Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst tiefer - Bleibt unter 9'000 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag tiefer geschlossen, wobei der Leitindex SMI wieder deutlich unter die Marke von 9000 Punkten gerutscht ist. Vor allem im späten Handel kam noch einmal etwas Bewegung in den Markt und verhalf dem SMI zumindest für kurzzeitige Ausflüge in die Gewinnzone. Das Bild sei typisch für jene Tage, an denen die Börsen in den USA feiertagsbeding geschlossen blieben, hiess es von Händlerseite. In den USA ist an diesem Dienstag der "Independence Day" gefeiert worden.
04.07.2017 18:15

An solchen Tagen sei das Volumen in der Regel dünn und die Bewegungen meist wenig nachhaltig, erklärte ein Börsianer. Zudem hielten sich Anleger angesichts geopolitischer Spannungen, ausgelöst durch Nordkorea, ebenfalls zurück. Kaum Einfluss hatten die Aussagen von EZB-Chefökonom Peter Praet, der die jüngsten Spekulationen auf eine absehbar straffere Geldpolitik zu dämpfen versuchte. Er sagte, die EZB müsse in der Geldpolitik Ausdauer beweisen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,43% tiefer bei 8'971,40 Punkten. Dabei rutschte er vor allem mit der Schlussauktion nochmals merklich ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 0,31% auf 1'419,95 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,44% auf 10'188,79 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln beendeten 22 den Handel im Minus und acht im Plus.

Nach Nestlé in der vergangenen Woche, machte nun Clariant (+3,1%) von sich reden. Der Grossaktionär White Tale will den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Spezialchemiekonzern und dem etwa gleich grossen US-Mitbewerber Huntsman verhindern. Mit einem Stimmenanteil von 7,2% ist die aus dem Hedgefonds Corvex und Standard Industries zusammengesetzte Aktionärsgruppe kein Leichtgewicht.

Über den Einstieg zeigten sich Analysten nicht wirklich überrascht. Das Clariant-Management habe den Konzern in den vergangenen Jahren erfolgreich zu einem hochmargigen Spezialitätenhersteller heranwachsen lassen. Der geplante Zusammenschluss mit Huntsman würde diese Transformation nun wieder verwässern, so ein Experte. Ein weiterer Analyst meinte, dass nach dem Einstieg von White Tale eine Gegenofferte eines grossen Chemieherstellers wahrscheinlicher sei als bisher.

Mit einigem Abstand folgten Aktien aus der Finanzbranche. Neben Versicherern wie Swiss Life (+0,9%), Swiss Re (+0,3%) und Bâloise (+0,1%) legten auch die Anteilsscheine der Grossbank Credit Suisse (+0,9%) überdurchschnittlich zu. Dagegen ging es für die UBS (-0,5%) abwärts. Die Papiere der CS wurden durch eine Hochstufung gestützt: Die Société Générale bewertet die Papiere neu mit "Hold". Mit der neuen, Ende April bekannt gegebenen Strategie adressiere die Grossbank die Sorgen der Märkte, so die Begründung.

Bei den Versicherern hatte sich die HSBC in einer Branchenstudie am Morgen umfangreich geäussert. Für Swiss Life erhöhten die Experten das Kursziel zwar deutlich, es liegt aber noch immer klar unter dem aktuellen Aktienkurs und entsprechend lautet die Einstufung weiterhin "Reduce". Die Papiere der Swiss Re bewerten sie bei einem dagegen gesenkten Kursziel weiter mit "Overweight". Zu dem Rückversicherer hat sich auch JPMorgan noch geäussert.

Die Verliererliste wurde an diesem Tag nahezu durchgehend von den Swatch-Papieren (-1,6%) angeführt. Ihnen folgten weitere Zykliker wie Schindler, Adecco und ABB mit Kursverlusten zwischen 1,1 und 1,0% in etwas Abstand. Belastet wurde der Gesamtmarkt aber insbesondere von den schwachen Nestlé (-0,8%).

Die anderen beiden Schwergewichte Roche (-0,4%) und Novartis (+0,3%) waren massgeblich für das leichte Hin und Her im späten Handel verantwortlich, da sich beide Papiere immer wieder ins Plus vorarbeiteten.

Im breiten Markt führten 5EL (-15,9%) die Verliererliste an. Huber & Suhner fielen um 5,1%. Ein bisher ungekanntes Bild lieferten die Aktien von Idorsia (-3,4%), die erstmals seit ihrem Debüt vor gut zwei Wochen im Minus schlossen.

Klar im Plus schlossen Newron (+6,0%), Myriad (+5,2%) und auch Cham Paper (+3,1%). Das Unternehmen hatte erste Angaben zum ersten Semester publiziert.

hr/tp

(AWP)