Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst auf praktisch auf Jahreshoch

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag an den Aufwärtstrend der vergangenen Sitzungen angeknüpft und nur wenig unter dem im Verlauf markierten Jahreshoch geschlossen. Die Aussicht auf eine Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit liess die Anleger zugreifen. "Die Stimmung ist gut und der Aufwärtstrend dürfte durchaus noch etwas anhalten. Aber die Luft wird dünn", sagte ein Händler. Die Anleger blendeten die Gefahren einfach aus. Daher erfolgte der Anstieg auch mit nicht allzu grossen Umsätzen, hiess es.
25.02.2019 18:15

Die Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China stimmen laut Händlern die Anleger zuversichtlich. Der Markt stehe möglicherweise vor einem Erleichterungsrally, sagt ein Händler. US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht auf Montag angekündigt, bestehende Strafzölle auf chinesische Importe vorerst nicht anzuheben. Er begründete dies mit Fortschritten in den laufenden Verhandlungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,53 Prozent höher auf 9'398,37 Punkten. Bei 9415,99 markierte der SMI ein Jahreshoch. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,77 Prozent auf 1'449,37 Punkte, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46 Prozent auf 10'986,72 Punkte stieg. Erstmals seit mehr als einem Jahr überstieg der umfassende Index kurzzeitig die Marke von 11'000 Zählern. Von den 30 Bluechips schlossen 23 höher, sechs schwächer und Swiss Re waren unverändert.

Im Fokus standen die Genussscheine von Roche (-0,3%). Der Pharmariese kündigte den Kauf des US-Unternehmens Spark Therapeutics für etwa 4,3 Milliarden US-Dollar an. Da Investoren fürchteten, der Preis könnte überteuert sein, kam der Kurs trotz positiver Analystenkommentare nicht in die Gewinnzone. Ein Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 122 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Titel vom vergangenen Freitag.

Ein Händler erklärte dazu, die Prämie betrage aber gegenüber dem Kurshoch vom Juli 2018 lediglich 19 Prozent. Analyst Stefan Schneider von Vontobel zielte in seinem ersten Kommentar denn auch vor allem auf den strategischen Aspekt ab. Er möge die strategische Überlegung der Transaktion, da diese das aufkommende Hämophilie-Geschäftsfeld von Roche erweitere. "Das ist ja nicht die erste Übernahme, die Roche stemmt", sagt ein Händler.

Mit den Anteilen von Swisscom (-0,4%) verlor ein weiterer als defensiv geltender Titel an Wert. Leicht tiefer gehandelt waren zudem Schindler (-0,2%), Kühne+Nagel (-0,1%), Sika (-0,1) und LafargeHolcim (-0,04%).

Stark gefragt waren Aktien zyklischer Firmen. Die volatilen AMS-Aktien schossen um 5,2 Prozent nach oben und Logitech stiegen um 1,6 Prozent. Die Titel der Uhren- und Luxusgüterhersteller, die einen namhaften Teil ihres Geschäfts in Fernost erzielen, profitierten ebenfalls von der Hoffnung auf eine Lösung im Handelsstreit. So zogen Swatch (+3,6%) und Richemont (+1,6%) kräftig an. "Für die beiden ist der Grossraum China die wichtigste Absatzregion", sagt ein Händler. Daher profitierten sie auch am deutlichsten von einer Entspannung.

Die Einführung einer neuen Organisationsstruktur verhalf den Papieren des Pharmazulieferers Lonza zu einem Plus von 4,0 Prozent.

Die Aktien der Banken Credit Suisse (+1,8%), Julius Bär (+3,4%) und UBS (+1,8%) stimmten ebenfalls in den Aufwärtstrend ein.

Im breiten Markt schnellten Santhera nach guten Studiendaten um 124 Prozent hoch. Eine Langfriststudie zeigte die Wirksamkeit des Hauptprodukts Idebenon, dem Analysten ein Umsatzpotenzial von mehr als einer Milliarde Dollar zutrauen.

Die Titel der Elektronikfirma Elma kletterten nach einem unerwartet guten Ergebnis um 21 Prozent nach oben. Auch andere Branchenvertreter legten zu. Sensirion gewannen 4,7 Prozent. Die Aktien des Vakuumpumpenherstellers VAT rückten um 1,1 Prozent vor. Kunden der Technologiebranche hätten ihre Investitionsentscheidungen in den vergangenen Monaten wegen des Handelsstreits hinausgeschoben, hiess es dazu.

pre/ra

(AWP)

 

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