Aktien Schweiz Schluss: SMI mit Jahreshoch - Warten auf Ergebnisse

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut von einer grundlegend freundlichen Stimmung profitiert und höher geschlossen. Das Leitbarometer Swiss Market Index (SMI) erreichte kurz vor Handelsschluss ein neues Jahreshoch bei 9'318,04 Punkten und schloss nur wenig tiefer. Nach einem Anstieg am Vormittag hielt sich die Bandbreite im weiteren Verlauf jedoch in engen Grenzen. Frischen Wind erwarten Händler von der anlaufenden Berichtssaison. Am Donnerstag treten mit Nestlé und Roche zwei Grosskonzerne zum Zahlenrapport an.
18.10.2017 18:12

Auf der Makroebene wurde mit Spannung eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi verfolgt, in der er die Staaten der Eurozone erneut zu wirtschaftlichen Reformen aufrief. Zum weiteren Kurs der EZB äusserte er sich eine Woche vor der nächsten EZB-Ratssitzung nicht. Gerüchten zufolge soll es zu einer Halbierung des Anleihekaufvolumens ab Januar 2018 kommen. Trotz Brexit bleibt in Grossbritannien die Arbeitslosigkeit auf historisch niedrigem Niveau. In den USA ging die Zahl der Baubeginne und Genehmigungen im September stärker zurück als erwartet.

Der SMI schloss 0,43% höher auf 9'309,61 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,40% auf 1'495,99 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,45% auf 10'634,71 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 26 im Plus und vier im Minus.

Vor allem die Kursgewinne der beiden Schwergewichte Nestlé (+1,0%) und Novartis (+0,7%) waren richtungsgebend für den Gesamtmarkt. Während Novartis bereits am Morgen eine Stütze waren, legten Nestlé erst im Tagesverlauf merklich zu. Seit Ende September hatte sich der Titel relativ gut entwickelt. Am Donnerstag wird sich zeigen, ob dies von den Unternehmenszahlen untermauert wird. Zudem sorgte ein angeblich lebhaftes Interesse für die US-Süsswarensparte für Fantasie. Der Pharmakonzern Novartis wiederum hat Langfristdaten für sein Medikament Revolade bei der Behandlung der Autoimmunkrankheit ITP gemeldet, die von Analysten als leicht positiv gewertet werden.

Auf der Gewinnerliste der Blue Chips standen Adecco (+1,3%) oben, gefolgt von Aryzta (+1,2%). Die Titel des Zeitarbeit-Dienstleisters liefen seit einigen Wochen sehr gut, hiess es im Handel. Kurstreiber seien Hoffnungen in die angekündigten Wirtschaftsreformen des sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron im Schlüsselmarkt Frankreich.

Auch Richemont (+1,1%) lagen gut im Rennen. Damit rückte der Jahreshöchstkurs sowie auch das vor vier Jahren erzielte Allzeithoch in Reichweite. Am Donnerstag könnten gute Uhrenexportdaten den Papieren weiteren Auftrieb verleihen. Swatch gewannen 0,8% hinzu.

Auch Sika, SGS (je +0,9%), Vifor Pharma, LafargeHolcim und Kühne+Nagel (je +0,8%) legten zu. Sonova (+0,2%) zeigten sich im Nachgang des Investorentags nur geringfügig fester.

CS (+0,1%) konnte die Vortagesgewinne verteidigen. Für Kursphantasie hatte der Einstieg des aktivistischen Investors Rudolf Bohli gesorgt, der die Aufspaltung der Grossbank fordert. Gemäss dem jüngsten Bericht der Financial Times will CS-Grossaktionär Harris Associates das Management der Bank dazu drängen, die Forderungen genauer zu prüfen.

Die grössten Verluste verzeichneten auf der Gegenseite mit Abstand Dufry (-1,4%). Die Analysten von Kepler Cheuvreux erwarten für das dritte Quartal des Reisedetailhändlers höhere Konzessionsgebühren, was sich negativ auf die Gewinnentwicklung auswirke.

Auch Roche (-0,4%) lagen am Tag vor dem Zahlenrapport im Angebot. Für die Pharma-Aktien hat Citigroup das Rating auf "Neutral" gesenkt und die Titel zugleich von ihrer vielbeachteten "Focus"-Liste gestrichen. Die übrigen beiden Verlierer waren Lonza (-0,4%) und Zurich( -0,2%).

Am breiten Markt fielen Evolva (+18%) und Addex (+11%) mit deutlichen Steigerungen auf. Klar im Plus schlossen auch Perrot Duval (+5,3%), Banque Prof. Gestion (+6,7%), Myriad (+4,5%) oder Tornos (+4,2%). Bei AMS (+2,4%) verwiesen Händler auf Deckungskäufe. Die jüngsten Kursrückgänge seien von Leerverkäufern genutzt worden, um ihre Wetten zu schliessen. VAT (+1,8%) erholten sich etwas vom Kursrutsch nach der Zahlenvorlage.

Bei den Verlierern waren die Kursausschläge weniger stark ausgeprägt. Grössere Abgaben verzeichneten etwa New Value (-6,9%), Lumx (5,6%), BVZ (-4,5%) oder New Venturetec (-3,8%).

yr/cf

(AWP)