Aktien Schweiz Schluss: SMI mit leichten Abgaben - Trump im Legislativ-Stau

Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche uneinheitlich beendet. Der Leitindex SMI war leicht fester gestartet, hatte dann aber geschwächelt. Erst gute US-Makrodaten und Aussagen von US-Präsident Donald Trump sorgten dann wieder für eine Stimmungsaufhellung. Und mit einer freundliche Wall Street wurde auch der Schweizer Leitindex wieder fast an die Nulllinie herangeführt. SLI und SPI schafften kleine Zugewinne.
27.02.2017 18:15

US-Präsident Donald Trump hatte am Nachmittag in einem Statement erneut höhere Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben angekündigt. Zugleich soll die Internationale Hilfe zurückgefahren werden und in Bezug auf das Thema Krankenversicherung schlug er zurückhaltendere Töne an. Derweil will Trump beim Abbau von regulatorischen Vorschriften uf das Tempo drücken. Beobachter werten die Pläne der neuen Regierung als ambitioniert und rechnen mit Verzögerungen. Die Zahlen zur Wirtschaftsstimmung in der Eurozone und US-Daten fielen freundlich aus.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,06% tiefer bei 8'520,56 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,12% auf 1'350,07 Zähler hinzu und der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg um 0,05% auf 9'339,45 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 21 im Plus und neun im Minus.

Die grössten Verlierer unter den Blue Chips waren die beiden Uhrenwerte Swatch (-1,5%) und Richemont (-0,7%). Zudem gaben die volatilen Aryzta (-0,5%) oder Swiss Re (-0,4%) noch nennenswert ab.

Belastend für den SMI wirkten insbesondere die schwergewichtigen Roche, die um 0,7% zurückfielen. Unternehmensspezifische News lagen zum Pharmakonzern aber nicht vor. Der Titel entwickelte sich seit Jahresbeginn bislang besser als der Gesamtmarkt. Demgegenüber gewannen Novartis (+0,3%) hinzu, während Nestlé (-0,3%) wiederum etwas abgaben. Bei Novartis begann am Montag der Aktienrückkauf über eine zweite Handelslinie.

Uneinheitlich schlossen die beiden Grossbanken UBS (-0,1%) und CS (+0,7%), die in der Vorwoche jeweils rund 2% nachgegeben hatten und damit zu den grossen Verlierern gehörten. Zeitweise habe eine Bankenstudie aus dem Hause Kepler Cheuvreux für schlechte Stimmung gesorgt, in welcher die Analysten den europäische Bankensektor auf "Neutral" zurückstuften, hiess es am Markt.

Bei den SMI/SLI-Gewinnern standen Dufry (+2,0%) an erster Stelle. Die Aktie entwickelte sich seit Jahresbeginn verhältnismässig stark und knüpft damit an die im vergangenen Sommer eingeleitet Aufwärtsbewegung an. Mitte März wird der Konzern das Zahlenset zum vergangenen Geschäftsjahr veröffentlichen.

Gut nachgefragt wurden auch Sika (+1,5%), dies nach dem bereits starken Lauf am Freitag im Anschluss an positiv aufgenommene Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Weitere Zykliker wie LafargeHolcim (+1,4%), Adecco (+0,7%) oder Geberit (+0,8%) wurden klar von den Trump-Äusserungen nach oben gezogen. Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel (+0,4%) wird zur Wochenmitte die Geschäftszahlen vorlegen. Fester schlossen auch Sonova (+1,9%) und Galenica (+1,1%)

Der Feinchemiekalienhersteller Lonza (+0,6%) investiert zusammen mit der französischen Sanofi knapp 300 Mio CHF in die Errichtung einer Anlage für Säugetierzellkulturen zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern in der Schweiz. Mit Sanofi erhält Lonza einen starken Pharmapartner und kann damit das Portfolio der Wirkstoffproduktion weiter ausbauen, wie es bei der ZKB heisst.

Am breiten Markt zogen GAM um 9,3% an. Der Hedgefonds RBR, der 2,1% an GAM hält, schlägt eigene Kandidaten als VR-Mitglieder vor, von denen einer zum VRP gewählt werden soll. Für das erste Halbjahr 2016 hatte GAM einen Gewinneinbruch von rund 50% ausgewiesen. Für Schlagzeilen hatte RBR im vergangenen Jahr durch einen Machtkampf mit dem damaligen Verwaltungsrat des Airline-Caterers Gategroup gesorgt.

Einen Kursprung legten Kuros (+15%) hin. Das kleine Biotech-Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Marktfreigabe für das Mittel MagnetOs Granulat als Knochenersatz-Extender zur Anwendung an der posterolateralen Wirbelsäule erhalten. Nach Produktnews legten auch die Aktie des Genfer Biotech-Unternehmens Addex (+12%) zu. Gesucht waren zudem Bucher (+4,5%) nach einer Kaufempfehlung durch Baader Helvea.

Myriad fielen hingegen um 10% zurück. Bereits am Freitag waren die Titel nach einem enttäuscht aufgenommenen Zahlenkranz um 20% eingebrochen waren.

yr/mk

(AWP)