Aktien Schweiz Schluss: SMI mit deutliche Abgaben - klar unter 9'000 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit klaren Abgaben in die Handelswoche gestartet und hat deutlich tiefer geschlossen. Der Leitindex SMI hatte zunächst mit nur geringen Abschlägen eröffnet, rutschte dann aber schnell unter die 9'000-Punkte-Marke. Italien, steigende US-Zinsen und Sorgen um die Konjunkturentwicklung sorgten für einen Stimmungsdämpfer.
08.10.2018 18:15

Die weiter scharfe Rhetorik italienischer Politiker Richtung EU-Kommission brachte insbesondere Finanzwerte europaweit unter Druck. Die nach wie vor hohen Renditen bei US-Anleihen wurden zudem weiter als Belastungsfaktor gewertet. Mit den steigenden Renditen bei den Festverzinslichen erwachse den Aktien ernstzunehmende Konkurrenz, sagte ein Händler. Auch könnte das die Schwierigkeiten einer Reihe von Schwellen- und Entwicklungsländern verschärfen. In China wurden die Kapitalanforderungen an Banken gelockert, um die Wirtschaft und das Finanzsystem zu stützen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,86 Prozent tiefer auf 8'964,14 Punkten (Tagestief 8'938). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), bei dem die grössten Werte nicht mit dem vollen Gewicht enthalten sind, verlor gar 1,41 Prozent auf 1'439,83 Zähler. Und der breite Swiss Performance Index (SPI) büsste 0,99 Prozent auf 10'592,49 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 28 im Minus und nur zwei (Givaudan und Nestlé) schafften einen unveränderten Schlussstand.

Bei den Blue Chibs stürtzen Sonova (-8,7%) am Montag regelrecht ab, nachdem die Papiere bereits an den vorhergehenden beiden Handelstagen verloren hatten. Kurzfristig orientierte Investoren hätten Mittel aus den Titeln abgezogen, hiess es im Handel. Zudem verwiesen Analysten auf einen sich verschärfenden Wettbewerb auf dem US-Markt durch ein neues Produkt des Konkurrenten Bose. Das wurde als mögliche Gefahr für Sonova gewertet.

Mit etwas Abstand folgten die Aktien von Vifor Pharma (-5,2%), die ebenfalls an den Abwärtstrend der Vorwoche anknüpften. Hier hatte sich die UBS in einem Kommentar kritisch zu den unmittelbaren Risiken geäussert.

Beim Chip-Hersteller AMS (-4,6%) wiederum folgten Investoren den schwachen Vorgaben aus Übersee und stiessen die Titel verstärkt ab. Zudem wurde im Handel auf eine aktuelle Beteiligungsmeldung verwiesen. Demnach hat der Investor Wellington Management seinen Anteil von gut 4 auf unter 3 Prozent gesenkt. Es gebe Spekulationen, er wolle sich von seiner kompletten Position trennen, hiess es.

Zudem fanden sich Swatch (-2,3%) und Richemont (-2,2%) unter den grössten Verlierern im SMI/SLI wieder, ebenso Zykliker wie Sika (-3,5%), Schindler (-2,7%) oder LafargeHolcim (-2,5%), sowie der Bankensoftwarehersteller Temenos (-3,7%).

Schwache italienische Banken belasteten europaweit den gesamten Finanzsektor. Hierzulande gingen entsprechend UBS (-2,0%), Julius Bär (-1,9%) und Credit Suisse (-1,6%) tiefer aus dem Handel. Zudem hat in Paris der Prozess gegen die UBS begonnen. Die Anklage lautet auf illegale Anwerbung von Kunden und auf Geldwäscherei. Die Titel der grossen Assekuranzen Swiss Re (-0,5%), Swiss Life (-1,1%) und Zurich (-0,7%) verloren weniger deutlich.

Die beiden Schwergewichten Nestlé (unv.) und Roche (-0,1%) sorgten für eine leichte Stabilisierung. Novartis (-0,8%) konnten derweil nicht davon profitieren, dass ihr Zulassungsgesuch für ein MS-Mittel in den USA und der EU nun geprüft wird. Am Tag vor den Umsatzzahlen schlossen auch Givaudan unverändert.

Auch am breiten Markt waren die roten Vorzeichen klar in der Mehrheit. Auffällig waren etwa die Einbussen bei Interroll (-7,1%), Cicor (-6,0%) oder Feintool (-6,2%). Auf der Gewinnerseite stachen Bank Cler (+3,9%), Valartis (+3,6%) oder BVZ (+3,1%) hervor. Landis+Gyr (+3,0%) zeigten eine Erholungsbewegung nach den deutlichen Abgaben der Vorwoche.

yr/uh

(AWP)