Aktien Schweiz: Schwacher Wochenauftakt - Trump-Sorgen belasten

Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche mit tieferen Notierungen in Angriff genommen. Dabei verlor der Leitindex SMI am Montag knapp 60 Punkte oder 0,7%, nachdem er die vergangene Woche noch mit einem Plus von knapp 2% abgeschlossen hatte. Die Anleger hätten nach der jüngsten Kurserholung erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt und Gewinne mitgenommen, hiess es im Handel. Getrübt werde die Stimmung ausserdem vom Entscheid des US-Präsidenten Donald Trump, Bürgern aus sieben muslimisch geprägten Staaten bis auf weiteres die Einreise in die USA zu verwehren.
30.01.2017 18:15

Der Entscheid Trumps stösst im Ausland wie auch in den USA auf Kritik und belastete unter anderem auch den US-Dollar. An den Finanzmärkten hätten die Unsicherheiten um den politischen Kurs in den USA wieder zugenommen, hiess es. Nachdem die Börsen in der Vorwoche von den hohen Erwartungen an eine wirtschaftsfreundliche US-Politik aufwärts getrieben worden seien, rückten nun mögliche negative Folgen von Trumps Protektionismus in den Blickpunkt, meinten Händler.

Bis Börsenschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,70% auf 8'320,83 Punkte. Am späten Nachmittag rutschte der Leitindex zwischenzeitlich sogar bis auf 8'305 Stellen ab. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsste 0,68% auf 1'329,89 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,68% auf 9'090,07 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln standen am Ende fünf Titel im Plus und der Rest im Minus.

Die deutlichsten Abgaben bei den Blue Chips verzeichneten Aryzta (-2,8% oder -0,81 CHF). Für einmal waren beim Backwarenkonzern aber nicht negative Geschäftsnachrichten für das deutliche Minus verantwortlich, sondern vielmehr der Dividendenabgang von rund 57 Rappen. Vor Wochenfrist hatte eine Gewinnwarnung das Anlegervertrauen stark ramponiert. Seither ist der Aktienkurs um beinahe 40% zurückgefallen.

Die Versicherer Zurich Insurance (-1,9%) und Swiss Re (-1,5%) oder auch Swatch Group (-1,2%) und Richemont (-1,1%) litten am Berichtstag unter Gewinnmitnahmen. Die Uhrenaktien hatten in den vergangenen Wochen und Monaten wieder vermehrt an Wert dazugewonnen. Einen leichten Dämpfer erlitt die Branche von Seiten der Richemont-Marke Jaeger-LeCoultre. CEO Daniel Riedo hatte in der Sonntagspresse von der Lancierung einer grösseren Rückkaufaktion eigener Uhren gesprochen.

Nestlé drückten mit einem Minus von 1,0% stark auf den Gesamtmarkt. Die Liberum-Analysten hatten für die Aktie eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Ein enttäuschendes Wachstum sowie teure Akquisitionen würden 2017 auf die Bewertungen im Nahrungsmittelsektor drücken, hiess es zur Begründung. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass die Markterwartungen an den neuen CEO Ulf Mark Schneider sowie an potenzielle Strategieänderungen und Übernahmen zu optimistisch sind.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-1,0%) und Novartis (+0,1%) tendierten derweil uneinheitlich. Nach Novartis in der Vorwoche zieht Roche am Mittwoch mit der Publikation der Jahreszahlen 2016 nach. Der Fokus der Anleger richtet sich dabei auf die Produkt-Pipeline des Basler Pharmakonzerns.

UBS (-0,7%) rutschten nach gutem Beginn in der zweiten Tageshälfte in die Verlustzone ab. Damit gelang den Titeln der Grossbank nach den deutlichen Kursverlusten vom Freitag im Anschluss an die Bilanzpräsentation keine Gegenreaktion. Bei der Credit Suisse (Aktie: -0,5%) wurde am Wochenende derweil bekannt, dass der Grossbank in Genf ein Verfahren im Zusammenhang mit einem möglichen Grossbetrug droht.

Der Aroma- und Riechstoffproduzent Givaudan präsentiert am morgigen Dienstag die Zahlen und die Aktien avancierten im Vorfeld dazu um 1,6%. Analysten erhoffen sich eine Fortsetzung des stetigen Wachstums und eine höhere Dividende.

Am breiten Markt fielen Gurit mit einem Minus von 1,6% auf, dies nach enttäuschenden Umsatzzahlen. Besser entwickelten sich Metall Zug (+1,7%) nach Veröffentlichung erster Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2016. Grössere Avancen waren etwa bei Starrag (+6,8%) oder SHL Telemedicine (+3,9%) zu sehen, wogegen Newron 3,7% oder Leonteq 3,0% einbüssten.

mk/cf

(AWP)