Aktien Schweiz Schluss: SMI rutscht zum Wochenende unter 8'000-Punkte

(Wiederholung: Bei der Kursveränderung zur UBS-Aktie wurde das Vorzeichen verwechselt)
05.02.2016 18:58

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat auch den letzten Tag der Handelswoche mit Verlusten abgeschlossen. Im Tagesverlauf hielt sich der SMI die meiste Zeit über 8'000 Zählern, rutschte aber am Nachmittag mit deutlich schwächeren US-Börsen immer weiter ab und schloss letztendlich nahe dem bisherigen Tagestief vom Morgen. Die US-Arbeitslosenzahlen am frühen Nachmittag konnten den SMI damit nur vorübergehend auf ein Tageshoch bei 8'074 Punkten treiben. Der Stellenaufbau ausserhalb der Landwirtschaft in den USA fiel zwar schwächer aus als erwartet aus, allerdings wurden bei den Durchschnittslöhnen und der Arbeitslosenquote überraschend gute Werte verkündet.

Insgesamt hätten die Daten die Erwartungen an das Tempo der Geldpolitik in den USA kaum beeinflusst, hiess es am Markt. Gleichzeitig seien die sich jüngst gemehrten Sorgen um die US-Konjunktur vielleicht etwas kleiner geworden. Vor dem Wochenende und den aus China erwarteten Zahlen zu den Währungsreserven bleiben die Marktteilnehmer verunsichert. Nachdem sich der Schweizer Handel am Freitag zunächst eher ruhig präsentierte, legte die Volatilität am Nachmittag deutlich zu und der VSMI stieg um knapp 3% auf ein nach wie vor hohes Niveau. Das SMI-Minus der Woche beläuft sich auf 4,3%.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,54% im Minus bei 7'960,13 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,33% auf 1'196,39 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,52% auf 8'266,50 Zähler. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen 18 im Minus, elf im Plus und einer unverändert.

Besonders die Schwergewichte belasteten den SMI - besonders stark Nestlé (-1,4%), aber auch Novartis (-0,8%) und Roche (-0,5%).

Die grössten Abschläge am Freitag verbuchte der Börsenliebling des Vorjahres, Galenica (-4,8%). Deutliche Abgaben verzeichneten zudem Lonza (-2,7%), die Versicherer Swiss Re (-2,1%) und Swiss Life (-2,0%) sowie Sika (-1,6%). Auch die defensiven Swisscom (-1,1%) gaben derweil erneut nach. Nach der Vorlage der Jahresergebnisse vom Vortag trafen zum Telekomkonzern weitere eher kritische Analystenkommentare ein.

Die grössten Gewinne unter den Blue Chips verzeichneten am Schluss dagegen mit Abstand die volatilen Transocean (+8,0%), die von der jüngsten Erholung der Ölpreise profitieren dürften. Eine Senkung des langfristigen Kreditratings auf "BB" von "BB+" durch die Ratingagentur Fitch schien die Anleger indes wenig beeindruckt zu haben.

Massiv zulegen konnten auch Swatch (+4,3%). Mit Baader Helvea und Kepler Cheuvreux haben zwar zwei weitere Analystenhäuser ihre Kursziele für die Titel des Uhrenkonzerns nach der Zahlenvorlage vom Mittwoch gesenkt, beide bleiben jedoch bei ihren Kaufempfehlungen.

Unter den zwei Grossbankenwerten erholten sich Credit Suisse (+1,5%) etwas, nachdem die Titel am Vortag nach enttäuschenden Zahlen zum vierten Quartal um 11% abgesackt waren. Am Freitag haben weitere Analysten ihre Gewinnschätzungen und ihre Kursziele für die CS-Titel nach unten revidiert, JP Morgan hat zudem das Rating auf "Equal-Weight" von zuvor "Overweight" zurückgestuft. In den Kommentaren wird generell bezweifelt, dass das CS-Management seine Ziele 2018 überhaupt noch erreichen kann. Die Titel der Konkurrentin UBS (-0,9%) schlossen dagegen im Minus.

Julius Bär (+0,5%) konnten die zwischenzeitlich kräftigen Gewinne nicht bis zum Schluss halten, schlossen aber dennoch noch gut im Plus. Die Privatbank hatte in der Nacht auf Freitag den lange ersehnten definitiven Abschluss des US-Steuerstreits bekanntgegeben und dabei auch die bereits im vergangenen Jahr zurückgestellte Bussensumme von 547 Mio USD erneut bestätigt. Zwei Bär-Mitarbeiter haben sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt, US-Kunden bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben.

Starke Gewinne verzeichneten noch SGS (+1,6%), und LafargeHolcim (+1,1%) machten ebenso einen Teil der klaren Verluste des Vortags wieder gut.

Am breiten Markt legten Ems-Chemie (+4,8%) deutlich zu, nachdem der Spezialchemie-Unternehmen mit seinem Jahresergebnis 2015 die Markterwartungen beim Ergebnis übertreffen konnte. Auch der zuversichtliche Ausblick wurde positiv gewertet. Flughafen Zürich (+2,1%) profitierten derweil von einer Kaufempfehlung durch die US-Bank Goldman Sachs. Auch Leonteq (+4,7%) erholten sich etwas, nachdem sie am Vortag nach der Zahlenvorlage um 23% eingebrochen waren.

ys/mk

(AWP)