Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst tiefer - Kühne+Nagel von Zahlen belastet

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Wochenauftakt mit leichten Verlusten beendet. Nach einem bereits tieferen Start hat der Leitindex SMI seine Verluste am frühen Nachmittag noch etwas ausgeweitet und sich dann in etwa auf diesem Niveau gehalten. Insgesamt sprachen Händler aber von einem ruhigen Start in die Woche. Einige Investoren hätten den zuletzt guten Lauf mit erneuten Jahreshochs in der vergangenen Woche dazu genutzt, Gewinne mitzunehmen.
16.10.2017 18:10

Die jüngsten politischen Entwicklungen in Spanien hätten höchstens am Devisenmarkt minimalen Einfluss gehabt. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat ausweichend auf die mit einem Ultimatum verbundene Frage der spanischen Zentralregierung geantwortet, ob er die Unabhängigkeit seiner Region erklärt hat oder nicht. Davon abgesehen gibt es nach Ansicht der ZKB aber derzeit keinen Grund für eine nachhaltige Eintrübung an den Märkten - vorausgesetzt die globale Konjunktur setzt ihren aktuellen gleichlaufenden Aufschwung fort, wie es in einem Kommentar der Bank hiess.

Der SMI ist mit einem Minus von 0,40% bei 9'274,59 Punkten aus dem Handel gegangen. Im Hoch war er an diesem Tag bis auf 9'310 gestiegen. Zum Vergleich: Bei 9'313 Punkten hatte er am Freitag ein neues Jahreshoch erreicht. Letztmals klar höher notierte der Leitindex im August 2015. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,53% auf 1'491,58 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) fiel um 0,41% auf 10'600,13 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Minus und sieben im Plus.

Die Aktien von Kühne+Nagel (-4,2%) wurden bis zum Ende ihre Schlussposition unter den Blue Chips nicht los. Der Logistikkonzern hat mit seiner am Morgen vorgelegten Gewinnentwicklung die Erwartungen der Analysten verfehlt. Nachdem sich der Titel im bisherigen Jahresverlauf vergleichsweise stark entwickelt und Anfang Oktober ein Rekordhoch erreicht habe, seien nun Gewinne mitgenommen worden, hiess es im Handel.

Die Berichtssaison wird erst im weiteren Wochenverlauf etwas an Fahrt gewinnen. Es waren zum Wochenstart dann auch vor allem Analystenkommentare, die einigen Papieren zu schaffen machten. So ging es etwa für LafargeHolcim (-1,5% auf 56,35 CHF) abwärts. Die UBS hat das Kursziel auf 55,00 von 57,50 CHF gesenkt, bleibt aber beim "Neutral"-Rating. Der zuständige Analyst begründete dies mit seinen geschwundenen Zuversicht für die Schwellenländer. Daher habe er seine Schätzungen für den Zementhersteller etwas zurückgenommen. Überdurchschnittliche Kursverluste verzeichneten zudem noch die Papiere von Dufry (-1,5%), Sika und Lonza (beide -1,4%).

Es waren aber vor allem die beiden Schwergewichte Nestlé (-0,8%) und Roche (-0,4%), die den Gesamtmarkt mit ihren Abschlägen belasteten. Beim Pharmakonzern Roche hat nämlich nun auch die Credit Suisse das Rating sowie das Kursziel für die Genussscheine gesenkt. Mit dem Markteintritt der Biosimilars für Rituxan und Herceptin verschlechtere sich die strategische Positionierung, hiess es. Der Konzern wird am Donnerstag seine Umsatzzahlen für die Periode Juli bis September veröffentlichen. Nestlé werden am gleichen Tag Zahlen vorlegen.

Novartis (+0,7%) profitierten von Umschichtungen aus Roche.

Zu den Gewinnern gehörten mit den Vifor-Titeln (+0,8%) noch ein weiterer Vertreter aus der Gesundheitsbranche. Diese stand auch im breiten Markt im Fokus. So gewannen SHL Telemedicine, Molecular Partners, Coltene und Kuros zwischen 1,5 und 2,6% hinzu.

Unter den Blue Chips konnten sich auch die Aktien von Swatch (+0,9%) dank einer Branchenstudie von Goldman Sachs gegen den insgesamt schwächeren Trend stemmen. Richemont (-1,0%) drehten dagegen nach frühen Gewinnen ins Minus.

Deutliche Kursbewegungen wiesen im breiten Markt noch Leclanché (+3,5%) auf. Der Batteriehersteller hatte am späten Freitagabend noch seine Halbjahreszahlen nachgeliefert. Noch stärker legten Orascom (+5,7%) zu.

hr/cf

(AWP)