Aktien Schweiz Schluss: SMI weiter im Minus - Zahlreiche Risiken belasten

Die Schweizer Börse hat am Montag den Abwärtstrend der Vorwoche vorerst gestoppt. Zwar schloss der SMI erneut geringfügig tiefer, die Abgaben aus dem frühen Handel konnten aber zu einem Grossteil wieder wettgemacht werden. Der Leitindex war zeitweise klar unter die Marke von 8'600 Punkten gerutscht. Die Lage bleibe jedoch angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren angespannt, hiess es am Markt.
15.10.2018 18:15

Das Umfeld blieb von Risikoaspekten belastet. Händler verwiesen auf den schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China, steigende Renditen am Bondmarkt, die Sorgen um einen harten Brexit und die Budgetkrise in Italien. Nun seien noch die Spannungen mit Saudi Arabien durch den Fall Khashoggi hinzugekommen, und auch die Verluste der deutschen Koalitionsparteien in der Wahl zum bayerischen Landtag habe nicht gerade für eine Stimmungsverbesserung der Anleger gesorgt. Die jüngsten US-Konjunkturdaten mit schwächer als erwarteten Detailhandelsumsätzen sorgten am Nachmittag für einen weiteren leichten Dämpfer.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,08 Prozent tiefer auf 8'653,16 Punkten (Tagestief 8'587). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 0,32 Prozent auf 1'380,48 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,14 Prozent auf 10'218,24 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Minus und sieben im Plus. Der Volatilitätsindex VSMI zeigte mit -3,4% auf 16,79 Punkte eine Beruhigung der Lage an.

Bei den Blue Chips zeigten insbesondere Zykliker wie Schindler (-2,1%) oder SGS (-2,1%) Schwäche. ABB (-0,8%) hatten am Morgen bei 20,66 Franken ein Zweijahrestief markiert, erholten sich dann jedoch im weiteren Handelsverlauf wieder etwas.

Für LafargeHolcim (-0,7%) hat die Citigroup ihre Kaufempfehlung zwar bestätigt, dagegen aber das Kursziel deutlich reduziert. Höhere Energiepreise stünden im Zement-Geschäft derzeit einer Erholung entgegen, lautete die Begründung.

Die Titel des Bankensoftwareunternehmens Temenos (-2,1%) und des Chipherstellers AMS (-1,0%) knüpften ebenfalls an die Kursverluste der Vorwoche an. Damit hatte die kurzzeitige Erholung vom Freitag bei AMS keinen Bestand.

Die Grossbanken CS und UBS (je -0,5%) rangierten an Handelsende im Mittelfeld, Julius Bär (+0,2%) schlossen mit einem leichten Plus. Die guten Zahlen der Bank of America, die einen Gewinn von 7,2 Milliarden Dollar im Quartal auswies, lieferten keine positiven Impulse.

Bei den Schwergewichten verloren Roche (GS) am Ende -0,1 Prozent. Die Basler hatten positive Studiendaten zu Kadcyla in der Behandlung von Patienten mit frühem HER2-positivem Brustkrebs vorgelegt. Nun warten Analysten auf die abschliessenden Daten, um allenfalls die Erwartungen zum Medikament anzuheben. Novartis (+0,6) und Nestlé (+0,2%) sorgten hingegen für etwas Stütze.

Gewinner im SMI/SLI waren die Titel der defensive Swisscom (+1,3%). Aber auch die Versicherungen Swiss Re (+0,7%), Swiss Life (+0,3%) legten zu, während Zürich mit -0,1 Prozent leicht negativ schloss.

Am breiter gefassten Markt ging es mit Santhera um 6,9 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat von einem vorberatenden Gremium der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine positive Stellungnahme zu einem Prüfmedikament erhalten. Kursgewinne verbuchten zudem GAM (+4,3%), VZ Holding (+5,2%) oder Meyer Burger (+4,4%).

Für Bossard (-2,3%) hat Baader Helvea im Nachgang der Zahlen das Kursziel gesenkt. Das würde den vorsichtigeren Ausblick widerspiegeln. Für BB Biotech (+0,5%) hat Independent Research das Kursziel angehoben.

Auch hier lagen Halbleiterwerte wie Sensirion (-4,1%) und U-Blox (-3,8%) erneut im Angebot. Einer der grössten Verlierer waren zudem Swissquote mit -4,6 Prozent.

yr/ra

(AWP)