Aktien Schweiz Schluss: SMI-Jahreshoch - Schwergewichte und Schweizer Franken

Der Schweizer Aktienmarkt ist stark in die neue Woche gestartet. Gleich zu Beginn des vierten Quartals hat der Leitindex SMI ein neues Jahreshoch markiert, gestützt von den Schwergewichten und dem nachgebenden Schweizer Franken. Vor allem der US-Dollar zog gegen Handelsende zur heimischen Währung an und den Aktienindex mit nach oben. Börsianer sprachen am Montag von einer unverändert positiven Stimmung, die von einer Reihe erfreulichen Konjunkturdaten gestützt wurde.
02.10.2017 18:15

Geholfen hätten etwa besser als erwartete Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone. Und am Nachmittag publizierte Daten zeigten, dass sich die Stimmung in der US-Industrie im September von bereits hohem Niveau aus weiter verbessert hat und den höchsten Stand seit gut 13 Jahren erreichte. An der guten Stimmung konnten auch der Nordkorea-Konflikt und die ungewisse Lage in Katalonien nichts ändern.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,92% höher bei 9'242,15 Punkten und hat damit mit der Schlussauktion ein neues Jahreshoch gesetzt. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) zog um 0,58% auf 1'482,02 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,89% auf 10'540,37 Zähler an. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 21 fester aus dem Tag, 8 tiefer und einer (Richemont) unverändert.

Der Risikoappetit der Anleger liess diese insbesondere auch bei den drei Schwergewichten zugreifen. So legten Roche 1,3% und Novartis 1,6% zu, während sich Nestlé um 1,5% verteuerten. Unternehmensnachrichten gab es allerdings nur von Novartis, deren Augen-Tochter Alcon an einem Fachkongress neue Produkte vorstellen wird.

Mit Sonova (+2,3%) und Lonza (+1,5%) zogen auch andere Unternehmen aus der breit gefassten Gesundheitsbranche überdurchschnittlich an. Beim Hörsystemhersteller Sonova wirkte sich ein angehobenes Kursziel durch die Experten von Bernstein stützend aus.

Die Aktien von Sika, der zweiten SMI-Überflieger des Jahres nach Lonza, rückten um 1,2% vor. Doch auch andere Zykliker wie ABB (+1,0%), Adecco und Clariant (je +0,9%) sowie Swatch (+0,6%) wurden gesucht. Kühne+Nagel (+0,7%) realisierten im frühen Handel gar ein Rekordhoch.

ABB reagierten auf ein Interview der Schwedischen "Dagens Industri" mit CEO Ulrich Spiesshofer. Darin soll der Manager in Aussicht gestellt haben, im Jahr 2020 womöglich das obere Ende der angepeilten Gewinne zu erreichen.

Die Kurse von Bankaktien haben sich nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien weniger gut entwickelt. Credit Suisse schlossen 0,1% fester und UBS 0,4%. Bankenwerte reagierten für gewöhnlich sensibel auf politische Unsicherheiten und eine mögliche Schwächung von Ländern der Eurozone. Börsianer verwiesen zudem auf die im September insgesamt gut gelaufenen Bankaktien.

Julius Bär gewannen "nur" 0,1% hinzu; abwärts ging es gar für Partners Group (-0,3%). Im Versicherungssektor büssten die Zurich-Aktien 0,1% ein. Zurich-Chef Mario Greco hatte gegenüber der "Financial Times" erklärt, bei seinem Haus liege der Fokus nicht auf Wachstum, sondern auf der Generierung von Gewinn.

Die stärksten Bewegungen waren aber im breiten Markt zu beobachten. Dort sackten Evolva um 10% ab, nachdem das Unternehmen über seine strategische Neuausrichtung und Finanzierungspläne informierte hat. Zwei Kapitalerhöhungen sollen das Unternehmen auf gesunde finanzielle Beine stellen, werden aber eine massive Verwässerung für Altaktionäre mit sich bringen. Im Schlepptau fielen weitere Biotechwerte wie Addex Therapeutics, Santhera oder Newron um 5,3 bis 1,7% zurück.

Die Papiere der Beteiligungsgesellschaft 5EL (-8,2%) fielen nach Zahlen und Details zum Umbau ebenfalls deutlich, und auch für den Stromproduzenten Alpiq (-3,9%) ging es nach Berichten überdurchschnittlich abwärts. Der Wochenendpresse zufolge wurde die Investmentbank Goldman Sachs mit dem Ziel engagiert, alle Geschäftsfelder mit Ausnahme der Atom- und Wasserkraftwerke zu verkaufen.

Leclanché fielen um 4,3%. Der Hersteller von Batterien hat es nicht geschafft, bis Ende September die Halbjahreszahlen 2017 vorzulegen und musste bei der Schweizer um eine Fristerstreckung ersuchen.

An der anderen Seite der Kurstafel gewannen Von Roll um 7,9% hinzu. Wisekey (+3,2%) waren gesucht, nachdem das Cybersicherheits-Unternehmen für das dritte Quartal eine positive Entwicklung vorangemeldet hatte.

ra/rw

(AWP)