Aktien Schweiz: Schwächere Kurse überwiegen

Die Schweizer Börse tendiert am Donnerstag schwächer. Der Markt sei dabei, die jüngsten Gewinne zu konsolidieren. Dies sei nach den beiden starken Vortagen nicht unerwünscht, heisst es. Dabei präsentiere sich das Geschehen aber uneinheitlich. Festeren Banken und ausgesuchten Zyklikern stünden schwächere defensive Werte gegenüber. "Es ist ein steter Pferdewechsel. Die Anleger setzen einmal auf Substanz- und dann wieder mehr auf Wachstumswerte", sagt ein Händler. Dies sorge zusätzlich dafür, dass die Kursbildung volatil bleibe. "Das einzig Sichere momentan ist, dass wir weiterhin mit grossen Schwankungen leben müssen", sagt ein Händler.
26.03.2020 12:00

Im weiteren Verlauf könnten Konjunkturzahlen aus den USA den Markt beeinflussen. Im Fokus stehen dürften dabei die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe. Erwartet werde wegen der Folgen des Coronavirus ein massiver Anstieg. Ausserdem veröffentlicht die Bank of England ihre Zinsentscheidung. Allerdings hat die Zentralbank den Leitzins bereits kürzlich auf 0,1 Prozent gesenkt.

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 1,19 Prozent tiefer auf 8'882,29 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 1,13 Prozent auf 1'309,46 und der breite SPI um 0,89 Prozent auf 10'809,40 Zähler. 7 Gewinnern stehen im SLI 23 Verlierer gegenüber.

Den stärksten Abschlag verbuchen mit 107 Franken die Aktien von SGS. Allerdings schüttet der Inspektionskonzern per heute die Dividende von 80 Franken aus.

Zudem stehen Aktien, die am Vortag stark gestiegen sind, unter Druck. Dazu zählen etwa die Versicherer Swiss Re (-2,4%) und Swiss Life (-2,3%), der Assetmanager Partners Group (-1,6%) oder der Sanitärkonzern Geberit (-2,0%) sowie Pharmazulieferer Lonza (-1,1%).

Die Anteile des Logistikkonzern Kühne+Nagel (-2,4% auf 130,45 Fr.) leiden darunter, dass die Deutsche Bank und Jefferies das Kursziel für die die Aktie auf 140 von 148 respektive auf 125 von 140 Franken reduziert haben.

Aber auch die Aktien der als krisenresistent geltenden Swisscom (-1,9%), des Pharmariesen Roche (-1,5%) und des Duftstoffherstellers Givaudan (-1,4%) stehen im Angebot. Nestlé (-1,1%) und Novartis (-0,7%) schwächen sich ebenfalls ab. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (-2,0%) und Swatch (-1,1%) sind ebenfalls nicht gefragt.

Dagegen ziehen die Papiere des Bankensoftwarekonzerns Temenos (+4,2%) kräftig an.

Die Anteile der Banken Julius Bär (+0,4%) und Credit Suisse (+0,9%) reihen sich ebenfalls in die Spitzengruppe des SLI ein.

Einen volatilen Verkauf zeigen die Aktien von Sonova (-1,5%). Nach einem schwachen Start drehen sie in die Gewinnzone und fallen dann aber wieder ins Minus zurück. Der Hörgerätehersteller hat wegen der Coronakrise die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 nach unten angepasst. Sowohl das Umsatzwachstum als auch der bereinigte Betriebsgewinn (EBITA) sollen den bisherigen Erwartungen zu liegen kommen.

Im Zusammenhang mit der Prognosesenkung von Sonova trennten sich manche Anleger auch von anderen Medizintechnikwerten wie Straumann (-2,4%), Coltene (-1,6%)oder Medacta (-3,8%), heisst es am Markt.

AMS (-0,02%) könnten nach Ansicht von Händlern vor einer Erholung stehen. Heute Abend endet der Bezugsrechtehandel der laufenden Kapitalerhöhung. Die Aktie des Chipherstellers war im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung zur Übernahme des Lichtkonzerns Osram stark unter Druck geraten.

Am breiten Markt fallen Valora um 10 Prozent. Der Einzelhandelskonzern wird Dividende ausfallen lassen und führt wegen der Auswirkungen der Coronakrise Kurzarbeit ein.

Die Anteile von Zur Rose brechen um 13,5 Prozent ein. Die Versandapotheke emittiert eine Wandelanleihe über 150 Millionen Franken. Die Marktteilnehmer befürchten daher eine Verwässerung, wie es am Markt heisst. Die Aktie leide auch darunter, dass grössere Anleger, die die Anleihe zeichnen wollen, die Aktie zu drücken versuchen, um für sie günstigere Konditionen bei der Fixierung der Anleihebedingungen herauszuholen, erklärt ein Händler.

Die Aktien des Spital- und Hotelkonzerns Aevis Victoria gewinnen am Tag vor der Ergebnisvorlage 6,7 Prozent.

pre/ra

(AWP)