erhöhte JPMorgan das Kursziel auf 265 von 230 CHF und bestätigte die Einstufung "Overweight". Auch Adecco (+0,8%), SGS und Zurich (je +0,4%) legten noch merklicher zu.

Am breiten Markt haben weitere Unternehmen die Halbjahresergebnisse offengelegt: Tornos (+5,3%) ist stark gewachsen und auch der Ausblick fällt positiv aus. Auch Phoenix Mecano (-1,3%) ist gewachsen, nicht alle Analysten waren jedoch zufrieden. Eine angekündigte Restrukturierung dürfte das Ergebnis zunächst belasten. Orascom (+1,6%) registriert positive Trends im ägyptischen Tourismus. Der Umsatz hat sich stabilisiert und der Verlust wurde eingegrenzt.

yr/ra

(AWP)