Aktien Schweiz - Schweizer Börse baut nach IFO-Rekordindex Gewinne aus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Dienstagmittag klar im Plus und erholt sich damit etwas von den starken Verlusten der beiden Vortage. Die Orientierungsmarke von 9000 Punkten rückt damit wieder etwas näher.
25.07.2017 12:35

Gestützt wird das freundliche Sentiment unter anderem von den vor kurzem publizierten Daten zum IFO-Index in Deutschland, die den SMI nach seinem freundlichen Start noch eine Etage höher trieben. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist entgegen den Prognosen weiter im Höhenflug und erreichte im Juli einen weiteren Rekordwert. In der Folge rückten auch die nach Zahlen schwachen Lindt & Sprüngli auf ein neues Tageshoch vor.

Eine weitere Stütze für den Markt sind die wieder etwas festeren Ölpreise, die nach wie vor vom Willen Saudi-Arabiens profitieren, die Exporte einzuschränken. Im Fokus steht insbesondere aber auch das am Dienstag beginnende zweitägige Meeting der amerikanischen Notenbank. Die Fed wird am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Geldpolitik berichten, wobei allgemein davon ausgegangen wird, dass vorerst kein weiterer Zinsschritt vorgenommen wird. Am Nachmittag werden in den USA noch Daten zum Immobilienmarkt sowie zum Konsumentenvertrauen publiziert.

Der SMI zieht gegen Mittag 0,8% auf 8968 Punkte an. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,7% auf 1425 Punkte zu und der breite SPI 0,6% auf 10'202 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln verzeichnen 25 ein Plus.

Lindt-Titel nach Halbjahreszahlen unter Druck

Am stärksten unter Druck stehen weiterhin Lindt & Sprüngli, die Namenaktien haben sich nach einem Tiefststand bei 61'790 Franken aber auf ein Minus von 1,8% bei 64'110 Franken stabilisiert. Der Schokoladehersteller hat mit den Semesterzahlen die Erwartungen der Analysten mehrheitlich verpasst. Trotz einer günstigen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr wächst der Hersteller von Premiumschokolade in den ersten sechs Monaten 2017 deutlich schwächer als von Analysten prognostiziert. Folglich sieht sich das Unternehmen zu einer Reduktion seiner Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr veranlasst. Wenig überraschend erwies sich in der ersten Jahreshälfte insbesondere der Schlüsselmarkt Nordamerika als bremsend.

Leichte Verluste verzeichnen daneben noch SGS (-0,5%), Vifor (-0,4%) und in noch geringerem Mass Richemont und Aryzta.

Auf der Gewinnerseite belegen Julius Bär (+2,7%) den Spitzenplatz, womit diese an die starke Performance des Vortages (+4,5%) im Anschluss an gute Halbjahreszahlen anknüpfen. Mittlerweile sind für den Titel weitere Kurszielerhöhungen vorgenommen worden, so etwa von UBS und CS oder auch von der Royal Bank of Canada.

Adecco fährt im Windschatten von Randstad

Gesucht sind auch Adecco (+1,6%), die von guten Zahlen des Konkurrenten Randstad Auftrieb erhalten. Im Spitzentrio werden diese von Bâloise (+1,5%) ergänzt.

Auf den weiteren Plätzen folgen mit UBS (+1,4%), Swiss Re (+1,2%), Zurich und Swiss Life (je +1,0%) weitere Finanzwerte. CS (+0,8%) werden von einer Aufstufung durch Mainfirst auf "Neutral" von "Underperform" gestützt.

Von den drei Schwergewichten helfen Nestlé und Novartis (je +0,9%) dem Gesamtmarkt etwas mehr als Roche (+0,6%). Das Pharmaunternehmen Roche hat in der Schweiz die Zulassung für Gazyvaro zur Behandlung von follikulärem Lymphom erhalten. Dies wird in Marktkreisen für die Kursentwicklung allerdings nicht als matchentscheidend erachtet.

Autoneum und AMS nach Zahlen im Verkauf

Im breiten Markt büssen nach Zahlen Autoneum (-3,8%) deutlich ein. Umsatz und Ergebnis lagen zwar im Rahmen der Erwartungen, der Wachstumsausblick hat sich jedoch aufgrund des schwächeren Automobilmarktes in Nordamerika etwas eingetrübt. Noch massiver werden AMS (-7,6%) nach Zahlen zurückgebunden, diese waren allerdings seit Jahresbeginn sehr stark gelaufen.

Ebenfalls jeweils nach Quartalsangaben fallen Cembra Money Bank (-2,2%), Mikron (-1,8%), CFT (-1,0%) und Logitech (-1,6%) etwas zurück. Minim höher gehandelt werden einzig HBM (+0,1%).

Der Handel mit Papieren der an der SIX kotierten Beteiligungsfirma 5EL ist derzeit vorübergehend eingestellt. Die technischen Voraussetzungen für die Handelsaufnahme der im Rahmen einer Kapitalerhöhung geschaffenen Papiere seien nicht gegeben, heisst es dazu.

(AWP)