Aktien Schweiz Schluss: SMI gibt in lustlosem Geschäft nach

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag in einem insgesamt lustlosen Geschäft mit tieferen Kursen abgeschlossen. Dabei sei die Stimmung von anhaltenden Sorgen um den Zollstreit zwischen den USA und China belastet geblieben, erklärte ein Händler. Gleichzeitig fehlten dem Markt mit Blick auf die bald abgeschlossene Berichtssaison zum ersten Halbjahr richtungsweisende Impulse. Als Folge davon bewegten sich die Handelsvolumen auf eher tiefen Niveaus.
11.09.2018 18:12

In dem sich seit Monaten dahinziehenden Handelsstreit wurde am Dienstag ein neues Kapital aufgeschlagen. Medienberichten zufolge hat Peking die Welthandelsorganisation (WTO) gebeten, Sanktionen gegen die USA zu verhängen. Dabei geht es jedoch um einen Vorfall aus dem Jahr 2013, den China anprangert. In Europa warten die Anleger derweil gespannt auf die nächste Zinssitzung der EZB. Präsident Mario Draghi wird am Donnerstag zur weiteren Entwicklung in der Geldpolitik Stellung nehmen.

Hierzulande büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,17 Prozent auf 8'914,94 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,02 Prozent auf 1'457,31 Stellen, wogegen der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06 Prozent auf 10'644,02 Zähler verlor. Am Ende standen 16 Verlierern 14 Gewinner gegenüber.

Die Investoren hätten aufgrund fehlender Impulse vor allem an den Bewertungsniveaus der Aktien geschraubt, sagte der Händler weiter. Bei den Pharmaschwergewichten wurde der Kurs der Novartis-Aktie (+1,7%) als eher günstig eingeschätzt, während die Roche-Genussscheine (-0,9%) korrigierten. Novartis hatte zudem die bisherigen Zeitpläne zur Abspaltung der Augensparte Alcon bekräftigt, was am Markt gut aufgenommen wurde. Für Roche gab es erneut eine Kurszielsenkung. Nestlé verloren indessen 0,7 Prozent.

Die grössten Kursverluste bei den Blue Chips erlitten die Papiere des Luxusgüterkonzerns Richemont (-1,9%), dies nachdem die Papiere am Vortag dank guter Wachstumszahlen noch zugelegt hatten. Die Sorgen um den Handelskonflikt mit den USA und China in den Hauptrollen belasteten nicht nur Richemont, sondern auch Branchennachbar Swatch (-1,0%).

Swiss Re gaben um 1,3 Prozent nach, wobei Anleger sich vor den möglichen Grossschäden durch den Hurrikan "Florence" fürchteten, die Versicherer und Rückversicherer zu tragen haben. Der Sturm gewann im Verlauf des Tages an Kraft und steuerte auf die Küsten von North und South Carolina zu. Der Kurs von Zurich Insurance verbilligten sich mit Blick über den Atlantik um 1,0 Prozent.

Im Finanzsektor standen auch die Grossbanken UBS (-0,8%) und Credit Suisse (-0,3%) unter Abgabedruck. Und Zykliker wie Kühne+Nagel oder Dufry büssten je um 0,9 Prozent ein. Beim Reisehändler Dufry gab der Wiedereinstieg des früheren Grossaktionärs GIC aus Singapur wenig Halt. Vielmehr belasten Handelssorgen verbunden mit den Währungsturbulenzen in Schwellenländern.

Auf der Gegenseite fiel der an der Börse arg gebeutelte Backwarenkonzern Aryzta mit einem Kurspsprung von 16 Prozent auf. Aryzta kommt mit der geplanten Kapitalerhöhung voran und hat mit verschiedenen Banken eine Zeichnungs-Vereinbarung über 800 Millionen Euro unterzeichnet. Davor hatten die Titel im Jahresverlauf 77 Prozent verloren.

Partners Group hat mit Halbjahreszahlen erneut die Vorgaben von Analysten übertroffen und legte an der Börse um 5,6 Prozent zu. Die Titel setzten in der Schlussauktion bei 782,50 Franken ein neues Allzeithoch. Die ungebrochene Nachfrage nach den Anlagelösungen und Investitionen ins Geschäft weckten Kursfantasien.

Am breiten Markt hatten sich am Morgen der Schliesstechnikkonzern Dormakaba (unv.) und das Gebäudetechnik- und Gebäudehülle-Unternehmen Poenina (-0,4%) mit Halbjahreszahlen zu Wort gemeldet. Asmallworld wird am Donnerstag über den Geschäftsverlauf informieren, die Aktien zählten am Berichtstag mit einem Minus von 8,5 Prozent zu den grössten Verlierern an der Börse. Demgegenüber rückten Zehnder (+3,0%) oder Lindt&Sprüngli (PS: +2,3%) vor.

mk/cf

(AWP)