Aktien Schweiz Schluss: US-Daten sorgen für weitere Gewinne - Swiss Re schwach

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag den achten Tag in Folge mit höheren Kursen beendet. Katalysator dabei waren die Arbeitsmarktdaten aus den USA, welche insgesamt sehr solide ausgefallen sind. Die Arbeitslosenquote ist erneut gefallen und die Zahl neu geschaffener Stellen lag über den Erwartungen. Ausserdem wurden die Vormonatszahlen nach oben revidiert. Auch die Löhne stiegen etwas an, wenn auch noch zaghaft. In der Folge eröffneten auch die US-Börsen freundlich.
04.08.2017 18:09

Der Handelstag hatte allerdings recht harzig begonnen, wobei sich der SMI bis am frühen Nachmittag in einer schmalen Handelsspanne zwischen 9'110 und 9'130 Punkten knapp unter dem Schlusskurs vom Vortag bewegte. Nach sieben Handelstagen mit steigenden Kursen stand vorerst eine Konsolidierung des hohen Niveaus im Vordergrund, zumal sich auch der Franken sich zum Euro wieder etwas verteurte. Neben den US-Daten standen vor allem Swiss Re nach schwachen Halbjahreszahlen im Fokus.

Der Swiss Market Index (SMI) legte zum Schluss 0,44% auf 9'176,99 Punkte zu, das neue Jahreshoch liegt nun bei 9'187,04 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 1,7%, das zweite in Folge. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,38% auf 1'467,25 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44% auf 10'448,96 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln schlossen 22 im Plus und 8 im Minus.

Swiss Re (-3,1%) gaben unter den Bluechips mit Abstand am meisten nach. Der Rückversicherer hat im ersten Halbjahr 2017 weniger verdient und die Markterwartungen verfehlt. Hauptgrund für den Gewinnrückgang war in erster Linie der Wegfall einmaliger Kapitalgewinne in der Sparte Life Capital, ausserdem belasteten hohe Kosten aus dem australischen Wirbelsturm Debbie die Rechnung. Und die Aussagen zur Juli-Erneuerungsrunde seien verhalten ausgefallen, monierten einige Analysten. Als positiv wurden die Life&Health-Aktivitäten sowie die hohe Dividenden von Life Capital hervorgehoben. Swiss Re entwickelten sich unter den SMI-Werten seit Jahresbeginn am schlechtesten, hatten die letzten Tage allerdings gut im Markt gelegen.

Neben Swiss Re gaben bei den Versicherungen auch Zurich (-0,5%) nach, dies im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom kommenden Donnerstag.

Zur kleinen Gruppe der Verlierer gehörten auch Lonza (-0,8%), nach der Bekanntgabe einer kleineren Übernahme im Tessin, Julius Bär (-0,5%) und Sonova (-0,4%). Die Aktie des Hörgeräteherstellers Sonova war am Vortag grösster Gewinner unter den Blue Chips, und auch seit Jahresbeginn legte der Titel klar überdurchschnittlich zu.

Clariant (-0,1%) fielen erst kurz vor Handelsschluss in die Verlustzone zurück, dies nachdem sich Peter Huntsman, der CEO des US-Chemiekonzerns Huntsman, in der Presse zuversichtlich für das Gelingen der Fusion mit Clariant geäussert hat. Anlass für das Interview in der deutschen "BörsenZeitung" war das IPO der Pigmente-Sparte Venator von Huntsman, welches die Verschuldung des US-Konzerns deutlich reduziert.

Die lange Liste der Gewinner wurde von CS (+2,1%), Schindler und Aryzta (je +1,9%) angeführt, gefolgt von Geberit (+1,4%), welche laufend neue Allzeithöchststände markieren. Der Sanitärtechnikkonzern Geberit profitiert als stark auf Europa ausgerichtetes Unternehmen seit Tagen von der Schwäche des Frankens, welche nun in den Schätzungen der Analysten eingepreist werden.

Im Bereich von gut 1% lagen noch die Gewinne von Richemont und LafargeHolcim. Von den Schwergewichten fielen am ehesten Nestlé (+0,8%) etwas auf, während die Gewinne von Roche (+0,5%) und Novartis (+0,3%) moderat ausfielen.

Im breiten Markt fielen EFG International (+4,6%) oder die Industriewerte Bucher (+5,0%) und Autoneum (+3,8%) mit starken Kursavancen auf. Bucher waren bereits am Vortag im Anschluss an starke Halbjahreszahlen stark gesucht. Und Autoneum hätten von einer Erhöhung der Absatzprognosen des Grosskunden Toyota Unterstützung erhalten, hiess es am Markt.

Jeweils nach Halbjahreszahlen zogen auch Interroll (+4,2%) spürbar an, wogegen Mobimo (-1,1%) und Coltene (-0,5%) verkauft wurden.

cf/uh

(AWP)