Aktien Schweiz Schluss: Verluste auf breiter Front - Geberit nach Zahlen fest

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front nachgegeben. Nach Verlusten im frühen Handel war der Leitindex SMI zunächst in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt. Am frühen Nachmittag sorgte die mit Spannung erwartete Rede der britischen Premierministerin Theresa May zunächst für etwas Aufwind, in der sie für ein Freihandelsabkommen mit der EU plädierte. Befürchtungen vor einem "harten Brexit" wurden somit gemildert.
17.01.2017 18:15

Am Nachmittag gerieten die Kurse infolge eines schwachen Starts an den US-Aktienmärkten nach der feiertagsbedingten Handelspause zu Wochenbeginn jedoch wieder ins Rutschen. Der SMI fiel dabei kurzzeitig unter die derzeit wichtige psychologische Marke von 8'300 Punkten.

Zum Handelsschluss stand der SMI 0,70% tiefer bei 8'304,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,59% auf 1'323,69 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,58% auf 9'068,59. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Minus und sieben im Plus.

Im Fokus standen Geberit (+2,3%), die sich nach dem am Morgen vorgelegten Umsatzausweis für das vergangene Geschäftsjahr dem Negativtrend entziehen konnten und als Tagessieger aus dem Handel gingen. Wegen eines starken Schlussquartals 2016 mit einem über Erwarten freundlichen Marktumfeld in Europa sowie einem jeweils positiven Währungs- und Konsolidierungseffekt hat der Sanitärtechnikkonzern die Marktprognosen übertroffen. Analysten zeigten sich insbesondere von der organischen Umsatzbelebung positiv überrascht.

Bei den wenigen Gewinnern reihte sich mit Dufry (+1,2%) nachrichtenlos ein weiterer Titel mit konjunktursensitiven Eigenschaften ein. Nennenswerte Gewinne verzeichneten noch Aryzta mit +0,8%.

Im grossen Feld der Verlierer hatten SGS den schwächsten Lauf. Die Titel des Warenprüfkonzerns rutschten um 2,3% auf 2'090 CHF ab. Neben der allgemein etwas getrübten Stimmung am Aktienmarkt sorgte eine negative Analystenstudie für zusätzlichen Abgabedruck. Die Experten der Credit Suisse senkten die Bewertung auf "Neutral" von "Outperform" und strichen das Kursziel auf 2'050 von 2'300 CHF zusammen. Die vergangenen Wochen lag die Aktie allerdings gut im Markt, wie es im Handel hiess.

Grössere Einbussen verzeichneten auch die beiden Zykliker Schindler (-1,5%) und Swatch (-1,2%), wobei die Aktie des Uhrenherstellers zuletzt stark gelaufen war und damit Gewinnmitnahmen nicht ausgeschlossen waren.

Einen verhältnismässig volatilen Handelstag hatten die Grossbankenwerte Credit Suisse (-1,1%) und UBS (-0,8%), die nach einem tendenziell schwächeren Start am Nachmittag zwischenzeitlich ins Plus gedreht hatten. Für den Ausflug in die Gewinnzone machten Händler "überraschend gute" Zahlen der US-Grossbank Morgan Stanley verantwortlich.

Zudem äusserte sich CS-CEO Tidjane Thiam positiv zum laufenden Jahr. "2017 wird besser als 2016", sagte er dem Fernsehsender Bloomberg TV am World Economic Forum in Davos. Auch für die Entwicklung im Investmentbanking zeigte sich der Bankenchef zuversichtlich. Nach dem fulminanten Jahresauftakt der Titel sei das Aufwärtspotential zunächst allerdings weitestgehend ausgereizt, hiess es im Handel weiter.

Eine erhebliche Belastung für den Gesamtmarkt waren aber vor allem die schwergewichtigen Nestlé und Novartis, die nachrichtenlos jeweils um 1,0% nachgaben. Die ebenfalls defensiven Givaudan büssten 0,6% ein. Die am Morgen bekanntgegebene Übernahme des Bieler Unternehmens Activ International mit einem Umsatzbeitrag von 40 Mio CHF war laut Händlern allerdings kaum kursrelevant.

Am breiten Markt legten Lindt&Sprüngli (PS +7,0%) nach Umsatzzahlen kräftig zu. Der Premiumschokoladen-Hersteller hat ein stärkeres organisches Wachstum erreicht als von den Analysten erwartet. Einen regelrechten Kurssprung machten die Cicor-Aktien (+11%), nachdem die Elektronik-Industriegruppe ein Umsatzplus und eine deutliche Steigerung bei den Aufträgen gemeldet hat.

Nach Zahlen gesucht waren auch Komax (+1,9%), während Autoneum um 0,8% nachgaben. Der Automobilzulieferer hat mit seinen Umsatzzahlen für das Gesamtjahr 2016 die Markterwartungen nicht ganz erreicht.

Grössere Verluste verzeichneten u.a. Goldbach (-5,6%) sowie die Industriewerte Tornos (-4,0%) und Bachem (-3,7%).

cp/ys

(AWP)