Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst kaum verändert - Givaudan stark gefragt

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag über weite Strecken mehr oder weniger auf der Stelle getreten. Nur am Nachmittag gelang dem Leitindex SMI zwischenzheitlich ein etwas deutlicheres Plus, bevor er gegen Handelsschluss wieder in Richtung Vortagesschluss zurückkam. Damit setzte er seine Tendenz der vergangenen Tage fort. Seit der SMI nämlich vor gut einer Woche ein Jahreshoch markiert hat, verezichnet er keine grösseren Ausschläge mehr.
10.10.2017 18:10

Am Markt nannten Händler dafür aktuell fehlende Impulse von Konjunkturseite. Zudem sorge die unklare Lage bei den geplanten US-Steuerreformen für Verunsicherung. Auf Unternehmensseite dürfte der Nachrichtenfluss dagegen wieder zunehmen. Der Aromen- und Dufstoffhersteller Givaudan machte an diesem Tag den Auftakt in die Berichtssaison für das dritte Quartal. Händler warnen in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Erwartungen an die Unternehmensresultate hoch seien. Sie seien zuletzt auch die treibende Kraft für die steigenden Börsennotierungen gewesen. Komme es hier zu Enttäuschungen, könne dies durchaus Auslöser einer grösseren Korrektur sein.

Der SMI ging um 0,08% höher bei 9'267,17 Punkten aus dem Handel. Seine Handelsspanne lag zwischen 9'248 und 9'282 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,25% auf 1'491,07 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 10'583,56 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 20 im Plus, neun im Minus und einer (Julis Bär) unverändert.

Die Aktien von Givaudan verteidigten bis zum Handelsschluss ihre Poleposition unter den Blue Chips. Am Ende gingen sie bei einem Kurs von 2'757 CHF (+3,1%) aus dem Handel. Im Handelsverlauf hatten die positiv aufgenommenen Zahlen die Titel bis auf ein Rekordhoch von 2'179 CHF katapultiert. Das organische Umsatzplus von 5,7% im dritten Quartal wurde in Analystenkreisen als beeindruckend bezeichnet. Gut kam dabei vor allem das Wachstum im Riechstoffgeschäft von 6,2% an, da in diesem Bereich die Margen überdurchschnittlich hoch sind.

Überdurchschnittliche Kursgewinne verzeichneten zudem noch die Aktien von Adecco (+1,3%) und Aryzta (+1,1%). Die Kursgewinne bei dem Personaldienstleister Adecco wurden in Händlerkreisen mit "ermutigenden" Arbeitsmarktstatistiken aus dem Schlüsselmarkt Frankreich sowie mit einem starken Zahlenkranz des Mitbewerbers Robert Walters begründet.

Mit Sika (+0,7), Geberit und LafargeHolcim (beide +0,6%) gehörten noch einige Zykliker aus der Bauindustrie zu den Favoriten. Sie alle dürften von besseren Wirtschaftsaussichten profitieren. So ist offenbar die deutsche Bundesregierung zuversichtlicher für das deutsche Wachstum und der Internationale Währungsfonds (IWF) hob seine Wachstumsaussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum leicht an.

Die Kursgewinne der beiden Uhrenhersteller Richemont (+1,0%) und Swatch (+0,7%) führten Marktakteure auf überraschend starke Zahlen der französischen Konkurrentin LVMH zurück, die für Kursphantasie gesorgt hätten.

Als Hemmschuhe für den Markt erwiesen sich dagegen die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,7%) und Roche (-0,3%). Bei Roche setzte sich am Ende ein Kommentar der Experten von Liberum durch. Diese meinen, dass Rückerstattungsanreize für Ärzte in den USA den Gebrauch von Biosimilars begünstigen würden. Entsprechend sei ihr Optimismus für neue Produkte bei Roche dahin.

Diesen Verlusten hielt das dritte Schwergewicht, Nestlé, ein Kursplus von 0,4% entgegen. Nennenswerte Einbussen verzeichneten ohne Nachrichten noch Dufry (-0,5%) und die Aktien von ABB (-0,4%).

Im breiten Markt waren etwa Bossard (+6,0%) nach Zahlen und einer präzisierten Umsatzguidance auffällig. Noch deutlicher - allerdings nachrichtenlos - legten Orascom (+14%) zu.

Das Gegenstück bildeten Highlight Event and Entertainment AG (HLEE) (-5,8%) und Molecular Partners (-3,4%). Auch hier gab es keine Nachrichten.

hr/uh

(AWP)