Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst tiefer - Dämmt Verluste aber ein

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Allerdings ist es dem Leitindex SMI gelungen, sich bis Börsenschluss von seinen Tagestiefs klar zu erholen. Leichte Unterstützung hat er dabei von der Wall Street bekommen. Dort reagierten Investoren erleichtert auf eine Stabilisierung der Ölpreise. Auch die aktuell veröffentlichten Daten zu den Rohölbeständen in den USA halfen dabei.
21.06.2017 18:15

Insgesamt war der Handelstag vor allem durch Themen wie dem Programm der britischen Regierung zum Brexit und den politischen Umwälzungen in Saudi Arabien geprägt. Sie sorgten zwar für Gesprächsstoff, hatten aber keinen erkennbaren Einfluss auf das Marktgeschehen. Das traf auch auf die Tatsache zu, dass chinesische Aktien künftig im MSCI Emerging Markets Index enthalten sein werden. Die hiesige Marktschwäche war vor allem Kursverlusten bei Versicherungswerten und dem Schwergewicht Nestlé geschuldet.

Der Swiss Market Index (SMI) verabschiedete sich mit einem Kursminus von 0,42% bei 8'985,61 Punkten. Sein Tagestief hatte er bei 8'932,41 Punkten markiert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab um 0,21% auf 1'421,86 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,37% auf 10'233,89 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 15 im Minus, 14 im Plus und LafargeHolcim unverändert.

Die grössten Verlierer stellte die Versicherungsbranche. Swiss Life, Zurich Insurance sowie Bâloise gaben zwischen 1,4% und 1,1% nach. Swiss Re folgen in kurzem Abstand mit -0,9%. Die Anteilsscheine der Zurich waren von Mainfirst auf "Neutral" abgestuft worden. Die Experten gehen zwar davon aus, dass der Konzern die Ziele für 2019 erreichen werde, das sei aber im Kurs enthalten und begrenze somit das weitere Potenzial.

Ebenfalls aus dem Finanzsektor standen noch die Aktien der Partners Group (-1,0%) weit oben auf den Verkaufslisten. Anders verlief es für die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+0,4%) und Credit Suisse (+0,3%). Ihnen gelang im späten Handel der Richtungswechsel, nachdem sie die meiste Zeit leichter tendiert hatten. Mit Blick auf die Grossbanken hat sich der Basler Ausschuss zuversichtlich gezeigt, dass die Basel-4-Verhandlungen noch im Juli abgeschlossen werden könnten. Nach Ansicht der ZKB-Analysten dürfte nur ein stark verwässertes Basel-4-Regelwerk Erfolg haben.

Einen Tag vor den neuesten Daten zu den Schweizer Uhrenexporten ging es auch für die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (-0,7%) und Richemont (-0,3%) abwärts. Mit Vifor (-0,7%) und Sonova (-0,4%) präsentierte sich auch die Gesundheitsbranche schwächer.

Dies traf auch auf das Schwergewicht Roche (-0,3%) zu. Novartis schlossen am Ende 0,1% höher, nachdem die Aktien den Tag über zwischen Gewinn- und Verlustzone gependelt waren. Aussagen zum Migräne-Mittel Erenumab kamen gut an. Nestlé (-1,4%) erwiesen sich von den dreien dagegen als der grösste Belastungsfaktor für den Gesamtmarkt.

Auf der Gewinnerseite standen bei den Blue Chips Aktien wie Sika, Lonza und Clariant hoch in der Gunst der Investoren. Die Titel schlossen mit Kursaufschlägen zwischen 1,7 und 0,7%.

Im breiten Markt stachen Kuros (+11%) hervor, nachdem das Biotechunternehmen für den medizinischen Dichtungsstoff Neuroseal die CE-Kennzeichnung erhalten hat. New Venturetec (+12%), Myriad (+10%) und Zwahlen et Mayr (+8,7%) waren ebenfalls gesucht.

Aufwärts ging es auch für Oerlikon (+1,6%), nachdem das Unternehmen einen wichtigen Schritt im Wachstumsmarkt Additive Manufacturing (AM) gemacht hat. Mit GE Additive wurde eine bevorzugte Partnerschaft vereinbart. Vontobel wertete den Schritt positiv, da er die hohe Kompetenz von Oerlikon beim AM untermauere.

Auf der Verliererseite fielen Highlight Event&Entertainment ohne konkrete News um 9,0% zurück.

hr/mk

(AWP)