Aktien Schweiz: Setzt Aufwärtstrend fort - Blick auf US-Jobdaten

Am Schweizer Aktienmarkt setzt sich am Mittwoch nach einem verhaltenen Frühgeschäft ein festerer Trend durch. Die Stimmung der Anleger schwanke hin und her, sagen Händler. Positiv seien die zu erwartenden Lockerungen für die Wirtschaft mit Blick auf die Corona-Pandemie. Dagegen sorgen schwache Konjunkturzahlen und die Angst vor einer neuerlichen Verschärfung der Spannungen zwischen den USA und China für Zurückhaltung am Markt.
06.05.2020 11:41

Ausserdem wird das Geschehen von Konjunkturzahlen beeinflusst. Dies dämpfe die Aktivitäten ein wenig, heisst es. Von den Daten erhoffen sich die Marktteilnehmer Aufschluss über die weitere Entwicklung der Wirtschaft. Nach dem starken Einbruch bei den Auftragseingängen in der deutschen Industrie und den Detailhandelsumsätzen aus der Eurozone blicken die Anleger nun den Daten der privaten US-Arbeitsagentur ADP entgegen. Diese gilt als Indikation für den am Freitag erwarteten Arbeitsmarktbericht der Regierung. Ökonomen gehen davon aus, dass im April rund 20 Millionen Stellen abgebaut worden sein könnten.

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 0,52 Prozent höher mit 9'562,08 Punkten. Der SLI, in dem die wichtigsten 30 Werte enthalten sind, gewinnt 0,53 Prozent auf 1'392,08 und der breite SPI 0,61 Prozent auf 11'894,64 Punkte. 21 der 30 SLI-Titel legen zu, und neun geben nach.

Die stärksten Gewinne verzeichnen die Aktien des Hörgeräteherstellers von Sonova (+2,6%), des Vermögensverwalters Julius Bär (+2,1%) und der Softwarefirma Temenos (+2,0%) sowie der Zykliker Kühne+Nagel (+1,9%), LafargeHolcim (+1,8%) und Sika (+1,4%).

Auch Zurich und Swiss Life (je +1,1%) gewinnen an Wert. Die beiden Versicherer werden kommende Woche ihre Ergebnisse veröffentlichen. "Gut möglich, dass einige schon kaufen, weil sie auf gute Zahlen hoffen", sagt ein Händler. Ihm sei es angesichts der volatilen Märkte dafür allerdings noch etwas zu früh.

AMS gewinnen 1,3 Prozent. Die Aktie setze die Erholung fort, habe sie im laufenden Jahr doch rund die Hälfte ihres Werts eingebüsst, heisst es am Markt. Ihr Kurs dürfte demnächst noch von dem Ergebnis von Osram beeinflusst werden. Der Schweizer Chiphersteller hat die Mehrheit an dem deutschen Lichtkonzern übernommen.

Gefragt sind zudem die als defensiv geltenden drei Schwergewichte Nestlé (+0,8%), Novartis (+0,9%) und Roche (+0,7%), die den Markt schon am Vortag angeschoben hatten. Mit Vifor (+1,1%) steht ein weiterer Arzneimittelhersteller auf den Einkaufslisten.

Dagegen geben die Aktien von Adecco (-0,8%) erneut nach. Der Personalvermittler wurde von der Coronakrise getroffen und hat am Dienstag unerwartet über einen Verlust im ersten Quartal informiert.

Bei den Aktien von Alcon (-1,0%) begründen Händler den Kursabschlag zudem mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg am Vortag.

Die stärksten Abschläge aber verzeichnen Richemont (-1,4%) und Swatch (-1,0%). Händler verweisen auf die neuerlichen Spannungen zwischen den USA und China. Zudem sei in den kommenden Monaten mit einem neuerlichen Rückgang der Uhrenexporte zu rechnen.

Die Grossbankenwerte UBS (+0,2%) und Credit Suisse (-0,2%) sind auch wenig gefragt. Händler verweisen darauf, dass die beiden Aktien bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatten.

Bei den Aktien aus der zweiten Reihe steigen derweil Aryzta um 13 Prozent. Veraison - ein als aktivistisch geltender Investor - hat über eine Beteiligung an dem Backwarenhersteller von 3,19 Prozent informiert. Händler sprechen von vielen Trittbrettfahrern, die den Kurs antrieben.

Landis&Gyr (-2,7%) und Schmolz+Bickenbach (-1,1%) stehen nach der Ergebnisvorlage etwas unter Druck. Während Landis&Gyr bei Umsatz und Ergebnis in etwa im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten habe, sei der Auftragseingang enttäuschend, heisst es. Für Ernüchterung sorge zudem der vorläufige Verzicht auf die Zahlung einer Dividende. Schmolz+Bickenbach hat einmal mehr einen Umsatzeinbruch erlitten und schrieb rote Zahlen im ersten Quartal.

pre/ys

(AWP)

 
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