Aktien Schweiz Schluss: SMI legt etwas zu - Nestlé mit Abgaben

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel im Plus beendet. Nachdem der SMI noch leicht tiefer eröffnet hatte, ging es bis zum Nachmittag deutlich über die Marke von 9'000-Punkten hinaus. Bis zum Handelsschluss gingen die Kursgewinne dann wieder etwas zurück. Der Tag stand ganz im Bann der Berichtssaison, die weltweit rasant weitergeht. Hierzulande war der Donnerstag der Höhepunkt der Woche mit gleich vier Rapporten von Blue-Chips-Unternehmen. Während Nestlé bremste, lieferte Roche etwas Unterstützung.
27.07.2017 18:15

"Die Risikofreude hält an", hiess es in einem Marktkommentar. Überwiegend starke Unternehmenszahlen auch in den USA halte die Rekordjagd an der Wall Street auf Trab. Zudem drehte die US-Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung am Vorabend wie erwartet nicht an der Zinsschraube. Nach den Fed-Aussagen stieg der Euro bis auf den höchsten Stand seit Januar 2015. Zum Franken stieg der Euro deutlich über 1,12 CHF - ein Niveau, welches seit der Aufgabe des Mindestkursregimes der SNB im Januar 2015 nicht mehr gesehen wurde.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,31% höher bei 9'017,79 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte 0,52% auf 1'440,78 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,31% auf 10'262,63 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Plus, sechs im Minus und SGS unverändert.

Schwergewicht Nestlé eröffnete nach Zahlen klar im Minus und ging mit -1,0% aus dem Handel. Der Lebensmittelkonzern ist im ersten Halbjahr 2017 weniger stark gewachsen als von Analysten und auch vom Unternehmen selbst erwartet. So zeigten sich die Analysten in ersten Kommentaren enttäuscht. Die Guidance für das organische Wachstum wurde indes zwar bestätigt, neu wird allerdings eher mit der unteren Hälfte der Bandbreite gerechnet. Die Zahlen könnten den oppositionellen Aktionären um den Hedgefonds Third Point Auftrieb verleihen, hiess es am Markt. CEO Mark Schneider zeigte sich mit dem Fortschritt bei der Wertschöpfung zufrieden.

Die Roche-Genussscheine (+0,2%) kamen im späten Handel etwas zurück. Hier lief es im ersten Halbjahr offenbar sehr gut. Mit den Zahlen übertraf der Pharmakonzern fast alle Analysten-Erwartungen und der Ausblick für das Gesamtjahr wurde überraschend angehoben. Treiber war das Pharmageschäft, sowohl mit den etablierten Blockbustern als auch mit den Neu-Lancierungen.

Das dritte Schwergewicht Novartis (+1,2%), das bereits vergangene Woche Ergebnisse präsentiert hatte, schloss klar fester.

Sika (+1,4%) waren nach Zahlen deutlich gefragt. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller setzte den Wachstumskurs mit neuen Rekordergebnissen fort. Ausserdem blickt das Management optimistisch auf den weiteren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr 2017.

Clariant (+1,2%) erholten sich von anfänglichen Verlusten. Das Unternehmen übertraf mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Prognosen leicht. Für frische Impulse sorgte zudem der Zahlenrapport des Fusionspartners Huntsman.

Lonza (+0,9%) profitieren dagegen am Tag nach der Zahlenvorlage nicht mehr ganz so stark wie anfangs von einer Hochstufung der Credit Suisse auf "Outperform" von zuvor "Neutral".

Unter den Blue Chips schlossen zudem noch Swatch (+2,3% auf 377,50 CHF) und Richemont (+1,5%) deutlich fester. Der französische Luxusgüterhersteller LVMH hatte dank einer Erholung in seiner Heimat und in China ein glänzendes erstes Halbjahr hingelegt. Für Swatch sei in einem positiven Marktumfeld ein Kursanstieg auf rund 420 CHF wahrscheinlich, so eine Meinung im Handel.

Etwas schwächer schlossen neben Nestlé noch Vifor (-0,4%), Givaudan oder Lindt&Sprüngli (beide -0,2%). Die Grossbanken CS (-0,3%) und UBS (+0,6%) zeigten sich uneinheitlich, während Julius Bär (+2,5%) deutlich zulegten. Beide Grossbanken präsentieren am Freitag ihre Quartalszahlen. Die Deutsche Bank hatte mit einem unerwartet deutlichen Rückgang der Erträge im zweiten Quartal enttäuscht; der Aktienhandel brach um fast 30% ein.

Zudem haben am Donnerstag noch mehrere Unternehmen am breiten Markt Zahlen publiziert. Während Bobst (+6,3%), Also (+1,0%) und BKB (PS +0,4%) Gewinne verbuchten, waren Sulzer (-4,7%), Vontobel (-3,8%) und Starrag (-6,9%) stark belastet. GKB schlossen nach Zahlen unverändert.

yr/rw

(AWP)