Aktien Schweiz - SMI arbeitet sich ins Plus vor - Finanztitel stützen

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Tag des «Hexensabbat» nach kaum verändertem Beginn am Mittag etwas fester.
17.03.2017 12:35
Die Schweizer Börse tendiert etwas fester.
Die Schweizer Börse tendiert etwas fester.
Bild: cash

Während Zykliker und Finanzwerte dem Leitindex SMI mit der Unterstützung der Pharmaschwergewichte leichten Auftrieb verleihen, halten die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé dagegen. Insgesamt verläuft der Handel mit Blick zurück auf eine ereignisreiche Woche in einigermassen ruhigen Bahnen. Impulse könnten am Nachmittag noch die Daten zur US-Industrieproduktion im Februar und die Stimmungsumfrage der Uni Michigan dem Handel verleihen.

Die Woche stand im Zeichen der US-Notenbank Fed, die einen weiteren Zinsschritt vollzogen hat. Während dieser Schritt an den Märkten eingepreist war, dürfte der Ausblick auf die künftige Zinspolitik die Anleger in den kommenden Wochen weiter beschäftigen, meint ein Händler. Gemäss den Fed Fund Futures rechne der Markt nun im laufenden Jahr mit beinahe drei weiteren Zinserhöhungen. Unterdessen wird auch in Europa der Ausstieg aus der Tiefzinspolitik verstärkt diskutiert. Auslöser waren Äusserungen des EZB-Ratsmitglieds Ewald Nowotny. Am Freitag und Samstag treffen sich in Baden-Baden die G20-Finanzminister zu Gesprächen, wobei das wichtige Thema Freihandel von der Traktandenliste gestrichen worden ist.

Bis um 11.50 Uhr gewinnt der Swiss Market Index (SMI) 0,15% auf 8'680,31 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,22% auf 1'379,55 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,13% auf 9'620,94 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus, zehn im Minus und einer (Lonza) unverändert.

Galenica gesucht

An der Spitze der Blue Chips haben sich die Aktien des Gesundheitskonzerns Galenica (+1,5%) festgesetzt. Grossaktionär und Investor Martin Ebner hat sein Engagement verstärkt und besitzt neu einen Anteil von gut 20% nach zuvor gemeldeten 18%. Und auch die Norges Bank teilte mit, dass sie 3,6% hält. Am Dienstag hatten die Titel noch stark an Wert eingebüsst, nachdem man die geplante Auftrennung für das zweite Quartal festgelegt hatte.

Auf dem Vormarsch sind auch einige Finanztitel, die von der Diskussion um steigende Zinsen profitieren dürften. So legen Zurich Insurance um 0,8%, Credit Suisse um 0,9% oder UBS um 0,6% zu. Die Schwergewichte Novartis (+0,1%), Roche (+0,4%) und Nestlé (-0,4%) tendieren ohne grosse Ausschläge uneinheitlich.

Auf der Verliererseite liegen Aryzta (-1,6%) und Dufry (-1,5%) am Ende der SMI/SLI-Tabelle. Der Reisedetailhändler hatte am Mittwoch die Rückkehr in die schwarzen Zahlen bekanntgegeben, konnte aber an der Börse bislang kaum davon profitieren. Givaudan büssen 0,2% auf 1'833 CHF ein. Die Bank Bernstein reduzierte das Kursziel um 10 CHF auf 1'680 CHF und bleibt beim Rating 'Underperform'.

Swisscom steigen dagegen unbeeindruckt von einer Kurszielsenkung der Bank HSBC um 0,5% hoch. Im Rahmen einer Sektorstudie hat HSBC das Kursziel leicht zurückgenommen und die 'Hold'-Einstufung bekräftigt. Insgesamt konzentriere sich die Swisscom auf Investitionen in die Infrastruktur, weise eine starke Bilanz auf und biete einen stabilen Dividendenausblick, schreiben die Analysten. Die Aktien der Konkurrentin Sunrise (+0,6%) empfiehlt HSBC zu 'Kaufen'.

Ansonsten legen nebst Sunrise etwa auch noch Bachem nach Zahlen mit 1,4% gut an Wert zu. Das Biochemie-Unternehmen hat 2016 den Umsatz und den Gewinn markant gesteigert. Die Aktionäre profitieren mit einer Dividendenerhöhung vom guten Geschäftsgang, was an der Börse Zuspruch findet. Derweil gelang der Online-Reiseagentur Lastminute.com (Aktie: unv.) im vergangenen Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone, was sich allerdings anhand des bereits im Februar publizierten Umsatzes und operativen Ergebnisses erahnen liess.

Der Halbleiterhersteller AMS (-0,4%) hat zum Ausbau des Bereichs optische Sensorlösungen den US-Partner Princeton Optronics übernommen, was von Analysten begrüsst wird. Und Valiant (+0,3%) teilte mit, dass sie die Regionalbank Triba vollständig übernehmen will. Die Titel der Bank Vontobel klettern derweil getragen von einer 'Kaufempfehlung' der UBS um 2,6% in die Höhe.

(AWP)