Aktien Schweiz Schluss: SMI mit leichtem Plus - Banken erneut unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstagshandel mit einem leichten Plus beendet. Gewinne aus dem frühen Handel konnte der Leitindex SMI zunächst nicht halten und fiel am Mittag in den negativen Bereich. In den letzten beiden Handelsstunden bekam der Markt dann etwas Rückenwind von den US-Börsen und konnte noch zurück ins Plus drehen. Insbesondere die Finanzwerte sorgten für Abschläge - allen voran die CS-Aktien - während die schwergewichtigen Titel stützten. Die Sorgen um die Stabilität des europäischen Bankensystems hätten die Investoren wieder fest im Griff, hiess im Handel.
27.09.2016 18:15

Die Stimmung sei weiter volatil, hiess es. Nach den üblicherweise ruhigen Sommermonaten mit geringen Kursschwankungen sei wieder Bewegung im Markt. Dies sei allerdings auch auf zunehmende politische Risiken wie den näher rückenden US-Präsidentschaftswahl oder das im Dezember anstehende Verfassungsreferendum in Italien zurückzuführen. "Es steht ein volatiler Herbst bevor", so das Fazit eines Händlers. Der VSMI, das Mass für die Volatilität am Schweizer Markt, hatte in den vergangenen Tagen klar angezogen. Nach der Kandidatendebatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump am Vorabend reagierte die Wall Street positiv auf die neuesten Umfrageergebnisse. Zudem sorgten positive Daten zum Konsumentenvertrauen für Unterstützung.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann 0,13% auf 8'175,42 Punkte hinzu (Tagestief 8'120, -hoch 8'207). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste hingegen 0,22% auf 1'237,44 Zähler ein, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum um 0,09% auf 8'909,87 Punkte anstieg. Von den 30 wichtigsten Titel schlossen 16 im Minus, 13 im Plus und Bâloise unverändert.

Unter Druck standen erneut Finanztitel, wobei CS mit -3,3% mit Abstand die deutlichsten Verluste erlitten. CS-Chef Tidjane Thiam hatte an einer Investorenkonferenz die Anleger auf Geldabflüsse im Schweizer Geschäft im dritten Quartal eingestimmt, was für zusätzlichem Abgabedruck sorgte. Zwischenzeitlich fielen die Papiere um mehr als 4% zurück.

UBS büssten 1,0% ein und Julius Bär 0,5%. Zurich fanden sich mit -1,2% ebenfalls unter den grössten Verlierern und auch Swiss Re (-1,0%) und Swiss Life (-0,6%) gaben überdurchschnittlich nach. Unter den Versicherern konnten sich einzig Bâloise (unv.) halten.

Bereits am Vortag hatten Sorgen um die finanzielle Lage der Konkurrentin Deutsche Bank den Finanzsektor europaweit stark belastet und die "Lehman-Gespenster" wieder aufsteigen lassen, wie es hiess. Grundsätzlich sei das Umfeld für den Sektor weltweit alles andere als rosig. Bis auf weiteres dürfte das Tiefzinsumfeld das Kapitalmarktgeschäft belasten, womit die Erträge der Banken unter Druck bleiben.

Deutlichere Einbussen verzeichneten auch Clariant, Sika (je -0,5%) oder die Uhrenwerte Richemont (-0,7%) und Swatch (-0,6%).

Unter den Gewinnern lagen die schwergewichtigen Nestlé (+1,1%) vorne und auch Roche (+0,6%) und Novartis (+0,1%) drehten zum Handelsschluss noch klar ins Plus. Das gab auch dem SMI eine Stütze. Nachrichtenlos drehten zudem Dufry (+1,0%) ins Plus, nachdem die Titel des Reisedetailhändlers zuvor zu den grössten Verlierern zählten. Auch Kühne+Nagel (+0,7%), Lonza und SGS (je +0,4%) schlossen fester.

Im breiten Markt gaben AMS um 2,6% ab. Bereits am Vortag hatten die Titel klar überdurchschnittlich verloren. Daneben lagen auch Air Tech (-4,5%), Von Roll (-5,6%), CPH (-4,9%) oder Investis (-4,4%) deutlicher im Angebot.

Fester schlossen Cembra Money Bank (+1,4%). Für den Titel der auf Konsumkredite spezialisierten Bank haben die Analysten von Kepler Cheuvreux ein Kaufempfehlung ausgesprochen.

Nennenswerte Gewinne verzeichneten auf der Gegenseite u.a. Nebag (+8,1%), Airesis (+4,4%) oder Phoenix Mecano (+3,1%). Auch Titel von Hochdorf (+4,2%) wurden nachgefragt.

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(AWP)