Schweizer Börse - SMI baut Gewinne aus - Roche und Bär im Fokus

Der SMI kann die Gewinne bis zum Mittwochmittag ausweiten. Nach einer positiven Eröffnung stieg der SMI im Verlauf des Vormittags weiter an und kann die Abgaben aus den ersten Handelstage der Woche nahezu wettmachen.
01.02.2017 12:59
Die Kurse an der Schweizer Börse steigen am Mittwoch an.

Nach den "eher politischen Börsen" der Vorwochen würden mit Beginn der Berichtssaison wieder "handfestere Daten" in den Mittelpunkt rücken, sagten Händler. So stehen hierzulande Roche und Julius Bär mit Unternehmensergebnissen im Fokus.

Für eine Stimmungsaufhellung sorgten positive Konjunkturdaten aus dem chinesischen Dienstleistungs- und Industrie-Sektor. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe der Eurozone stieg auf ein Mehrjahreshoch. Der Kurs des US-Präsidenten Trump wird hingegen weiter als Unsicherheitsfaktor gewertet. Bemerkungen aus seinem Team zu Deutschland und Japan und zu deren schwachen Währungen zum US-Dollar hatten am Vortag für Irritationen gesorgt. Im weiteren Tagesverlauf stehen noch eine Reihe von US-Makrodaten auf der Agenda. Mit Spannung schauen die Investoren zudem auf den am Abend anstehenden Zinsentscheid er US-Notenbank, auch wenn kein weiterer Zinsschritt erwartet wird.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.50 Uhr 0,81% fester bei 8'359,12 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,69% auf 1'331,29 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,74% auf 9'130,57 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus und sieben im Minus.

Julius Bär legt zu

Julius Bär (+3,2%) haben die kräftigen Aufschläge von zeitweise bis zu 5,6% wieder etwas abgebaut. Die Jahreszahlen haben die Erwartungen teilweise klar übertroffen. Bei den Analysten stiessen insbesondere Bruttomarge und Neugeldzufluss auf ein positives Echo. Auch die Dividendenanhebung dürfte den Aktienkurs stützen. Credit Suisse (+1,4%) lassen sich davon anstecken, während UBS (-0,8%) weiter auf dem bereits am vergangenem Freitag eingeschlagenen Abwärtspfad verharren.

Im Fokus stehen auch Roche, deren Genussscheine nach einem eher verhaltenen Start inzwischen um 1,8% zulegen. Die Aktionäre profitieren von einer erneut höheren Dividende für 2016. Allerdings hat der Pharmakonzern mit den Zahlen für und dem Ausblick die Markterwartungen leicht enttäuscht. CEO Severin Schwan will indes weiter auf Innovation setzen, um dem Druck durch Biosimilars etwas entgegenzusetzen.

Die Aktien des zweiten Pharmaschwergewicht Novartis (+0,2%) steigen hingegen nur verhalten, während Nestlé (+1,1%) stärker zulegen.

Actelion (+2,2%) zeigen sich deutlich erholt, nachdem die Titel am Dienstag 5,6% eingebüsst hatten. Für Verunsicherung hatte offenbar eine Analystenstimme gesorgt, die den Stopp der Neutherapien für Uptravi in Frankreich in der Vorwoche thematisierte. Der Schritt der Gesundheitsbehörde sei beim J&J-Gebot allerdings bereits bekannt gewesen, hiess es vom Unternehmen. Die Kursreaktion vom Vortag sei übertrieben gewesen, heisst es am Mittwoch im Handel.

Bester Wert unter den Bluechips sind indes Dufry (+3,3%), die durch eine Ratinganhebung auf Buy von Neutral gestützt werden. Der Analyst der UBS sieht das Unternehmen nach den starken M&A-Aktivitäten und der Währungsvolatilität in einigen Märkten nun an einem Wendepunkt.

Für LafargeHolcim (+2,7% auf 54,35 CHF) hat HSBC das Kursziel auf 72 von 63 CHF deutlich angehoben und wertet die Aktien weiter mit Buy. Morgan Stanley hat das Kursziel leicht gesenkt, die Bewertung Overweight jedoch bestätigt. Überdurchschnittlich sind zudem die Aufschläge bei den Versicherungen Swiss Life (+1,9%), Swiss Re und Zurich (je +1,1%).

Die Lonza-Aktien notieren hingegen nach der Platzierung von neuen Aktien aufgrund des Verwässerungseffekts 3,2% tiefer. Das Unternehmen hat im Zusammenhang mit der Übernahme der amerikanische Capsugel 5 Mio Aktien über Privatplatzierung ausgegeben und dabei einen Betrag von 865 Mio CHF erlöst. Die Mittel werden zur Teilfinanzierung der 5,5 Mrd-USD schweren Akquisition verwendet.

Unter den Verlieren finden sich zudem Givaudan (-1,1%), nachdem die Deutsche Bank das Rating auf Hold von zuvor Buy gesenkt hat. Das zweite Halbjahr sei schwach und unter den Erwartungen ausgefallen, heisst es. Weitere Kursziel-Senkungen anderer Analysehäuser sowie eine Bestätigung des Sell-Votum durch Citi belasten zusätzlich.

Am breiten Markt legen die Aktien von Peach Property (+6,9%) nach vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 stark zu. Demnach hat das Immobilienunternehmen den Vorsteuergewinn markant gesteigert. Rieter (-2,8%) sind nach Umsatzahlen hingegen unter Druck. Zum Jahresende hat das Tempo im Neumaschinengeschäft abgenommen, auch durch Unwägbarkeiten in den Hauptmärkten Türkei und Indien.

(AWP)