Aktien Schweiz - Schweizer Börse mit moderaten Gewinnen

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montagmittag nach unentschlossenem Start auf die positive Seite ausgeschlagen.
23.10.2017 12:40

Nach der negativen Performance der Vorwoche, die insbesondere von den Abgaben in Roche und Nestlé geprägt war, orientieren sich die Investoren wieder nach oben. Allerdings sind die Ausschläge der einzelnen Titel wie meist in jüngster Zeit sehr bescheiden, auch wenn sich der Volatilitätsindex VSMI zuletzt wieder über die Marke von 10 Punkten gehievt hat.

Die Stimmung an den Börsen wird in Marktkreisen als nach wie vor positiv bezeichnet, nicht zuletzt wegen der Budgeteinigung in den USA und wegen des Wahlsiegs der rechtskonservativen Regierungskoalition von Ministerpräsident Shinzo Abe in Japan. So zeigt sich etwa auch die UBS für den weltweiten Aktienmarkt anhaltend zuversichtlich und bestätigt für diese Anlageklasse die Empfehlung "Overweight". Und bei der ZKB hiess es in einem Kommentar zum Wochenstart: "Die Aktienmärkte sind weiterhin gut gelaunt." Risikofaktoren wie der Streit um Katalonien oder die Fragen rund um den Brexit würden zwar in Börsenkreisen nicht ausgeklammert, belasteten die Aktienkurse momentan aber kaum.

Der SMI legt bis kurz vor Mittag 0,3% auf 9262 Punkte zu. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,3% auf 1498 Punkte und der breite SPI 0,2% auf 10'577 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus, 6 im Minus und 1 (Lafarge-Holcim) unverändert.

Sonova nach Investorentag gesucht

Am meisten gesucht sind bei den Bluechips Sonova nach dem Investorentag von vergangener Woche sowie Kühne+Nagel (je +1,3%). Dicht dahinter folgen Vifor Pharma (+1,1%). Laut Händlern hat eine US-Bank den Titel in ihr Anlageuniversum mit der Einstufung "Buy" aufgenommen. Um je 1,0% verteuern sich weiter Geberit, Lonza und Schindler, Letztere im Vorfeld der Quartalszahlen vom (morgigen) Dienstag.

Credit Suisse (+0,4%) reagieren nicht gross auf die weitere Entwicklung in Sachen RBR-Einstieg. Am Freitagabend präsentierte der Gründer des Hedgefonds, Rudolf Bohli, an einer Investorenkonferenz seine Vorschläge für die Grossbank und erläuterte diese zusätzlich in verschiedenen Interviews vom Wochenende. Im Wesentlichen bestätigten sich die Informationen, die bereits seit Anfang der vergangenen Woche an verschiedene Medien durchgesickert waren. Im Handel werden dem Hedgefonds RBR derweil keine Erfolgsaussichten eingeräumt.

UBS (-0,1%) büssen im Gegensatz zu Credit Suisse minim an Terrain ein. Für beide Grossbanken hat indes die Citigroup die Empfehlung "Buy" im Vorfeld der Quartalsausweise bestätigt und das Kursziel leicht erhöht.

Pharmaschwergewichte stützen den Gesamtmarkt

Gestützt wird der Gesamtmarkt von den beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche (je +0,5%). Roche schlagen damit nach einer schwachen Vorwoche mit einem Minus von insgesamt über 4% den Weg der Erholung ein. Und Novartis hat über den Erhalt des Status "Breakthrough Therapy" für eine Kombinations-Therapie aus Tafinlar und Mekinist berichtet. Ausserdem wird Novartis am Dienstag ebenfalls den Quartalsausweis präsentieren.

Nestlé (-0,3%) dagegen schwächen sich nach dem letzte Woche präsentierten Quartalsausweis auf noch immer hohem Niveau weiter ab. Die Analysten von Liberum haben ihre Empfehlung zum Verkauf des Titels bei leicht erhöhtem Kursziel bestätigt. Zusammen mit Nestlé bilden Swatch und Partners Group, beide ebenfalls mit -0,3%, das Schlusstrio bei den Top-30-Werten.

Im breiten Markt schiessen Meyer Burger massiv um über 12% nach oben. Der Solarzulieferer profitiert von einem Grossauftrag über 45 Millionen Franken von einem italienischem Kunden. Gleichzeitig hat die Bank Vontobel das Rating für die Aktie aufgrund dieser Bestellung auf "Buy" von "Hold" erhöht.

Santhera nach FDA-Empfehlung gefragt

Santhera (+2,6%) werden von einer positiven Empfehlung der FDA zu Raxone und Basilea (+3,5%) von einer Meilensteinzahlung über 5 Millionen Franken getrieben. Ausgelöst wurde diese, weil die Verkäufe des Anti-Pilz-Medikaments Cresemba in den USA einen ersten vereinbarten Schwellenwert überschritten haben.

Etwas gesucht sind zudem Cosmo (+0,9%), hat doch das Biotech-Unternehmen von der FDA für den Produktkandidaten Aemcolo in der Behandlung von Reisedurchfall sowohl den Status Fast Track als auch QIDP (Qualified Infectious Disease Product) erhalten.

Leonteq dagegen geben um 4,2% deutlich nach. Der Titel wird von einer Rückstufung durch die Credit Suisse auf "Neutral" von "Outperform" gebremst.

(AWP)