Aktien Schweiz Schluss: SMI mit Plus - Swiss Life im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch im Plus beendet. Der Leitindex SMI konnte sich im Verlauf des Nachmittags von einer schwächeren Entwicklung am Morgen erholen, als es zeitweise bis an die 9'200er-Marke herunterging. Händler sprechen jedoch von einem ruhigen Handel, nachdem es in der vergangenen Woche etwas turbulenter zugegangen sei. Nach Zahlen konnten Swiss Life zulegen und auch die Schwergewichte stützen.
08.11.2017 18:15

Ein Händler sprach mit Blick auf den Leitindex von einer Konsolidierung zwischen der 9'200er und 9'300er Marke. Am Morgen hatten die Zahlen zur chinesischen Aussenhandelsbilanz für Unsicherheit gesorgt. Etwas Unterstützung kam nach dem US-Ölbericht auf, der an der Wall Street leicht positiv wirkte. Europaweit war die Berichtssaison noch mal in vollem Gange, während sie hierzulande langsam ausläuft.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,50% höher auf 9'265,82 Punkten (Tagestief 9'202). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,44% auf 1'507,22 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,43% auf 10'631,21. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 21 im Plus, sieben im Minus und zwei (ABB, Roche) unverändert.

Die Papiere von Swiss Life (+2,2%) rangierten unter den 30 Blue Chips an der Spitze. Der Lebensversicherer ist gewachsen und tut dies strategiekonform mit "kapitalschonenden" Produkten und gebührenbasierten Dienstleistungen. Für Rückenwind sorgte die Bestätigung der Ziele für 2018. Wie es bei Baader Helvea heisst, deuten die Trends im dritten Quartal auf eine Verbesserung hin.

Bei den übrigen Assekuranzen zeigten sich auch Bâloise (+1,0%), Swiss Re (+0,6%) und Zürich (+0,8%) freundlich.

Bei den Kursgewinnen von LafargeHolcim (+2,0%) verweisen Börsianer auf Meldungen der Konkurrenz als Stütze. Heidelbergcement hat im dritten Quartal vor allem beim Gewinn über den Erwartungen abgeschnitten. Die Aktien des Schweizer Zementherstellers pendeln seit Monaten um die Marke von 57 CHF.

Der Aromen-Spezialist Givaudan (+1,3%) konnte ebenfalls nach News von einem Branchennachbarn zulegen. Hier verwiesen Händler auf die Zahlen des deutschen Konkurrenten Symrise, der in einem insgesamt starken dritten Quartal beim Umsatz etwas besser als erwartet abgeschnitten hat.

Richemont (+0,4%) und Swatch (+0,7%) schlossen ebenfalls im Plus. Hier stützt laut Händlern der chinesische Uhrenhändler Hengdeli, der aufgrund einer erwarteten Nachfragesteigerung im Vorfeld des chinesischen Neujahrs die Produktion erhöht.

Die drei Schwergewichte Nestlé (+0,6%), Novartis (+0,4%) und Roche (unv.) gaben in Summe eher Stütze für den SMI. Novartis hatte am Morgen über einen Studienerfolg mit seinem Krebsmittel Kisqali berichtet. Die ersten Analysten-Kommentare fielen wohlwollend aus.

Die Grossbanken UBS und CS (je +0,1%) drehten zum Handelsschluss noch leicht ins Plus.

Bei den Zyklikern zeigte sich zur Wochenmitte ein gespaltenes Bild. So waren etwa Geberit, Kühne+Nagel (je +0,8%) oder Sika (+0,6%) gefragt. Unter den Verlierern rangierten demgegenüber SGS (-0,4%) oder Schindler (-0,1%).

Grösste Verlierer waren unter den Top-30 Partners Group (-0,8%) und auch Sonova (-0,5%) und Dufry (-0,3%) schlossen tiefer.

Zahlen gab es im breiten Markt vom weltgrössten Schokoladenhersteller Barry Callebaut (+0,5%), deren Aktien nahe dem Allzeithoch schlossen. Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt leicht über den Erwartungen abgeschnitten. In Analystenkreisen sieht man die Fortschritte im Aktienkurs aber bereits eingepreist.

Aufwärts ging es noch für Valora (+3,0%), nachdem die Aktionäre des Kioskbetreibers eine beantragte Kapitalerhöhung bewilligt haben. Ascom (+1,4%) zogen an, nachdem das Unternehmen einen Auftrag aus den Niederlanden gemeldet hatte.

Grösste Verlierer im breiten Markt waren Lifewatch (-3,5%) und Orascom (-3,9%) - beide ohne Nachrichten. Evolva (-3,0%) hat über Bezugsrechte und eine Privatplatzierung 86 Mio CHF erlöst.

yr/ra

(AWP)