Aktien Schweiz Schluss: Verluste auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag schwach geschlossen. Die Kurse gerieten bereits am Morgen auf breiter Front unter Druck. In Händlerkreisen wurde auf schwache Vorgaben von der Wall Street vom Freitagabend verwiesen. Dort kam es zu einem Kursrutsch bei den Technologieaktien, nachdem zuvor Rekordmarken bei den entsprechenden Indizes bzw. bei diversen Aktien erreicht wurden. Das Segment wurde denn auch zu Wochenbeginn von Tokio bis London gemieden. Am hiesigen, allerdings wenig technologielastigen Börsenplatz wurden die Anleger ebenfalls nervös. Die Flughöhe des Aktienmarktes sei auch hierzulande insgesamt beachtlich, und entsprechend gross die Fallhöhe, hiess es.
12.06.2017 18:15

Der Erfolg des reformwilligen und europafreundlichen französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit seiner Partei in der ersten Runde der Parlamentswahl warf derweil keine grossen Wellen. Die Marktteilnehmer hatten bereits den Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch im Blick - das Hauptereignis für die Finanzmärkte in dieser Woche. Trotz der zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten gilt es unter Ökonomen als ausgemachte Sache, dass das Zielband für den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 1,0% bis 1,25% angehoben wird.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 0,43% tiefer bei 8'807,85 Punkten. Das Tagestief wurde um die Mittagszeit bei 8'791 markiert, womit der SMI erstmals seit Ende April unter 8'800 gefallen war. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab 0,58% auf 1'394,63 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,66% auf 10'029,78 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen bis auf drei alle im Minus.

Tagesverlierer waren die Chemiewerte Lonza mit -2,9%. Nach der zuletzt eindrücklichen Kursperformance hätten einige Investoren wohl ihre Gewinne eingestrichen, hiess es im Handel. Auch die Titel des Reisedetailhändlers Dufry fielen mit Abgaben von 2,5% etwas aus dem Rahmen. Europaweit stand das Segment der Reise- und Freizeitunternehmen unter Druck, wie es weiter hiess. Die spezifischen Gründe waren allerdings nicht ganz klar. Im Falle von Dufry dürfte es sich ebenfalls um Gewinnmitnahmen gehandelt haben.

Einen schwachen Wochenstart hatten auch Industriewerte wie Schindler (-1,6%) und ABB (-1,4%) sowie die SLI-Neulinge Partners Group (-1,5%).

Vor allem aber die beiden schwergewichtigen Titel von Nestlé (-0,5%) und Novartis (-0,9%) lasteten auf dem Gesamtmarkt. Der Titel des Nahrungsmittelmultis Nestlé war zuletzt allerdings gut gelaufen und auf Mehrjahreshoch gestiegen. Im Zuge von Rückstufungen von Analystenseite war die Aktie bereits in der Vorwoche unter Druck geraten.

Bezüglich Novartis verwiesen Händler auf eine insgesamt schwache Stimmung im Pharmasegment. Denn auch die SLI-Werte Vifor (-0,8%) wurden im grösseren Stil verkauft, ebenso Newron (-4,3%), Molecular Partners (-2,5%) und Santhera (-1,9%) im breiten Markt.

Die schwerkapitalisierten Roche hingegen legten um 0,7% zu. Der Titel war allerdings in der Vorwoche nach enttäuschend aufgenommenen Daten zum Brustkrebsmittel Perjeta relativ stark zurückgefallen. Konzernchef Severin Schwan zeigt sich in der Wochenendpresse jedoch optimistisch für das Medikament. "Wir sind davon überzeugt, dass Perjeta auch bei Brustkrebs im Frühstadium, wo eine Heilung möglich ist, eine wichtige Rolle spielen wird", sagte der CEO der "Sonntagszeitung".

Zu den Gewinnern zählen auch Swiss Re (+0,9%) sowie die volatile Aryzta-Aktie (+0,6%).

Am breiten Markt fielen neben den erwähnten Pharmatiteln insbesondere Techwerte wie AMS (-8,3%), Logitech (-6,6%) und Temenos (-6,4%) zurück. Händler verwiesen auf die negativen Vorgaben aus New York vom Freitag in Folge eines Reports von Goldman Sachs zur Überbewertung einzelner Tech-Aktien. Bei AMS sorgte zudem ein Medienbericht für Unruhe, der Zweifel an der technischen Wettbewerbsfähigkeit des kommenden iPhone 8 von Apple gesät hatte. Alle drei Aktien waren zuletzt stark gelaufen und hatten vor kurzem Allzeithochs erreicht (AMS, Temenos) bzw. ein solches in Sichtweite (Logitech).

cp/yr

(AWP)