Aktien Schweiz Schluss: SMI legt weiter zu - Zyklische und Finanzwerte gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag an den Aufwärtstrend vom Vortag angeknüpft und mehrheitlich fester geschlossen. Gesucht waren laut Händlern vor allem Aktien zyklischer Firmen und Finanzwerte. Das Geschäft verlief bei ansprechenden Umsätzen recht aktiv. Zur positiven Stimmung trugen unter anderem gute Vorgaben aus China bei, wo die Hoffnung auf Fortschritte bei den US-chinesischen Handelsgesprächen für steigende Kurse gesorgt hatten. Zudem erhielten Konjunktursorgen in Europa keine weitere Nahrung.
16.04.2019 18:15

Die Risikobereitschaft der Anleger dürfte weiter zunehmen. Das Tempo der Kursfortschritte werde mit Sicherheit aber abnehmen, hiess es am Markt. Steigen dürfte hingegen die Volatilität. Zudem werde die Luft unweit des in der Vorwoche markierten Allzeithochs immer dünner.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,70 Prozent höher bei 9'579,85 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI), in dem die Dividendenabgänge in der Performance mitberücksichtig werden, erreichte kurzzeitig ein neues Rekordhoch und schloss noch um 0,62 Prozent fester auf 11'498,81 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), bei dem die grossen Werte nicht mit dem ganzen Gewicht gerechnet werden, avancierte um 0,93 Prozent auf 1'497,40 Punkte. Von den 30 grössten Titeln standen bei Börsenschluss 28 im Plus und zwei im Minus.

Weiter im Fokus standen Alcon (+2,2%). Der US-Vermögensverwalter Blackrock und der US-Investmentmanager Capital sind bei dem Augenheilmittelkonzern eingestiegen. Entstanden waren die Beteiligungen letzte Woche durch die Abspaltung von Novartis. Beide waren Aktionäre bei Novartis, hatten ihre Alcon-Beteiligung nach der Abspaltung aber etwas aufgestockt. Am Vortag hatte die Alcon-Aktie - unter anderem dank einer Empfehlung im US-Anlegermagazin Barron's - bereits 2,0 Prozent zugelegt, und die hohen Verluste vom Freitag sind damit wettgemacht.

Zu den besten Performern bei den Blue Chips zählten zyklische und Finanztitel. Der Halbleiter-Hersteller AMS legte um kräftige 5,0 Prozent zu. Der Sektor profitierte laut Händlern von Deckungskäufen durch Anleger, die auf fallende Technologiewerte gewettet hatten. Ausgelöst wurde die Bewegung durch massive Kursgewinne bei Aktien asiatischer iPhone-Zulieferer wie etwa bei Pegatron (+9,7%).

Der Uhrenkonzern Swatch (+3,3%), der Bauchemiekonzern Sika (+2,8%) und die Banken Julius Bär (+2,0%) und Credit Suisse (+2,0%) zogen ebenfalls deutlich an.

Swiss Life gewannen 1,3 Prozent. S&P hat das Kreditrating für den Lebensversicherer auf "A+" mit Ausblick "stabil" erhöht.

Gesucht waren auch ABB, die um 1,5 Prozent auf 20,11 Franken stiegen und damit die psychologisch und technisch wichtige Marke von 20 Franken unter sich liessen. Der (am Montag bekannt gewordene) neue Grossaktionär Artisan Partners aus den USA will den Automations- und Energietechnikkonzern nach dem Verkauf der Division Stromnetz noch weiter aufspalten. Das Unternehmen sollte sich in mindestens zwei weitere Geschäftseinheiten aufspalten, meinte ein Fondsmanager von Artisan gegenüber der Zeitung "Finanz und Wirtschaft".

Von den Marktschwergewichten hinkten Novartis (-0,3%) und Nestlé (+0,6%) dem Markt hinterher. Roche stiegen um 0,04 Prozent. Die Umsatzzahlen von Roche werden am Mittwoch erwartet. Nestlé veröffentlicht die Q1-Zahlen am Donnerstag.

Grösster Verlierer bei den Blue Chips waren Temenos (-0,6%). Das Bankensoftwarehaus hat nach Angaben vom Dienstagabend nach Börsenschluss im ersten Quartal ein Ebit von 49,5 Millionen Dollar verbucht und damit die AWP-Schätzungen von 44,2 Millionen Dollar übertroffen. Zuvor neigten die Anleger bei Temenos noch zu Zurückhaltung.

Im breiten Markt erlebten VAT (+6,3%) nach Quartalszahlen einen Kurssprung. Analysten lobten den Ausblick. Im Sog von VAT stiegen auch Inficon (+2,1%) und Sensirion (+3,3%). Wie bei AMS sorgten laut Händlern auch hier Deckungskäufe für Kursanstiege.

Vontobel (+6,1%) profitierten derweil von einer Höherbewertung durch die Citigroup auf 'Buy'. Gewinnmitnahmen belasteten Hochdorf (-3,3%). Der Titel hatte am Vortag nach einer Revolte der Aktionäre an der Generalversammlung 7,4% zugelegt. Zudem wurde an der GV die Dividende abgelehnt.

pre/mk

(AWP)

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