Aktien Schweiz: SMI am Mittag gehalten - Abwarten vor EZB-Entscheid

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag nach wie vor kaum verändert. Der Leitindex SMI pendelt dabei seit Handelsbeginn in einer Bandbreite von rund 40 Punkten um den Schlussstand vom Vortag. Die Investoren würden sich im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung zurückhalten, hiess es im Handel. Die Nordkorea-Krise sei demgegenüber in den Hintergrund getreten, bleibe aber weiter in den Köpfen. Für Verunsicherung sorge auch der Hurrikan Irma.
07.09.2017 12:45

Am frühen Nachmittag werden sich alle Augen auf den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, richten. Es wird zwar nicht erwartet, das die Anleihekäufe bereits eingeschränkt werden. Jedoch erhoffen sich Investoren Hinweise darauf, wann der Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik erfolgen könnte. Auch die Einschätzung der Notenbank zum Wirtschaftswachstum und zur Inflationsentwicklung werden Beachtung finden. Daneben werden auch Makrodaten aus den USA (wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe; Produktivität) beachtet werden.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 11.50 Uhr 0,03% auf 8'862,48 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert 0,05% höher auf 1'412,47 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,11% auf 10'118,16 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 13 im Minus und zwei (Nestlé, Roche) unverändert.

Konkrete News liegen bei den Blue Chips einzig von Aryzta (-2,0%, 29,55 CHF) vor. Der Backwarenkonzern hat mit Frederic Pflanz einen neuen Finanzchef gefunden. Der Manager kommt von Maxinvest, der Muttergesellschaft von Tchibo und Beiersdorf. Damit sei Aryzta eine überraschend hochkarätige Besetzung gelungen, heisst es in Kommentaren. Es werde aber dauern, bis das neue Management Wirkung zeigen könne. Händler sprechen zudem von Stop-Loss-Verkäufen nach dem Unterschreiten der Marke von 30 CHF.

Weiter im Blick sind die Assekuranzen. Swiss Re (-0,5%), Bâloise (-0,7%) und Zurich (-0,1%), die sich allesamt leicht belastet zeigen. In den USA droht nach "Harvey" die nächste Sturmkatastrophe. Der Hurrikan "Irma" hat bereits die ersten Karibikinseln erreicht, grosse Schäden angerichtet und sogar Todesopfer gefordert.

Die Banken können an die Erholung aus dem späten Handel vom Vortag nicht abknüpfen. CS, Julius Bär (je -0,5%) und UBS (-0,2%) zählen zu den grössten Verlierern.

LafargeHolcim (-0,2%) wurden von Barclays auf "Underweight" von zuvor "Equal Weight" heruntergestuft. Das Kursziel sinkt leicht um einen Franken auf 52 CHF. Die Aktien hätten im Branchenvergleich eine angesichts der Leistung gerechtfertigte gute Performance gezeigt. Die Prämie könne nur bei anhaltender Dynamik erhalten werden. Der Preisauftrieb in einigen Schlüsselmärkten deute jedoch eine Abschwächung an.

Bei den Gewinnern liegen Richemont (+0,8%) und Swatch (+0,4%) im Plus. Die Luxusgüterkonzerne hatten unter der Nordkorea-Verunsicherung besonders gelitten und würden sich nun erholen, hiess es. Auch Sonova (+1,1%), Sika, Givaudan und Dufry (je +0,7%) zeigen grössere Aufschläge.

Die Schwergewichte Novartis (+0,3%), Roche und Nestlé (beide unv.) bewegen den Gesamtmarkt nicht sonderlich. Für die Aktien des Lebensmittelkonzerns hat Goldman Sachs das Kursziel auf 94 von 95 CHF gesenkt und hält am "Buy"-Rating fest. Vom Investorenseminar Ende September erwartet der Analyst vom neuen Management Aussagen zu den Transformationsplänen.

Im breiten Markt hat Barry Callebaut (+0,9%) die Division Ingredients von Gertrude Hawk übernommen und damit sein Spezialitäten- und Dekorationsgeschäft ausgebaut. Der Deal steuert eine Verkaufsmenge von 13'000 Tonnen bei einem Umsatz von rund 70 Mio EUR bei. Der Zukauf liege auf der Linie der Strategie, heisst es von Analystenseite.

Die Jungfraubahn (+3,0%) hat im ersten Halbjahr von einer deutlich erstarkten Nachfrage aus Asien profitiert und Ertrag und Gewinn deutlich gesteigert. Auffällig ist zudem die Erholung bei Myriad (+5,7%). Hier hatte das Investorenpaar Martin und Rosmarie Ebner per Anfang September den Anteil auf über 60% erhöht.

yr/rw

(AWP)