Aktien Schweiz Schluss: SMI kann 9'000 Punkte halten - Start der Berichtssaison

Dem Schweizer Aktienmarkt ist am ersten Tag der Berichtssaison im Handelsverlauf die Puste ausgegangen. Nachdem sich der Leitindex SMI über weite Strecken im Plus gehalten hatte, drehte er im späten Handel ins Minus und konnte sich zum Handelsschluss nur knapp über der 9'000-Punkte-Marke halten. Laut Händlern ist der erste deutlichere Effekt durch Fed-Chefin Janet Yellen vom Mittwoch wieder mehr oder weniger verpufft.
13.07.2017 18:15

Die Chefin der US-Notenbank hatte die Märkte am Vortag besänftig, dass sie die Liquidität nicht zu schnell entziehen werde. Das habe beruhigt - mehr aber auch nicht, kommentiert ein Börsianer. Keine Notenbank wolle sich derzeit den Schuh anziehen, die derzeitige Entwicklung der Weltwirtschaft mit einer zu schnellen Straffung der Geldpolitik gefährdet zu haben. Hierzulande mussten Investoren zudem den durchmischten Start in die neue Berichtsaison zunächst verarbeiten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss bei 9'003,57 Punkten um 0,13% tiefer. Im Hoch war er am Morgen bis auf 9'050 Zähler gestiegen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, ging unverändert bei 1'429,81 Zählern aus dem Handel und beim breiten Swiss Performance Index (SPI) steht ein Minus von 0,13% auf 10'241,01 Punkte zu Buche. Unter den 30 wichtigsten Titeln gab es am Ende 15 Gewinner, 13 Verlierer und Sika und Swiss Re waren unverändert.

Einen klar positiven Auftakt in die Berichtssaison schaffte der SLI-Neuling Partners Group (+2,2%). Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter machte erste Angaben zum Halbjahr und hat bei den Kundennachfragen und den verwalteten Vermögen deutlich zugelegt. Partners Group habe einmal mehr die Erwartungen geschlagen und die Guidance erhöht, lobte etwa die Bank Vontobel.

Noch deutlicher stiegen nur die Anteilsscheine des Duty Free-Händlers Dufry (+2,6%). Händler fanden allerdings keinen konkreten Grund für den kräftigen Kursanstieg. "Viele im Markt fragen sich, was die Titel aktuell antreibt. Antworten hat allerdings bisher niemand", so ein Marktteilnehmer. Zudem stünde der Wert immer wieder wegen der Beteiligung durch die chinesische HNA-Gruppe im Fokus, hiess es.

Die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,9%) und UBS (+0,4%) gehörten ebenfalls zu den Gewinnern. Sie hatten sich am Mittwoch noch schwach präsentiert. Aus dem Finanzsektor legten zudem noch Versicherer wie Bâloise (+0,7%), Swiss Life (+0,4%) und Zurich (+0,3%) zu.

Mit Richemont (+0,4%), Swatch und Adecco (beide +0,3%) standen aber auch einige Zykliker auf der Gewinnerliste. Bei Richemont will der zur Gruppe gehörende Uhrenhersteller IWC den Umsatz im Jahr 2017 steigern, wie der CEO in einem Interview ankündigte.

Von den drei Schwergewichten fielen vor allem die Aktien von Novartis (-1,0%) negativ ins Gewicht. Dabei ist der Pharmakonzern in den USA der Zulassung seiner personalisierten Zelltherapie CTL019 einen wichtigen Schritt näher gekommen: Ein beratender Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Therapie zur Behandlung von Leukämie zur Zulassung empfohlen. Laut Händlern hielten sich Investoren aber vor den am Dienstag anstehenden Halbjahreszahlen zurück.

Roche (-0,1%) und Nestlé (+0,1%) pendelten hingegen im späten Handel in einer engen Spanne um die Nulllinie. Klar auf der Verliererseite standen mit Lindt & Sprüngli (-1,2%) und dem Backwarenhersteller Aryzta (-0,8%) Vertreter aus der Nahrungsmittelbranche. Überdurchschnittlich abwärts tendierten auch noch Lonza (-1,3%) und Sonova (-1,0%).

Im breiten Markt fielen vor allem die Aktien von DKSH (-3,5%) und Bossard (+3,4%) auf. Beide Unternehmen hatten am Morgen Zahlen vorgelegt. Während DKSH die durchschnittlichen Erwartungen verfehlte, waren die Aktien des Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard nach einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus gesucht.

Barry Callebaut (+0,5%), die ebenfalls Zahlen vorgelegt hatten, bildeten zwischen den beiden Extremen das Mittelfeld.

hr/yr

(AWP)