Aktien Schweiz Schluss: SMI startet mit Gewinnen in die Woche

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit klaren Gewinnen in die Handelswoche gestartet. Nach einer der schwächsten Wochen seit längerer Zeit gelang dem SMI eine deutliche Erholung, wobei er klar über der Schwelle von 8'900 Punkten schloss. Für Auftrieb sorgte dabei die Nachricht, dass der US-Kongress noch vor Monatsende weitere Steuererleichterungen durchpeitschen könnte. Ansonsten verlief das Geschäft in ruhigen Bahnen. Einerseits standen keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm, andererseits dämpfte ein regionaler Feiertag den Zürcher Handel.
10.09.2018 18:15

Insgesamt blieb das dominierende Thema an den Märkten daher der Handelsstreit zwischen den USA und anderen Ländern. Eine erneute Eskalation des Konflikts könnte die Indizes schon bald wieder auf Talfahrt schicken, hiess es aus dem Handel. Erst am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump weitere Zölle auf chinesische Importe angedroht. Und da in dem Kontext der Faktor Sicherheit wieder verstärkt in den Fokus rückt, könnten die Anleger ihre Gelder auch in den nächsten Wochen aus Schwellenländern in Industrieländer abziehen, was den Aufwertungsdruck auf den Franken hoch halten würde.

Bis Börsenschluss gewann der Swiss Market Index (SMI) 0,99 Prozent auf 8'930,24 Punkte hinzu. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,82 Prozent auf 1'457,05 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,92 Prozent auf 10'649,99 Zähler. Am Ende gab es im SMI 28 Gewinner, Julius Bär und Lonza traten auf der Stelle.

Stark bewegten Novartis (+1,5%) den Leitindex, während Roche (+0,7%) etwas moderater vorrückten. Die entsprechenden Impulse gingen von Titelumstufungen von Merrill Lynch aus. Die schwergewichtigen Nestle (+1,2%) schlossen leicht über dem Gesamtmarkt.

Swisscom (+1,3%) profitierten von Spekulationen, wonach Salt-Ankeraktionär Xavier Niel an der Swisscom-Tochter Fastweb interessiert sei. Angeblich deckten einige ausländische Leerverkäufer ihre Wetten gegen die Aktien des Berner Mutterhauses, sagte ein Börsianer.

Deutlich fester schlossen auch Richemont (+0,8%). Der Luxusgüterkonzern erzielte in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahrs deutlich mehr Umsatz. Zudem wird Jérôme Lambert die Leitung der Gruppe übernehmen. Im Schlepptau von Richemont legten auch Swatch (+0,7%) zu.

Auch Clariant (+0,8%) waren gesucht. Der Einstieg des saudischen Chemieriesen Sabic bei Clariant wurde von den Wettbewerbsbehörden genehmigt. Es dauerte länger als gedacht; ursprünglich hatten die Unternehmen die Genehmigungen bereits Ende Juni erwartet.

Swiss Re (+1,0%) legten ebenfalls zu. Der Rückversicherer rechnet künftig mit einem stabilen Preisumfeld, wie das Unternehmen anlässlich des jährlichen Branchentreffens "Les Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo mitteilte.

Die prozentual grössten Gewinne verzeichneten indes Dufry (+2,1%), nachdem die Titel in der Vorwoche zu den grössten Verlieren unter den Bluechips gehört hatten. Laut Marktbeobachtern ist nun eine sich abzeichnende Schwäche beim organischen Wachstum in der zweiten Jahreshälfte im aktuellen Kurs bereits reflektiert und es besteht Raum für eine Gegenbewegung.

Dagegen schlossen Logitech (-0,7%) klar schwächer. Der Hersteller von Computerzubehör ist auch abhängig vom Erfolg von Apple. Hier belasteten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der Apple zur Verlagerung von Produktion in die USA aufgefordert hatte. Am breiten Markt zeigte sich ein ähnliches Bild auch bei AMS (-0,3%).

Ganz am Ende der Rangliste fanden sich die Valoren des kriselnden Backwarenkonzerns Aryzta (-4,0%), die sich noch diesen Monat aus dem SLI verabschieden. Für Investoren gebe es derzeit keine Argumente zu kaufen. Verkäufer seien daher auf wenig Gegenwehr gestossen, erklärte ein Händler.

Die Papiere von Dormakaba (+1,9%) aus dem breiten Markt zogen am Tag vor der Zahlenpublikation an.

kw/cf

(AWP)