Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiter unter Druck

An der Schweizer Börse bleibt die Lage angespannt. Nach den Turbulenzen und dem Ausverkauf der Vorwoche fiel der Leitindex SMI von Zyklikern und Finanzwerten belastet zeitweise unter die Marke von 8600 Punkten.
15.10.2018 12:10

Damit lag der Leitindex nur noch rund 220 Punkte über dem Ende Juni gesetzten Jahrestief. Auch andere europäische Indizes wie der britische FTSE 100 oder der französische CAC 40 liegen nur leicht über ihren Jahrestiefstwerten, während der DAX in Frankfurt dieses bereits letzte Woche unterschritten hatte und weiter zurückfällt.

Das Marktumfeld bleibe von einem bunten Strauss an Risikofaktoren belastet, meint ein Händler. Nebst dem Handelsstreit zwischen den USA und China drücken etwa die steigenden Renditen am Bondmarkt, die Sorgen um einen harten Brexit, die Budgetkrise in Italien und nun auch die Wahlniederlage der Koalitionsparteien Deutschlands in Bayern auf die Stimmung der Anleger. Kommt hinzu, dass sich die Beziehungen zwischen Saudi Arabien und den USA durch das Verschwinden des regimekritischen Journalisten Chaschoggi verschlechtert haben und der Ölpreis sich verteuert.

Zur Mittagszeit hat sich der SMI wieder leicht erholt und liegt noch 0,4 Prozent tiefer bei 8627 Punkten. Das bisherige Tagestief liegt bei 8587 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,7 Prozent auf 1376 Zähler und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 10'189 Punkte nach.

Angstbarometer steigt

Die wachsende Unsicherheit lässt sich auch am Volatilitätsindex VSMI ablesen, der zum Berichtszeitpunkt mit 1,6 Prozent weiter anzieht. Die Anleger beschäftige derzeit die Frage, ob der Ausverkauf der letzten Woche bloss als Korrektur gewertet werden könne, oder ob es sich um eine Trendwende hin zu fallenden Märkten handle, so ein Marktbeobachter.

Bei den Bluechips verlieren die Papiere des Bankensoftwarespezialisten Temenos (-2,6%), die in der Vorwoche zweistellig nachgegeben hatten, weiter kräftig an Wert. Die Grossbanken Credit Suisse und UBS drücken mit Abgaben von je 0,6 Prozent auf den Markt. Am frühen Nachmittag könnten die Quartalszahlen des US-Riesen Bank of America den Sektor bewegen. J.P. Morgan, Citigroup und Wells Fargo hatten bereits am Freitag mit hohen Gewinnen die Anleger überzeugt.

Zu den grössten Verlierern zählen zu Wochenbeginn auch konjunkturabhängige Titel wie jene von ABB (-1,4%), Schindler (PS -1,9%) oder Lonza (-2,1%) LafargeHolcim fallen um 0,8 Prozent zurück. Die Citigroup hat die Kaufempfehlung zwar bestätigt, dagegen aber das Kursziel deutlich reduziert. Höhere Kohlepreise und der steigende Ölpreis stünden im Zement-Geschäft derzeit einer Erholung entgegen, lautete die Begründung.

AMS tauchen wieder

Der Halbleiterhersteller AMS büsst mit 2,8 Prozent im SLI am meisten ein. Am Freitag waren die Titel mit einem Plus von 4 Prozent noch die grossen Gewinner, was Händler auf gute Geschäftsaussichten mit dem Grosskunden Apple zurückgeführt hatten.

Dem Abwärtstrend kann sich von den Schwergewichten nur Novartis (+0,1%) entziehen. Nestlé geben 0,1 Prozent nach. Die Genussscheine von Roche (-0,2%) rutschten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus ab. Dabei haben die Basler positive Studiendaten zu Kadcyla in der Behandlung von Patienten mit frühem HER2-positivem Brustkrebs vorgelegt. Nun warten Analysten auf die abschliessenden Daten, um allenfalls die Erwartungen zum Medikament anzuheben.

Am breiter gefassten Markt geht es mit Santhera um fast 12 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat von einem vorberatenden Gremium der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine positive Stellungnahme zu einem Prüfmedikament erhalten.

Ansonsten sind kaum kursbewegende Nachrichten auszumachen. Weit oben in der Tabelle stehen etwa die Aktien der SNB (+4,6%) oder Hochdorf (+3,8%). Auf der Gegenseite fallen Highlight Communications um 7,7 Prozent oder Schlatter um 6,1 Prozent zurück.

(AWP/cash)